Mobile Suit Gundam-Kampagne gegen Antibiotika-Missbrauch in Japan

Der Protagonist der Serie soll die Bevölkerung aufklären

Amuro, der Held der Anime Serie Mobile Suit Gundam, soll die Bevölkerung in Japan über Antibiotika-Resistenzen durch Überbenutzung oder Missbrauch des Bakterienkillers aufklären.

Anime gegen resistente Bazillen

Amuro Ray ist für seine Phrase “Amuro ikimasu!” bekannt, was so viel heißt wie “Amuro zieht los!”. Das sagt der Pilot, wenn er zu einem Kampf gegen den Feind aufbricht. Auf den am 29. September veröffentlichten Plakaten des Gesundheitsministeriums steht nun ein etwas abgewandelter Spruch: “AMR taisaku ikimasu!”, also “AMR Gegenmaßnahmen ziehen los!”. AMR steht dabei für antimikrobielle Resistenzen, also die angeborene Immunität von Mikroben gegenüber Mitteln zu ihrer Bekämpfung. Der Beamte Hiroshi Naruse sagt, er selbst habe die Idee gehabt Mobile Suit Gundam für die Kampagne zu nutzen, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf dieses Thema zu lenken.

AMR sind in vielen Ländern ein Problem

Antimikrobielle Resistenzen sind in vielen Ländern bereits jetzt ein Problem. Denn eine Resistenz des Mikrobs bezüglich eines Mittels macht es wirkungslos. Dabei geht es besonders um Bakterien, die resistent gegen (verschiedene) Antibiotika sind.
Lange Zeit (und oft noch immer) wurden Antibiotika wegen jeder Kleinigkeit verschrieben, auch wenn es sich um Viren-Erkrankungen handelte, gegen die Antibiotika nichts ausrichten können. Auch wurden Antibiotika oft nicht bis zum Ende eingenommen. Dadurch konnten sich weltweit sehr gefährliche, gegen viele Medikamente resistente, Krankheitserreger entwickeln. In Deutschland sind beispielsweise MRSA Bakterien vor allem in Krankenhäusern ein großes Problem. Sie leben bei gesunden Menschen oft auf der Haut und richten dabei keinen Schaden kann. Erst wenn sie in den Körper gelangen, können sie gefährlich werden.

Ärzte und Patienten sollen aufgeklärt werden

Naruse möchte mit der Kampagne sowohl Ärzte, als auch Patienten aufklären. Er meint, Antibiotika würden oft unangemessen verschrieben, weil die Patienten beim Arztbesuch ein Medikament erwarten. Die Ärzte verschreiben dann unnötig Antibiotika, um den Erwartungen gerecht zu werden. Deshalb sei es wichtig, dass Patienten Antibiotika nicht als Allheilmittel verstehen. Obwohl Japan schon einiges gegen das Problem unternommen hat, ist das Konzept antimikrobieller Resistenzen für viele Japaner noch unverständlich.

Das Gesundheitsministerium wird gern kreativ

Das will Naruse durch die Nutzung von Popkultur ändern. So hat er in der Vergangenheit beispielsweise schon mit Schauspielern zusammengearbeitet, um Röteln zu bekämpfen. Außerdem nutzte er neben Mobile Suit Gundam auch die Anime Serie Mazinger Z, um auf Impfungen gegen Masern aufmerksam zu machen. Er ist überzeugt, die Öffentlichkeit so besser aufklären zu können und mehr Menschen mit den Kampagnen zu erreichen.

Es muss sich etwas ändern

Laut der Organisation für ökonomische Kooperation und Entwicklung verursachen resistente Superbazillen jedes Jahr den Tod von etwa 700.000 Menschen. Ohne Gegenmaßnahmen könnten sie 2050 10 Millionen Menschen töten, so ein Bericht der britischen Regierung von 2014.

Weitere Informationen zu Resistenzen und was ihr dagegen tun könnt findet ihr zum Beispiel im Infoblatt der Weltgesundheitsorganisation.

 

 

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