Nordkorea feuert erneut Raketen ab: So will Japan seine Bevölkerung vor möglichen Angriffen schützen

Gemäß offiziellen Angaben aus Südkorea hat das nordkoreanische Regime am Donnerstag erneut mehrere Raketen abgeschossen. Die Liberaldemokratische Regierungspartei LDP denkt jetzt über ein Sicherheitskonzept zum Schutz der Zivilbevölkerung nach.

Trotz wiederholter Warnungen der internationalen Gemeinschaft hat das nordkoreanische Regime am Donnerstag erneut Raketen getestet. Bei den Geschossen soll es sich laut Angaben der Japan Times aller Wahrscheinlichkeit nach um Marschflugkörper handeln. Diese werden üblicherweise für Angriffe auf Schiffe eingesetzt. Aus Japan wurde bereits bestätigt, dass die Geschosse nicht in der japanischen Wirtschaftszone gelandet sind. Trotzdem wächst die Sorge vor einem möglichen Angriff aus Nordkorea.

Die LDP hat Premierminister Shinzo Abe als Reaktion auf die erneuten Provokationen ein Sicherheitskonzept vorgeschlagen, wie man die Bevölkerung besser vor einem möglichen Raketenangriff Nordkoreas schützen kann.

Im Ernstfall gut vorbereitet sein: Was beinhaltet das Sicherheitskonzept?

Demzufolge soll dabei vor allem die Zusammenarbeit mit Fluggesellschaften und Schifffahrtsunternehmen vertieft werden, um japanische Staatsbürger im Notfall aus Südkorea evakuieren zu können.

Das Konzept sieht die Errichtung von zusätzlichen Notunterkünften und Schutzräumen vor. In besonders dicht besiedelten Gemeinden Japans sollen demnach Räumungsübungen in unterirdischen Anlagen stattfinden, um die Bevölkerung auf eventuelle Notsituationen vorzubereiten. Auch plant die LDP, eine Öffentlichkeitskampagne im Fernsehen zu starten, um die Bevölkerung darüber zu informieren, wie sie sich im Falle eines möglichen Raketenangriffs zu verhalten hat.

“Weil Nordkorea die Warnungen der internationalen Gemeinschaft weiterhin ignoriert und Raketentests durchführt, wollen wir alles tun, was in unserer Macht steht, um die Bevölkerung zu schützen”, ließ Premierminister Shinzo Abe verlauten.

J-Alert-Frühwarnsystem – Per Lautsprecher, Mobiltelefon, Radio und TV

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Provokationen hat Japan erst vor wenigen Wochen sein Frühwarnsystem J-Alert aktualisiert. Das Sicherheitssystem soll die Bevölkerung jetzt nicht nur vor Raketentests warnen, sondern Menschen aus besonders gefährdeten Gebieten dazu auffordern, in Gebäuden und im Untergrund Schutz zu suchen. J-Alert (全国瞬時警報システム Zenkoku Shunji Keihō System) ist ein in Japan entwickeltes Frühwarnsystem. Im Falle einer Bedrohung werden per Lautsprecher, Fernsehen, Radio und über Mobiltelefone Warnungen an die Bevölkerung ausgesendet. Dieses satellitengestützte System wurde in der Hoffnung entwickelt, Evakuierungen schneller voranzutreiben und die Katastrophenhilfe besser koordinieren zu können. Es wird derzeit im Fall von Erdbeben, Tsunamis, Vulkanausbrüchen, schweren Unwettern und militärischen Bedrohungen angewendet.

Nordkorea feuert erneut Raketen ab: So will Japan seine Bevölkerung vor möglichen Angriffen schützen
Gemeinsames Manöver: Als Warnung an Nordkorea haben US-Flugzeugträger und japanische Marineschiffe Anfang Juni eine 3-tägige Übung nahe der koreanischen Halbinsel durchgeführt | Flickr © Stuart Rankin (CC BY-NC 2.0)

Provokationen aus Nordkorea – Japan in der Schusslinie

Seit letztem Jahr hat Nordkorea trotz internationaler Warnungen mehrere Raketentests durchgeführt. Allein neun davon in diesem Jahr. Von insgesamt 4 ballistischen Raketen, die im März 2017 getestet worden sind, landeten 3 innerhalb der 200-Meilen-Zone vor der japanischen Küste. Erst am 29. Mai 2017 hat Nordkorea erneut ein Geschoss abgefeuert. Das Regime in Pjöngjang verfolgt dabei u.a. das Ziel, eine nukleare Langstreckenrakete zu entwickeln, die die Westküste der USA erreichen kann. Mit den Raketentests verstößt Nordkorea gegen bestehende UN-Resolutionen. Die Vereinigten Staaten drohten dem Regime in Pjöngjang zuletzt mit einem möglichen Militärschlag. Auch Japan hatte nach dem letzten Raketenstart am 29. Mai mit “konkreten Schritten” gedroht und die Provokationen aufs Schärfste verurteilt.

Quelle: Japan Times

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