Chibichiri-gama Selbstmordhöhle
Bild: YouTube, Marc Okinawa

Bewohner von Okinawa hielten an der Chibichiri-gama Selbstmordhöhle einen Gottesdienst für die Menschen, die sich dort während des Zweiten Weltkriegs umbrachten.

Im vergangenen September randalierten vier Jugendliche an der Chibichiri-gama Höhle in der Stadt Yomitan, Präfektur Okinawa. Sie zerrissen die Papierkraniche und zerstörten die Erinnerungsstücke an die Opfer. Die Region war von der Tat entsetzt. Die vier Jungen erhielten eine Bewährungsstrafe für ihre Tat. Nun gedachte die Stadt zum ersten Mal seit dem Vorfall mit einem Gottesdienst den Opfern der Höhle.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs versteckten sich am 2. April 1945 mehrere Bewohner des Ortes in der Höhle. In der Zwischenzeit landeten amerikanische Truppen, die die Bewohner aufforderten, sich zu ergeben. Die Menschen in der Höhle hatten Angst verschleppt, ermordet oder vergewaltigt zu werden und sahen keinen anderen Ausweg als Selbstmord. 83 von 140 Personen starben, darunter zahlreiche Kinder und Frauen. Die Höhle erhielt damit den traurigen Beinamen „Selbstmordhöhle“.

Überlebende wünschen sich ewigen Frieden

Neben Einwohnern nahmen auch Angehörige der Opfer an dem Gottesdienst teil. Zusammen zündeten sie Räucherstäbchen an und beteten. Während der Gedenkveranstaltung las der Kopf der Gruppe an Hinterbliebenen, Norio Yohana, einen Brief vor, der von einem der verurteilten Jugendlichen stammt.

Dieser entschuldigte sich zutiefst für sein Verhalten. Er wusste nicht, was die Höhle für eine Bedeutung hat und er will seine Tat wieder gut machen. Die 81-jährige Toyoko Uehara überlebte den Massenselbstmord mit ihrer Mutter, da sie aus der Höhle flohen. Sie hofft, dass der Jugendliche aus der Erfahrung etwas lernt und über das Leben nachdenkt. Zusätzlich hofft sie, dass der Frieden, der heute besteht, ewig währt.

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