Olympia 2020: Universitäten in Tokyo bieten zusätzliche Credits zur Gewinnung Freiwilliger

Bild: Kyodo News

Bereits zwei Jahre nach Ankündigung strengerer Anforderungen an Freiwillige für die Olympischen Spiele in Tokyo fehlen unzählige Helfer. Um diese nun zur Mitarbeit an Olympia 2020 zu gewinnen, boten japanische Universitäten ihren Studenten nun zusätzliche Credits an.

Da einfach zu viele freiwillige Helfer fehlen, hat sich das japanische Ministerium an die Universitäten mit ihren umfangreichen Humanressourcen gewandt. Rund die Hälfte der Universitäten in Tokyo begann damit, ihren Studenten akademische Credits als Vergütung anzubieten. In einer Umfrage, die NHK durchführte, kündigten 49 Prozent der nationalen und wie privaten Universitäten an, dass sie die Option der Vergütung überprüfen.

Nützlicher Ansporn für Studenten

Für die Studenten ist diese Form der Vergütung nützlich, da sie für einen erfolgreichen Studienabschluss eine bestimmte Anzahl an Credits erreichen müssen. Auch wenn diese Geste für die Studenten eine schöne Möglichkeit ist, sich einfach ein paar Credits zu erarbeiten, zeigt es auch, dass das Olympische Komitee keine hoch qualifizierten Personen bezahlen will. Immerhin braucht das Komitee Mitarbeiter, die eine Fremdsprache sprechen, über zehn volle Tage arbeiten und mehrere Trainingseinheiten absolvieren.

Außerdem müssen sie ein Vorstellungsgespräch führen. Doch der Schritt, um die benötigten freiwilligen Helfer zusammenzubekommen, wirft auch die moralische Frage auf, ob sich nicht Studenten, die nicht helfen wollen, benachteiligt fühlen könnten. So könnten sich diese Studenten genötigt fühlen, doch zu helfen, um akademische Punkte zu erhalten. Doch dies würde den Zweck des Freiwilligendienstes überhaupt nicht erfüllen. Ein Professor am Center for Research and Development of Higher Education an der Universität Tokyo sagte, dass Freiwilligenarbeit im Wesentlichen eine bereitwillige Teilnahme ist, immerhin seien Katastrophenfreiwillige und Olympiafreiwillige von Natur aus unterschiedlich.

Aus diesem Grunde nannte der Professor es inakzeptabel, dass Institutionen Studenten mit Versprechen auf akademische Anerkennung locken. Außerdem sei es beispiellos, was das japanische Ministerium tut, um Studenten zur Freiwilligenarbeit für ein Sportereignis zu bewegen. Bei Katastrophen, bei denen das Leben auf dem Spiel steht, werden keine solche Anstrengungen unternommen. Den Studenten akademische Credits anzubieten, sei der falsche Weg, um sie zur Freiwilligenarbeit zu überzeugen. Doch langsam muss das Olympische Komitee die 110.000 Freiwilligen bekommen, um die Spiele nach Plan am Laufen zu halten.

Quelle: NHK