Rekordzahl von Einwohnern mit doppelter Staatsangehörigkeit entscheidet sich für die Japanische

Doppelte Staatsangehörigkeit nur in Sonderfällen möglich

Japanischer Reisepass- japanische Staatsangehörigkeit
Bild: すしぱく / Pakutaso

Noch nie haben sich so viele Einwohner Japans mit doppelter Staatsangehörigkeit für die japanische Staatsbürgerschaft entschieden.

Nach Japans Nationalitätsgesetz müssen Bürger Japans mit mehr als einer Staatsangehörigkeit sich für eine Staatsangehörigkeit entscheiden. Eine doppelte Staatsbürgerschaft steht nicht unter Strafe, ist jedoch bis auf Sonderfälle ausgeschlossen.

Einwohner Japans müssen sich nach Erhalt einer zweiten Staatsbürgerschaft innerhalb von zwei Jahren offiziell für eine entscheiden. Wer mit mehreren Staatsbürgerschaften aufwächst, muss sich bis zum 22. Lebensjahr festlegen. Andere Staatsbürgerschaften werden anschließend annulliert.

Nach Zahlen des Justizministeriums entschied sich 2016 eine Rekordanzahl von 3.368 Einwohnern Japans mit mehr als einer Staatsangehörigkeit für die japanische. Dies stellt einen Anstieg von mehr als 500 zum vergangenen Jahr 2015 dar. Seit 2006 steigt die Zahl kontinuierlich an.

2016 war Politikerin Renho, Leiterin der Demokratischen Partei Japans, unter Kritik geraten, als sie zugab ihre Taiwanesische Staatsbürgerschaft zusätzlich zu ihrer japanischen beibehalten zu haben. Renhos doppelte Staatsangehörigkeit stellte eine potenzielle Gefahr für ihre politische Karriere dar.

Die doppelte Staatsangehörigkeit ist laut Japans Nationalitätsgesetzes verboten. Dennoch gilt sie als Grauzone. Obwohl Japans Bürger mit doppelter Staatsangehörigkeit offiziell riskieren ihre japanische Staatsbürgerschaft zu verlieren, gibt es kaum dokumentierte Fälle. Grund für die fehlenden Sanktionen ist unter anderem der bürokratische Aufwand.

Öffentliche Reaktionen auf Renhos doppelte Staatsbürgerschaft entfachten eine Debatte um Rassismus in Japan. Die Regelung der doppelten Staatsangehörigkeit in Japan sei ein Ausdruck des Rassismus und begrenze Freiheit und Identität der betroffenen, so Kritiker.

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