Ghiblis Pom Poko
Bild: Atlas Obscura

Am fünften April verstarb Isao Takahata, ein angesehener japanischer Regisseur und Mitbegründer des Anime-Studios Ghibli, im Alter von 82 Jahren. Neben vielen international bekannten Animes wie Heidi oder Nausicaä arbeitete er 1994 an dem Werk Pom Poko.

Pom Poko erzählt die traurige Geschichte eines Rudels Marderhunde, die sprechen können und magische Fähigkeiten besitzen. Sie müssen sich der Zerstörung ihres natürlichen Lebensraumes durch die Menschen erwehren. Der Anime kombiniert in der Geschichte Sozialkritik mit einer rührenden Botschaft für die Umwelt.

Das Waldhaus der Marderhunde im Film liegt in einem Vorort von Tokyo. Die Menschen bauen immer mehr Häuser und vergrößern die Stadt, bis sie die Grenzen der Marderhäuser erreichen. Die Ausmaße, die Tokyo im Anime annahm, entsprachen der tatsächlichen Entwicklung zur damaligen Zeit. Trotz ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten und einiger skurriler Ideen stehen die Marderhunde der Zerstörung ihrer Heimat wehrlos gegenüber. Ähnlich wie den Marderhunden, die der Städtebau-Politik weichen müssen, könnte es bald einem Shinto-Schrein ergehen, der für einen Parkplatz abgerissen werden soll.

Pom Poko / © Universum Anime
Pom Poko / © Universum Anime

Der Kincho Schrein in der Stadt Komatsushima (Präfektur Tokushima) liegt auf der Insel Shikoku. Der historische Ort ist eng mit den sagenumwobenen Marderhunden verbunden. Die Spende eines Filmemachers führte 1956 zur Errichtung des Schreins. Der Spender drehte einen überaus erfolgreichen Film über die lokale Legende der Marderhunde. Der Schrein diente Ghibli bei Pom Poko als Kulisse für die Heimat einer Gruppe Marderhunde.

Das Bauwerk befindet sich zwar in Privatbesitz, steht allerdings auf einem städtischen Grundstück. Im vergangenen Sommer kündigte die Stadtverwaltung die Sanierung von Teilen des Parks, der den Schrein umgibt, an. Ein Teil des Plans sieht den Abriss des Kincho Schreins vor. Anstelle des Heiligtums soll wahrscheinlich ein Parkplatz entstehen.

Dieser Vorschlag stieß bei den Anwohnern auf wenig Gegenliebe. Viele setzten sich für einen Erhalt der historischen Stätte ein. Eine Online-Petition erhält aktuell Unterstützung von zahlreichen Ghibli-Fans. Knapp 2.000 Stimmen gegen den Abriss des Schreins kamen auf diese Weise bisher zusammen.

Die Stadt zeigt sich kompromissbereit. Nach letzten Angaben sind die Planungen für den Bau des Parkplatzes noch nicht abgeschlossen. Da sich das Bauwerk sich in Privatbesitz befindet, bedarf es der Genehmigung des Eigentümers. Bisher ist die Zukunft des Ghibli-Schreins noch nicht entschieden.

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