Kaiser Akihito
Kaiser Akihito und seine Frau Michiko im Jahr 2014 | Flickr © Prachatai (CC BY-NC-ND 2.0)

Die Kaiserfamilie Japans gilt als älteste Erbmonarchie der Welt. Doch mit der abnehmenden Zahl der Familienmitglieder und fehlenden männlichen Nachfolgern könnte die Linie des Tennos aussterben.

Im Juni hatte das Parlament ein Sondergesetz erlassen, das dem amtierenden Kaiser Akihito, 83 Jahre, erlaubt zu Lebzeiten abzutreten – damit ist er der erst Kaiser seit 200 Jahren. Der Tenno plant im Dezember 2018 aus gesundheitlichen Gründen abzudanken.

Die Bekanntgabe warf Fragen und Debatten um die Thronfolge und um die instabilen Verhältnisse der Kaiserfamilie auf. Zwar wurde Akihitos ältester Sohn, Kronprinz Naruhito, 57 Jahre, zum Nachfolger bestimmt, jedoch besteht weiterhin Sorge um die Zukunft des Kaiserhauses.

Dem Kaiserhaus fehlt es an männlichen Nachfolgern, außerdem nimmt die Zahl der Familienmitglieder besorgniserregend ab. Zum jetzigen Zeitpunkt sind es 19 Mitglieder. Die Familienmitglieder sind für Japan, als parlamentarische Monarchie, essentiell. Sie besitzen wichtige soziale und zeremonielle Aufgaben.

Nicht nur ein Mangel an Nachkommen schwächt die Familie. Frauen, die bürgerlich heiraten werden nach einem Gesetz aus dem Jahr 1947 aus der Familienlinie entfernt. Ihre Kinder sind somit aus der Thronfolge und von den Rechten und Pflichten der kaiserlichen Familie ausgeschlossen.

Die Bekanntgabe der Verlobung Prinzessin Makos mit ihrem bürgerlichen Freund Kei Komuro führte zu einer neuen Debatte über die Aktualität des Gesetzes. Den Frauen müsste es erlaubt werden weiterhin in der kaiserlichen Linie zu bleiben, und ihre Kinder somit Mitglieder der kaiserlichen Familie, um das Überleben der Linie zu sichern.

Solch eine Gesetzänderung könnte ein Fortbestehen der kaiserlichen Familie gewährleistet. Sie würde außerdem eine matrilinieare Zweiglinie dh. Vererbung kaiserlicher Erbrechte über die Mutter in eine Nebenlinie, und eine Frau als Oberhaupt einer kaiserlichen Zweigfamilie, bedeuten. Dies würde einen Bruch mit der Meiji Verfassung von 1890 bedeuten, welche besagt (Art. 2), dass die Krone „in dem Mannesstamme des Kaiserlichen Hauses erblich“ ist, dh. allein patrilinear über die männlichen Mitglieder der Familie vererbt wird.

Zusätzlich wird ebenfalls eine mögliche Thronfolge weiblicher Familienmitglieder diskutiert. Kaiserinnen waren in Japan bereits vor der Meiji Restauration eingesetzt worden, jedoch lediglich bis sich ein geeigneter männlicher Nachfolger gefunden hatte.

Der amtierende Premierminister Shinzo Abe lehnt allerdings eine matrilineare Vererbung und eine Frau als Tenno oder Oberhaupt einer Zweiglinie, ab. Laut Abe entspräche dies nicht den Wünschen seiner konservativen Wähler. Andere Kritiker fürchten eine Abnahme des Respekts gegenüber einem Thronnachfolger mit bürgerlichem Vater.

Die Debatte um den Erhalt der kaiserlichen Familie bleibt bestehen. Ein neuer Gesetzentwurf ist in nächster Zeit jedoch nicht absehbar.

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