Chisako Kakehi - Staatsanwaltschaft fordert Todesstrafe für 'Schwarze Witwe' in Japan
Staatsanwaltschaft fordert Todesstrafe für 'Schwarze Witwe' in Japan © ANN News

Sie nahm ihre Männer finanziell aus und vergiftete sie anschließend: die sogenannte ‘Schwarze Witwe’ aus Japan hat ihren Ehemann und zwei Lebenspartner ermordet. Nun fordert die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe für die 70-Jährige.

Weil Chisako Kakehi sich des Geldes wegen mit Männern traf und diese dann tötete, soll sie nun zum Tode verurteilt werden. Das forderte die Staatsanwalt des Bezirksgerichts Kyoto am Dienstag. In einem Schlussplädoyer bezeichneten die Anwälte Kakehi’s Taten als Verbrechen, die in solcher “Schwere und Abscheulichkeit” nur sehr selten vorkommen. Die Angeklagte verabreichte ihren drei Opfern das tödliche Gift Zyanid, um an deren Vermögen zu kommen. Kaum ein Prozess hat in Japan für soviel Aufmerksamkeit gesorgt, wie der der sogenannten ‘Schwarzen Witwe’ – benannt nach der Spinnenart, die ihre Partner nach der Paarung auffrisst.

Ein Urteil wird für den 7. November erwartet. Laut Anwälten handelte die ‘Schwarze Witwe’ vorsätzlich und ein psychiatrisches Guthaben attestierte der Angeklagten die volle Schuldfähigkeit.

Chisako Kakehi selber plädierte vor Gericht auf nicht schuldig. Ihre Verteidiger argumentierten, dass die Angeklagte wegen geistiger Unzurechnungsfähigkeit und Anzeichen einer Demenz als nicht voll schuldfähig angesehen werden kann – insbesondere wegen ihrer widersprüchlichen Aussagen, nach denen sie plötzlich gestand, ihren vierten Ehemann getötet zu haben, um an sein Geld zu kommen.

“Ja, ich habe meinen Ehemann getötet”

In einer Anhörung im Juli gestand Chisako Kakehi erstmals, ihren Ehemann getötet zu haben. Forensiker fanden eine verheerende Menge an Zyanid in seinem Körper. Kakehi ließ verlauten, dass sie ihrem Mann das Gift in Lebensmitteltabletten verabreicht habe und zeigte keinerlei Reue: “Ich habe nicht vor, meine Schuld zu verstecken. Ich werde darüber lachen und sterben, wenn ich morgen zum Tode verurteilt werde”, so die Angeklagte. Später rückte Kakehi von ihrem Geständnis ab und beteuerte, sich nicht an solche Aussagen erinnern zu können.

Hat die ‘Schwarze Witwe’ ihre sieben Lebenspartner ermordet?

Die ‘Schwarze Witwe’ hat ihren 75-Jährigen Ehemann Isao Kakehi, und ihre beiden Lebenspartner Minoru Hioki (75) und Masanori Honda (71) mit Zyanid vergiftet. Möglicherweise sind die drei Männer nicht die einzigen Opfer der Angeklagten, denn laut Medienberichten steht die einstige Millionärin im Verdacht, bis zu sieben ihrer ehemaligen Lebensgefährten ermordet zu haben. Alle sieben Partner der 70-Jährigen sind verstorben, bisher konnte ihre Schuld nur in drei Fällen nachgewiesen werden.

1994 verstarb Kakehi’s erster Ehemann im Alter von 54 Jahren. Ehegatte Nummer zwei, den sie auf einer Dating-Plattform kennenlernte, erlitt 2006 einen tödlichen Schlaganfall und auch ihre dritte Ehe endete 2008 mit dem Tod des Angetrauten. Nur ein Jahr später verstarb Kakehi’s Freund an Krebs und im Jahr 2012 traf das Schicksal ihren neuen Verlobten, der auf einer Motorradfahrt plötzlich in sich zusammensackte und verstarb.
Die ‘Schwarze Witwe’ hat laut Anklage auch versucht, ihren Liebhaber Toshiaki Suehiro (79) zu vergiften.

Kakehi und ihr erster Ehemann heirateten im Alter von 24 Jahren und eröffneten eine Textildruckerei in Osaka. Nach dem Tod ihres Angetrauten im Jahr 1994 meldete die Firma Insolvenz an und Kakehi musste aufgrund der anfallenden Schulden ihr Haus versteigern. Kurz darauf registrierte sie sich bei einer Datingbörse und äußerte den Wunsch, nur wohlhabende Männer mit einem Einkommen von über ¥10 Millionen kennenlernen zu wollen.

Laut Angaben der Japan Times sind alle Männer, die eine Beziehung mit Chisako Kakehi unterhielten, verstorben. Die 70-Jährige soll dabei ein Vermögen von umgerechnet 8,8 Millionen Euro kassiert haben.

Die Todesstrafe in Japan

Nach japanischem Recht wird die Todesstrafe nur bei schwerwiegenden Verbrechen mit Todesfolge verhängt. Mit insgesamt 28 Hinrichtungen im Zeitraum zwischen 2010 und 2015, ist Japan neben den USA eine von zwei demokratisch regierten Industrienationen, in denen heute noch die Todesstrafe vollstreckt wird. Seit Amtsantritt von Ministerpräsident Shinzo Abe Ende 2012 wurden sogar insgesamt 19 Hinrichtungen durchgeführt. Die Todesstrafe in Japan wird seit Jahrzehnten von internationalen Regierungen und Menschenrechtsorganisationen kritisiert. Erst am 13. Juli 2017 wurden zwei wegen Mordes vuerurteilte Männer hingerichtet.

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