Fukushima Daiichi zerstörter Reaktor
Bild: Tepco

Ein TEPCO-Mitarbeiter bestätigte vor Gericht, dass der Chef den Bau einer Ufermauer für Kernkraftwerk Fukushima Nr. 1 ablehnte.

Sieben Jahre ist es her, dass es in dem Kernkraftwerk Fukushima Nr. 1 nach einem Erdbeben und einem Tsunami zu einer nuklearen Katastrophe kam. Noch immer versucht Japan das Unglück aufzuklären und den Schuldigen zu finden. In einer Gerichtsverhandlung sagte nun ein Mitarbeiter von TEPCO aus, dass sein Chef den Bau einer Ufermauer zum Schutz 2008 abbrach.

Der ehemalige TEPCO-Vizepräsident Sakae Muto, der ehemalige TEPCO-Vorsitzende Tsunehisa Katsumata und der ehemalige TEPCO-Vizepräsident Ichiro Takekuro stehen im dringenden Tatverdacht der groben Fahrlässigkeit vor Gericht. Die neueste Aussage bekräftigt den Verdacht weiter. Der Mitarbeiter erinnert sich allerdings nicht mehr an alles, was während des Gesprächs gesagt wurde.

Nach all den Jahren immer noch keine Klarheit

Aktuell versucht die Staatsanwaltschaft allen drei Nachlässigkeit nachzuweisen. 2007 arbeitete ein Team des Werks, zu dem ebenfalls der Zeuge gehörte, an Gegenmaßnahmen gegen Erdbeben und Tsunamis. Zuerst dachte TEPCO an zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen, nach den Anweisungen der damaligen Behörde für nukleare Sicherheit und Arbeitsschutz.

Das Team wog verschiedene Optionen ab, um möglich auf lange Sicht Schutz zu gewährleisten. Ein wichtiger Punkt dafür war die Prognose für die Präfektur Fukushima. Das Wissenschaftsministerium für Erdbebenforschung ging zu dem Zeitpunkt davon aus, dass die Region in den nächsten Jahren von einem schweren Tsunami getroffen wird. Im März ging TEPCOs Tochtergesellschaft von einem Tsunami aus, der mindestens eine Höhe von 15,7 Metern hat.

Angeklagte weisen jede Schuld von sich

Im Juli 2008 gab Muto allerdings bekannt, dass er die Schätzung nicht übernimmt, und lehnte den Bau einer Ufermauer ohne weitere Erklärungen ab. 2011 traf das Kraftwerk eine Welle von 15,5 Metern Höhe. Vor Gericht plädierten Muto und die anderen Angeklagten auf nicht schuldig, da es sich 2008 schließlich nur um eine Schätzung gehandelt hatte. Wieso sie diese allerdings komplett ignorierten, sagte keiner der Beteiligten.

Der Prozess gegen die drei Männer läuft seit Juni letzten Jahres. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die neueste Aussage wird allerdings dem Fall eine positive Wendung für einen Schuldspruch geben. TEPCO musste in den letzten Jahren mehrmals Schadensersatz an Angehörige und Betroffene zahlen. Zuletzt verpflichtete ein Gericht das Unternehmen zu einer Zahlung von circa 811.820 Euro an 110 Menschen, die sich 2011 selbstständig evakuierten.

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