Ninja die Schattenkrieger aus Japan

    Heute erzähle ich euch etwas über die Ninja ( 忍者), auch Shinobi (忍び) genannt, die Schattenkrieger Japans. Sie lauern in der Dunkelheit, aus der sie Verderben und Tod bringen, manchmal aber auch nur etwas stehlen.

    Diebe, Meuchelmörder, Attentäter, Spione, sie sind sicherlich nichts was andere Ländern nicht auch haben, aber die Ninja heben sich ab. Die Organisationen der Ninja stammen aus Japan und folgen einem eigenen Kodex, wie es ihn nur dort gibt.

    Die Geschichte

    Zum Wesen der Ninja/Shinobi gehört das sie strikte Geheimhaltung, als wichtige Tugend ansehen. Somit ist es wiederum nicht leicht zu sagen wann sie das erste mal wirklich aufgetaucht sind.

    Richtig ist, das der große chinesische Heerführer Sun Tzu schon ein Kapital der Spionage gewidmet hat, in seinem Werk Die Kunst des Krieges. Es ist auch bekannt das dieses Werk seinen Weg nach Japan gefunden hat und so wird vermutet, das seine Strategien mit den Ausschlag gegeben haben könnten, für die Nutzung von Kundschaftern oder Spionen.

    So kam es das Prinz Shōtoku Taishi zwischen 593 bis 622 als erster Herrscher die Spionage zu seinen Vorteil genutzt hat. Ihm schreibt man es zu, das er die Begriffe Ninjutsu oder auch Shinobi-no-jutsu geprägt hat, wenn auch nicht in dem Sinne wie wir sie kennen, sondern eher durch starke Nutzung von Kundschaftern. Auch dies ist wieder eine Vermutung, die Geheimhaltung hat in Japan so gut funktioniert das es schwer ist an Wissen aus den Anfängen zu gelangen. Aber es war trotzdem ein Weg eingeschlagen und dieser hat sich in der Heian-Periode von 794 bis 1192 erweitert. So fand sich in den Kriegsstrategien der Bushi immer mehr auch das Ninjutsu wieder und wurde spezialisiert. Zu dieser Zeit wurde auch das Insei System von Shirakawa eingeführte, somit wird stark vermutet, dass die Ninja der Heian-Periode aus den Reihen der Sōhei und Yamabushi rekrutiert wurden.

    Im 12.Jahrhundert kam es dann zum Aufstieg des Militäradels und damit auch zu der Einstellung von Ninja. Allerdings nannte man sie noch nicht so, ihren Namen waren Rappa, Kusa, Suppa, immer daran angepasst was ihre Aufgabe ware, also Sabotage, Attentate oder Aufklärung. Die Samurai gab es natürlich auch, aber sie waren für Missionen dieser Art nicht da.
    Erste Beweise auf die Existenz der Ninja finden sich um das 15. Jahrhundert herum. Interessant ist hierbei, das sich die Aktivitäten um die Regionen Iga und Koga konzentriert haben. Zu dieser Zeit waren die Aufgaben eines Ninja schon eindeutig in die Kriegsführung eingegliedert. Zum einen ging es um Spionage und Sammeln von Informationen, aber auch Diebstahl wichtiger Gegenstände und hinterhältiger Mord gehörten zu ihren Aufgaben. Damit war aber für die Krieger in Schwarz nicht das Ende erreicht. Auch als Söldner dienten sie oftmals einem Daimyo. Eigentlich etwas was in japanischen Streitkräften nicht vorkam, allerdings konnte keine Daimyo zulassen, das seine ehrbaren Samurai zwielichtige Aufgaben erledigen und damit ihren, sowie seinen Ruf befleckten. So waren die Ninja die einzigen Söldner im alten Japan.

    Wie die Samurai ihrem Ende zugingen, taten es auch die Ninja. Ihre Hochzeit kann man zwischen dem 15.Jahrhundert bis fast zum 17.Jahrhundert ansiedeln. Ob sie danach noch in ihrer eigentlich Form Verwendung hatten ist nicht direkt belegt. Allerdings ist im neuen Japan ohne Kriege, auch kein Platz mehr in dem Sinne für die Schattenkrieger gewesen. So sind sie heute eine Legende, aber ihre Kampfkunst hat überlebt. In vielen Ländern ist es im 21.Jahrhundert möglich Ninjutsu zu erlernen. So turnen heute des Nachts vielleicht keine Ninja mehr über Dächer, aber ein Teil ihres Erbes hat überlebt.

    Legende durch Tricks und Technik

    Ninja sind legendäre Krieger mit Kräften jenseits des Menschenmöglichen. Sie können Fliegen und wie Spinnen die Mauern emporklettern. Manchmal wurden sie auch mit Dämonen gleichgesetzt, aber wie kam es dazu?
    Diese Frage lässt sich einfach beantworten, sie hatten spezielle Techniken und Hilfsmittel. Durch ihre Geheimhaltung wusste das normale Volk nicht davon und selbst wenn mal ein Ninja gefangen genommen wird, kein Daimyo wird dem einfach Volk erzählen wie es am besten in seine Burg eindringen kann. Zudem wäre auch die Frage, nur weil man das Werkzeug hat, kennt man damit nicht auch deren nutzen.

    Eine der Legenden besagt das Ninja fliegen können. Zum einen lag dies an einer Sprungtechnik die nur Ninjas erlernten, weswegen man dachte sie können fliegen. Zum anderen lag es an simplen Tricks. Wie kommt man über eine 2-3 Meter hohe Mauer ohne Leiter?
    Hier gab es mehrere Tricks, einerseits die zwei Mann Methode, der leichtere steht auf den Händen des stärken, dieser nimmt zur Mauer hin Anlauf und stößt den Krieger auf seinen Händen hoch. Bis eine Wache über die Mauer sehen kann ist der andere weg, spuren einer Leiter gibt es nicht. Ergo der Ninja ist geflogen. Eine ähnliche Methode gibt es auch mit drei Ninja, hierbei wirft einer und einer drückt nach, Effekt ist der gleiche. Eine weitere Methode ist die menschliche Pyramide, der größte steht vorne an der Mauer, hinter ihm zwei die einen Buckel machen. Der vierte Ninja springt über die ersten beiden, auf die Schulter des ersten und stößt sich dann selber ab. Bedenkt man das alles im dunklen stattfindet und die weichen Sohlen nur Spuren hinterließen die leicht zu verwischen waren, erklärt es den glauben des fliegenden Ninja.
    Ebenso wurden auch Flüsse einfach überquert wenn sie nicht tief waren. Hierbei kam eine lange Stange mit Speerspitze zum Einsatz, dass Ende war ca. in der Mitte im Fluss gedrückt und verblieb danach auch dort. Ähnlich wie ein Stabspringer hat sich der Ninja nun mit dem langen Stab über den Fluss geholt ohne Nass zu werden ohne Lärm durch Wasser zu machen, zudem wären nasse Sohlenabdrücke verräterisch gewesen. Das wichtigste Element im Wasser könnte niemand finden, das es danach dort verblieb und vom Schlamm verdeckt war. Die Logik sagte ja, das der dünne Schaft vom Speer in Wasser versunken wäre beim Sprung. Auch hier der Rückschluss ein Ninja kann fliegen.

    Auch beim Klettern hatten die Ninja Hilfswerkzeuge, da man sie im dunklen nicht gesehen hat und die Sachen klein genug waren um sie dann nach erklimmen zb. im Plumpsklo verschwinden zu lassen, konnte kaum jemand erklären wie sie die Mauern erklommen haben. Fakt ist, das hier unterschiedliche Klauen aus Metal mit harten spitzen zum Einsatz kamen. Damit konnte der Ninja in die Risse zwischen den Steinen greifen und langsam eine Mauer erklimmen. Da niemand daran glaubt das so was schaffbar ist, schaut ja auch keine Wache über die Mauer. Teilweise wurden aber auch ihre Waffen genutzt um beim klettern zu unterstützen, am Ende waren Waffen nur Werkzeuge.
    Bei lockerem Steinwerk kam manchmal auch ein Grabwerkzeug zu Einsatz um ein Loch zu schaffen, durch das der Ninja dann gekrochen ist. Da damit nur der Mörtel bearbeitet worden ist, war auch damit klar das es ein Wesen mit übernatürlicher Kraft gewesen sein muss, da sich einen Weg geschaffen hat.
    Übrigens waren der gute alte Bambus- oder Holzzaun ein gefundenes Klettergerüst, hier konnte der Ninja mit einfach gebogenen Werkzeugen und/oder Waffen arbeiten und das Werkzeug/ die Waffe durch die Lücken wieder an sich nehmen und zum weiteren verwenden, womit wieder verschleiert wurde wie er hineinkam, weil Waffen sind ja keine Werkzeuge.

    Die damaligen Häuser waren dann Ideal zum spionieren. Der Ninja in Ruhe draußen sitzen und durch ein angelegtes Bambusrohr hören was drin gesprochen wurde, so was kennen wir heute alle. Alternativ gab es eine Y förmige Gabel aus Metal mit dicken Holz am Ende um zwei Bretter leicht zu spreizen zum zuhören oder auch um den unachtsamen Samurai der an der Wand lehnt mit einem spitzen Gegenstand, mit etwas Gift darauf zu töten, während dieser nur denkt er hat sich an einem Holzspan gestochen.
    Für Einbrüche in Gebäude wo niemand drin ist, gab es sogar Sägen zum zusammenklappen um einen Eingang zu schaffen.

    Es gibt noch dutzende von Leitervorrichtungen, Kletterhilfen, Schwimmvorrichtungen und Werkzeugen, die Ninja benutzt haben. So sind die Legenden um diese Krieger am Ende nur entstanden durch die Erfindungen, die einem Ninja unmögliches möglich machten. Die strikte Geheimhaltung hat dann nochmals zu der Bildung der Legenden beitragen, da niemand ihre Tricks kannte, der nicht ihren Organisationen angehörte.

    Wissenswertes

    Ninja und Samurai haben beide die gleiche Hauptwaffe genutzt, nämlich das Katana. War die spitze beim Katana leicht abgerundet, kam beim Ninja Katana gern die eckige Tanto Form zum Einsatz, zudem war es in der Form deutlich gerader. Für einen Ninja war sein Schwert Waffe und Werkzeug, so nutzte man es für verschiedenste Aufgaben und es war anteilig zerlegbar.

    Auch Ninja haben Rüstungen verwendet, sie werden zwar oft nur in schwarzen Stoffanzügen gezeigt, darunter wurde aber gern ein extrem dünnes Kettenhemd getragen oder eine spezielle Rüstung, bei der auf dickeren Stoff dünne Metallplatten genäht wurden.
    Zwar sind sie nicht mit den Rüstungen der Samurai zu vergleichen, da hier mehr Wert darauf gelegt wurde das sie leicht sind und keinen Lärm verursachen, trotzdem hatten sie einen gewissen Schutz geboten. Dadurch das man die Rüstung nicht offen getragen hat, sollten einige Gegner ziemlich erschrocken sein, als sie den dünnen Stoff mit ihrem Katana zerschnitten und nicht gleich Blut lief. Auch hier war tarnen und täuschen eine mächtige Waffe.

    Die Dörfer der Ninja waren oftmals getarnt und sahen wie einfache Farmen von Reisbauern aus. Die Gebäude selber verfügten über unzählige verstecke für Waffen und Werkzeuge, oftmals gab es sogar Geheimgänge.

    Die damaligen Zen-Bettler mit ihren Papierkorb-Hut waren eine perfekte Tarnung für den Ninja. Ihr Gesicht war durch diesen Hut kaum zu erkennen und so konnte er als gläubiger Mann ungehindert, sowie unerkannt reisen. Auch andere Gewänder von Mönchen wurden gern genutzt, da niemand einen Mann des Glaubens als Ninja vermuten würde.

    Das Fazit zu den Schattenkriegern

    Die Schattenkrieger sind auch heute noch lange nicht Tot, ihre Legenden bestehen bis zum heutigen Tage und sie haben eine Faszination auf viele Menschen. Sie haben nicht nur Manga und Anime inspiriert, vielmehr gibt es zahlreiche Verfilmung aus Japan, aber auch Hollywood hat sich schon mehrfach dem Thema angenommen. Mit der Anime-Serie Naruto ist der Ninja im Anime auch in Deutschland bekannt geworden.

    Neben ihren ganzen Tricks und Techniken haben die Ninja auch noch viele Waffen, die damals nur von ihnen genutzt worden sind, wie Wurfsterne, Kunai, Wurflanzen. Neben dem Katana kamen noch Kama, Kusarigama, Lanzen und andere Waffen zum Einsatz. Alle ebenso speziell wie ihre Kampftechnik und oft daraus ausgelegt dem Katana und der Rüstung des Samurai, ihrem Hauptgegner etwas entgegensetzen zu können. So war der Ninja neben seinem Erfindungen, den akrobatischen Leistungen auch noch ein Meister der Waffenkunst.
    Bedenkt man nun die Alchemisttischen Fähigkeiten der Schattenkrieger, da sie gern Gift verwendet haben und Pulver zum Blenden der Gegner. Man könnte noch Stunden ausholen. Halten wir nur fest, die Ninja waren anteilig wirklich begabte Alchemisten.

    Man kann es schon verstehen, warum viele Menschen fasziniert sind. Die Beschreibung des Ninja wäre ungefähr so, Alchemistfischer akrobatischer Waffenmeister Krieger der Schatten und Meister der Täuschung. Zudem beschreibt das nur im groben die Kenntnisse der Ninja, zudem mussten sie auch Handwerker sein um ihre Waffen und Werkzeuge herzustellen, sowie zu reparieren. Für ihre Tarnungen war es dann aber nötig dassie ebenso Bauern sind und genau Wissen wie sich wandernde Mönche verhalten.
    Ein Ninja zu sein hieß nicht nur spezialisiert zu sein in einem Gebiet, man musste vieles können und das eigentlich alles auch noch perfekt. So sieht man, das Leben als Ninja war nicht einfach oder leicht und deutlich schwerer als das der Samurai, die im Gegensatz zu ihen Anerkennung bekamen und oft hohe Ränge in der Gesellschaft erlangen konnten, während sie ihr Leben im Schatten verbracht haben.

    Es ist unmöglich alles an Wissen zusammen zu fassen und am Ende ist dies auch nur ein kleiner Überblick über die Schattenkrieger und ihre geheimen Künste. Wer wer wissen möchte, der sollte eine Bücherei und/oder Buchhandlung aufsuchen. Es gibt viele gute Werke, in denen ausführlich und detailliert über Ninja berichtet wird.

    Für euch der Drachenwolf

     

     

     

     

     

     

     

     

    Bildquelle: Wikipedia