Perioden der japanischen Geschichte #4 – Kamakura

Hier im vierten Teil der Reihe „Perioden der japanischen Geschichte #4 – Kamakura“ geht es um die ereignisreiche Periode Kamakura, welche bis in das 14. Jahrhundert reicht. In dieser Periode wird unter anderem Minamoto no Yoritomo zum Shogun ernannt, und Japan zum Ziel der Mongolen. Zum Teil 3 über die Perioden Nara und Heian gelangt ihr hier.

Das neue Kamakura Shogunat unter Minamoto no Yoritomo, gegründet im Jahr 1192, erwies sich im Vergleich zur alten Regierung in Kyoto durch die einfachere Organisation als deutlich effizienter. Doch schon kurz darauf sollte ein neuer Machtkampf zwischen dem Kaiserlichen Hof in Kyoto und dem Kamakura-Shogunat, und damit dem regierenden Clan der Hojo ausbrechen, nachdem Minamoto no Yoritomo 1199 verstarb.

Minamoto no Yoritomo
Minamoto no Yoritomo [Public domain] via Wikimedia Commons
Die Auseinandersetzung fand ihren Höhepunkt im Joukyuu-Krieg im Jahre 1221, als die kaiserlichen Streitkräfte Kamakura unterlegen waren, und der Hojo-Clan somit nun über ganz Japan herrschte. Nach dem Sieg verteilten die regierenden Clanführer der Hojo das im Krieg neu akquirierte Land strategisch clever unter dem Adel auf, und sicherten sich dadurch die Loyalität nahezu aller einflussreichen Japaner. Dem japanischen Kaiserhof wurde nach der Niederlage jegliche regierende Funktion entzogen.

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In den Zeiten des Kamakura-Shogunats blieb der Einfluss aus China noch immer spürbar groß. Buddhistische Sekten wie beispielsweise die Zen-Sekte fanden ab dem Jahr 1191 eine Vielzahl an neuen Anhängern in Japan, wovon viele aus der Klasse der Samurai stammten. Nach den Lehren des Zen kann jeder Mensch durch Selbstdisziplin und Meditation Erleuchtung erlangen.

Die Herrschaft der Hojo brachte über einige Jahrzehnte Frieden und Wirtschaftswachstum über Japan. Dies zog die Aufmerksamkeit der Mongolen an, die zu der Zeit (~Jahr 1259) China erfolgreich erobert haben. Man zeigte „Interesse“ am Land der aufgehenden Sonne. Selbstsicher ließen sie der japanischen Regierung Nachrichten zukommen in welchen es unter anderem hieß, dass Japan die Möglichkeit habe, sich direkt freiwillig zu ergeben und sich dem Mongolischen Imperium anzuschließen. Sollten die Japaner dieses Angebot ablehnen, so drohten die Mongolen damit, Japan gewaltsam zu erobern. Unbeeindruckt wurden diese bedrohlichen Nachrichten vom Kamakura-Shogunat ignoriert.

Kamakura und die Bedrohung durch die Mongolen

Die Mongoleninvasion
Die Mongoleninvasion – By Kawashima Jimbei II (1853 – 1910) – Workshop (Japanese)Details of artist on Google Art Project [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons
So kam es 1274 zur ersten Mongoleninvasion auf Kyushu, der südlichsten Japanischen Hauptinsel. Doch bereits nach einigen Stunden der Auseinandersetzung waren die Mongolen aufgrund der schlechten Wetterbedingungen auf See dazu gezwungen den Rückzug anzutreten. In einer offenen Schlacht wären die japanischen Truppen den zahlentechnisch und kriegstechlologisch überlegenden Mongolen ausgeliefert  gewesen. So dankte man in Japan den Göttern, die auf der hohen See den „göttlichen Wind“ (jap. 神風 – Kamikaze) zugunsten der japanischen Armee herbeiriefen.

Dank zahlreichen Vorbereitungsmaßnahmen waren die Japaner im Jahr 1282 in der Lage, der zweiten Mongoleninvasion mehrere Wochen entgegenzuhalten. Doch auch dieses Mal war den Japanern das Glück hold, denn wieder waren die Mongolen aufgrund von extremen Wetterbedingungen auf See dazu gezwungen sich zurückzuziehen. Für die Japaner war klar: auch dieses Mal eilten ihnen die Götter der Seen zur Hilfe. Man war für eine dritte Invasionswelle in Alarmbereitschaft, doch schon bald ergaben sich für die Mongolen viele Probleme in ihren eigenen Ländern, sodass sie von einem dritten Invasionsversuch abließen.

Während der gegenwärtigen Bedrohung der Mongolen traf das Shogunat viele Kriegsvorbereitungen, welche sich für Kamakura fatal auswirkten. Viele Jahre mit Unsummen an Militärausgaben und Einnahmen, die in Relation irrelevant sind, resultierten in gravierenden finanziellen Problemen.

Kaiser Go-Daigo
Kaiser Go-Daigo – By known [Public domain], via Wikimedia Commons
Viele loyale Krieger die für Kamakura kämpften erwarteten ihre Belohnung, die das Shogunat schlicht nicht bezahlen konnte. Die damit verlorengehende Loyalität der Einflussreichen war ein bedeutender Grund für den Fall des Kamakura-Shogunats. Bis in das Jahr 1333 schwund die Macht der Hojo so sehr, dass Kaiser Go-Daigo die kaiserliche Macht wiederherstellen, und das Kamakura-Shogunat stürzen konnte.

Und mit diesem Einschnitt schließe ich die Kamakura-Periode ab. Im 5. Teil wird die Muromachi-Periode thematisiert, ich freue mich auf euch!

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