Rückblick auf das Tohoku Erdbeben am 11.März 2011

    Tohoku Erdbeben
    © RT.com

    Heute vor genau vier Jahren war das große Tohoku Erdbeben an der Ostküste Japans. Wir blicken noch einmal zurück.

    Am 11.März 2011 um 14:46 Uhr Ortszeit ereignete sich in Japan das stärkste Erdbeben des Landes seit der Erdbebenaufzeichnung. Mit einer Stärke von 9.0 Mw kam es zu einem Seebeben im Pazifik, vor der Tohoku Küste, im Osten des Landes. Das Epizentrum befand sich 130 km östlich von Sendai, 400 km nördlich von Tokio.
    Das Beben war so stark, dass es in sehr vielen Teilen Japans, die weiter weg liegen, noch spürbar war.
    Als es nach ca. 5 Minuten wieder ruhig wurde, atmeten alle erleichtert auf, doch ahnten sie nicht, welche Auswirkungen dieses Beben noch haben würde. Dies war erst der Anfang einer 3-fachen Katastrophe, die viel Leiden und Qualen mit sich brachte und das Land, aber auch die Welt, veränderte.
    Hunderte Nachbeben sollten danach noch weiterhin das Land erschüttern.

    Heute vor genau 4 Jahren ereignete sich diese Katastrophe. Dieser Artikel dient dazu, noch einma zurückzublicken, was damals geschah und welche Ausmaße dieses Beben mit sich brachte.
    Gleichzeitig wird auch erläutert, was sich in den vier Jahren getan hat und dass es noch viele Menschen gibt, die die Opfer weiterhin unterstützen und ihnen unter die Arme greifen.
    Ihr werdet sehen, dass die Menschen in den betroffenen Gebieten nach all diesen Ereignissen nicht aufgegeben haben und versuchen aus dem, was sie haben, das Beste zu machen.

    11.März 2011 – Die ganze Welt schaut zu, wie die Erde bebt

    Tohoku Erdbeben
    © AP / Press Association Images

    Viele werden sich vielleicht noch ganz genau an diesen Tag erinnern. Was sie getan haben, als sie in den Nachrichten davon erfuhren oder auch wie die Tage danach für sie aussahen.
    Für mich selbst waren es Tage, die ich wohl nicht so schnell vergessen werde und wenn ich selbst daran zurück denke, fühlt es sich irgendwie wie gestern an.
    Jemand sagte zu mir „Japan geht unter. Da gab es ein Erdbeben“. Ich dachte persönlich erst, dass das vollkommen übertrieben gesagt war und das es ja leider nichts abnormales ist, dass sich ein Erdbeben in Japan ereignete. Ich hatte nicht geahnt, welche Bilder ich wenige Stunden später im Fernsehen erblicken würde.

    Tohoku Erdbeben
    © WorldVision

    Um 14:46 Uhr Ortszeit blieben viele Uhren im Osten des Landes stehen. Ein Beben der Stärke 9.0 Mw ereignete sich an einem bis dahin ruhigen Freitag Nachmittag. Lange 5 Minuten dauerte das Beben an.
    Einige Minuten später erreichten hohe Tsunami-Wellen die Küste und zerstörten somit viele Städte und Landschaften. Die Wellen begruben alles, was sich ihnen in den Weg stellte. Viele Menschen waren trotz funktionierenden Tsunami-Warnsystems unvorbereitet auf diese Situation, hatten nicht mehr genug Zeit, um hoch in die Wälder oder auf erhöhte Häuser zu fliehen.
    Viele verloren an diesem Tag ihr Leben, darunter auch zahlreiche Kinder.
    15.887 Menschen wurden als tot gemeldet, 6.150 wurden verletzt und 2.615 gelten als vermisst (Stand Juni 2014). 375.000 Gebäude wurden zerstört. 470.000 Menschen kamen in den nachfolgenden Tagen in Notunterkünften unter, doch es herrschte Wasser- und Nahrungsmangel.
    Von vielen tragischen Geschichten wurden in Fernsehen und Zeitungen berichtet. Ich selbst habe viele traurige Dokumentationen auf NHK World gesehen, die mich alle sehr erschüttert haben.

    Auch in Tokio herrschte nach dem Beben Chaos, auch wenn dort kein verheerender Tsunami folgte. Gebäude wurden beschädigt und gerieten in Brand, die Spitze des Tokyo Towers war verbogen, das Verkehrsnetz wurde komplett lahm gelehnt, sodass viele Menschen erst Stunden später nach Hause kamen. Viele Haushalte hatten keinen Strom was dazu führt, dass viele die schrecklichen Ausmaße an der Ostküste erst am nächsten Tag erfuhren.

    Fukushima Daiichi

    Kernkraftwerk Fukushima
    Kernkraftwerk Fukushima

    Die Tsunami-Welle traf auch auf mehrere Atomkraftwerke des Landes.
    Der japanische Kernkraftwerksbetreiber Tokyo Electric Power Company (TEPCO) meldete um 15:42 Uhr das erste Mal einen nuklearen Notfall im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi. Um 19:03 Uhr wurde der nukleare Notstand ausgerufen. Seit diesem Augenblick blickte die Welt auf Fukushima. Dieser Name würde sich in jeden einbrennen und auch das Denken vieler Länder hinsichtlich Atomenergie verändern.

    Die Menschen schwankten zwischen Bangen und Hoffen. Die Welt wurde in Atem gehalten durch die Angst, dass Japan vollkommen radioaktiv verseucht wird, dass die Mega-Metropole Tokio möglicherweise evakuiert werden müsse und vielleicht nicht mehr bewohnbar wäre.
    Viele Meldungen gingen an diesen Tagen durch die Weltpresse. Auf den Nachrichtensendern sah man immer Live-Bilder aus Fukushima-Daiichi. Es wurde von einem nuklearen Countdown gesprochen. Schlagzeilen, dass Tokio eine Geisterstadt sei, gingen überall umher.

    Ich weiß nicht, wie es euch es bei diesen Nachrichten ging, doch mir machten solche Nachrichten unglaublich viel Angst und es waren wirklich schreckliche Tage, wo meine Gedanken nur in Japan waren.
    Schnell wurde auch klar, dass die Weltpresse aus diesen Meldungen eine Sensation machen wollte und es immer wieder aufbauschte. Ich hörte, dass sogar teilweise falsche Informationen in der Deutschen Presse verbreitet wurden, worüber Japan nicht sonderlich erfreut war. Dass Tokio einer Geisterstadt glich, war beispielsweise vollkommen übertrieben, auch wenn die Stadt in diesem Augenblick nicht so war, wie viele sie kannten.
    Natürlich gingen auch Stimmen herum, dass die japanische Regierung ihre Situation nur verschleiere und verharmloste. Aber obwohl solch eine 3-Fach Katastrophe sich in diesem Land ereignete, gab es keine unglaubliche Massenpanik, und da muss man einfach sagen, Hut ab.
    Anstatt zu denken, dass sie ihre Situation verharmlosen, dachte ich einfach nur, dass Japaner nie aufgeben und sehr stark sind.

    Im Laufe der Zeit hörte man auch öfter von den Personen, die Tag und Nacht im Kernkraftwerk versuchten das Schlimmste abzuwenden. Viele stellten sich freiwillig, um ihr Land vor einer noch größeren Katastrophe zu bewahren.
    Fukushima Daiichi schaltete drei Blöcke aus, in Fukushima Daini waren es vier Blöcke. Nach der Abschaltung kam es zu Störfällen, die Kühlgeneratoren funktionierten nicht mehr. Es kam zu Explosionen.
    Am 12. April 2011 wurde der GAU verkündet.
    Die radioaktive Wolke wurde größtenteils auf den Pazifik hinausgetrieben.
    Zunächst wurde eine Evakuierung der Bewohner im Umkreis von 2 Kilometer verordnet. Der Premierminister erweiterte die Evakuierungszone schrittweise, bis sie 20 Kilometer betrug.
    Im Laufe der Monate und Jahre hörte man öfter von weiteren Störfällen, von Austreten radioaktiven Wassers und ähnlichem. Noch heute kämpft man mit diesen Störfällen im Kernkraftwerk Fukushima.

    In wie weit die ganzen Informationen rund um das Thema Radioaktivität und Atomkraftwerke, die die japanische Regierung oder die Weltpresse herausgaben, wirklich stimmen, möchte ich jetzt nicht diskutieren. Dies wäre ein Thema für sich. Möglicherweise erfahren wir die ganze Wahrheit nie.
    Fakt ist, dass noch heute, vier Jahre später, viele Menschen mit den Folgen dieser großen Katastrophe, die sich am 11.März 2011 ereignete, zu leiden haben.

    Doch man muss hier erwähnen, dass sich das Land Tag für Tag erholt, dass die Katastrophengebiete bereits voran gekommen sind, dass die Menschen dort auch wieder Lachen können und versuchen ein normales Leben zu führen, obwohl sie viele Menschen, die an diesem Tag ihr Leben verloren, vermissen, viele Erinnerungen wie Fotos oder das eigene Zuhause für immer fort sind.
    Sie versuchen einen Neuanfang mit dem, was sie haben und mit der Hilfe, die sie von anderen erhalten.