Uji – ein Ort, zwei Arten des Genusses

    Uji - ein Ort, zwei Arten des Genusses
    Uji - ein Ort, zwei Arten des Genusses / sumikai.com/Maiya Toshinori

    Uji war in der Heian-Zeit für den Adel Kyotos eine Art Sommerkurort, an dem sie ihre Villen bauten. Wenn man diese Stadt mit den schönen und vielfältigen, geschichtlichen Gebäude und der unvergleichbaren Landschaft Kyotos vergleicht, so besitzt Uji einen eher ländlichen Charme.

    Der berühmteste Tempel in Uji(宇治) ist die Phönixhalle im Byōdōin(平等院鳳凰堂). Nicht nur auf Bildern, sondern auch in Realität ist er so unglaublich schön anzusehen, dass ich nicht darum herum kommen ihn vorzustellen. Der Tempel wurde durch einen Auftrag des mächtigen Fujiwara no Yorimichi(藤原頼吉) erbaut. Dieser hatte im Traum das Reine Land(極楽浄土), das buddhistische Paradies, erblickt und sah dies als Zeichen Buddhas dafür, einen Tempel erbauen lassen zu müssen.

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    Der Byōdō-in
    Der Byōdō-in / sumikai.com/Maiya Toshinori
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    Im Garten des Byōdō-in
    Im Garten des Byōdō-in / sumikai.com/Maiya Toshinori
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    Das Dach des Byōdō-in
    Das Dach des Byōdō-in / sumikai.com/Maiya Toshinori
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    Ich denke, dass man Uji die Zeit anders verbringen sollte als in Kyoto. In Kyoto gibt es viele geschichtsträchtige Orte und verschiedene Geschichten zu erleben, während man Uji eher als eine Stadt mit nur einer Geschichte verstehen kann. Diese Geschichte ist ein vor mehr als 1000 Jahren entstandener Liebesroman – das Genji-Monogatari(源氏物語) (Die Geschichte vom Prinzen Genji). Ich denke, dass aber nur die wenigsten Leute, die nach Uji kommen, das Genji-Monogatari tatsächlich gelesen haben. Deshalb werde ich zwei verschiedene Rundgänge vorstellen. Für die Leser, die das Buch nicht gelesen haben, empfehle ich, zur Zeit der Kirschblüte nach Uji zu kommen.

    Der Genji-Rundgang
    Im Genji-Monogatari verliebt sich Kaoru(薫), ein Prinz des Genji-Klans, in Ukifune(浮舟), eine illegitime Tochter eines Adligen. Sie führten eine sehr unstete Beziehung. Am Ende der Geschichte, versuchte sich Ukifune im Uji-Fluss (宇治川) zu ertränken, scheiterte jedoch und entscheidet sich danach für ein Leben im buddhistischen Kloster. Über diese Liaison gibt es in Uji viele Ausstellungen, in denen auch der Konflikt der beiden Herzen dargestellt wird. Der Fluss beherbergt viele Erinnerungen dieser Hauptcharaktere. Diese können wir heutzutage, 1000 Jahre später, noch immer mit ihnen teilen, z.B. indem wir dem Aufstieg zum Tempel folgen.

    Ein Spaziergang entlang der Sandbank mit ihren großen, alten Kirschbäumen lässt uns ebenfalls an Kaoru und Ukifune erinnern. Man kann unter den Sakura-Bäumen einen schöne und ruhige Zeit verbringen, so als wäre man selbst in er Heian-Zeit. Läuft man ein bisschen weiter, gelang man an den Ishikami-Schrein(石神神社) mit seinem Genji-Monogatari-Museum. Hier kann man mehr über die Geschichte des Prinzen Genji und den Alltag des japanischen Adels erfahren.

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    Das Genji-Museum in Uji
    Das Genji-Museum in Uji / sumikai.com/Maiya Toshinori
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    Der Uji-Kawa
    Der Uji-Kawa / sumikai.com/Maiya Toshinori
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    Entspannende Aussicht am Uji-Kawa
    Entspannende Aussicht am Uji-Kawa / sumikai.com/Maiya Toshinori
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    Der Entspannungs-Rundgang
    Wenn man den Aufstieg zur Phönix-Halle entlang folgt, kann man viele Kunstgegenstände aus Kyoto entdecken. Alleine diese einzeln zu betrachten ist schon ein Erlebnis an sich.

    Etwa auf der Hälfte des Weges gibt es direkt an der Straße ein Geschäft, das Nakamura Toukichi (中村藤吉) heißt und Süßspeisen aus Matcha (抹茶) verkauft. Da sie den wertvollen Tee enthalten, sind diese Süßigkeiten sehr kostbar. Wenn man am Fluss sitzt und z.B. das sehr leckere Matcha-Eis genießt, so vergeht die Zeit wie im Flug. Uji ist als Herkunft des Matchas weltweit bekannt. Ich finde persönlich, dass die Matcha-Süßspeisen aus Uji besser schmecken als die aus Kyoto.

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    Das Matcha-Süßwaren-Geschäft "Nakamura Tōkichi"
    Das Matcha-Süßwaren-Geschäft „Nakamura Tōkichi“ / sumikai.com/Maiya Toshinori
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    Matcha-Eis
    Matcha-Eis / sumikai.com/Maiya Toshinori
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    Matcha-Kakigoori (Splitter-Eis)
    Matcha-Kakigoori (Splitter-Eis) / sumikai.com/Maiya Toshinori
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    Wohnhäuser und Geschäfte entlang des Uji-Kawa
    Wohnhäuser und Geschäfte entlang des Uji-Kawa / sumikai.com/Maiya Toshinori
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    Neben der Phönixhalle gibt es ein Museum, in dem geschichtsträchtige Originale zunächst restauriert und danach ausstellt werden. Doch es gibt noch mehr zu sehen als dieses Museum und die Phönixhalle. Auch die kleinen Nebengassen bieten viel zu besichtigen. Zusätzlich gibt es noch den Park direkt am Flussufer, der zu jeder Jahreszeit zum Verweilen einlädt. Besonders schön sind die großen Kirschbäume (桜) mit ihren hängenden Ästen. Wenn man im Frühling bei voller Blüte (満開) unter ihnen sitzt, dann fühlt man sich wie im Himmel. Sie übermitteln ein Gefühl der Reinheit und Schönheit und man selbst saugt das Glück aus den Bäumen in sich auf.

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    Spaziergang unter Sakura
    Spaziergang unter Sakura / sumikai.com/Maiya Toshinori
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    Menschen entspannen am Uji-Kawa
    Menschen entspannen am Uji-Kawa / sumikai.com/Maiya Toshinori
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    Sakura am Ufer des Uji-Kawa
    Sakura am Ufer des Uji-Kawa / sumikai.com/Maiya Toshinori
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    Ruhe und Entspannung am Fluss
    Ruhe und Entspannung am Fluss / sumikai.com/Maiya Toshinori
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    Ein alter Kirschbaum mit hängenden Ästen
    Ein alter Kirschbaum mit hängenden Ästen / sumikai.com/Maiya Toshinori
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    Ein Himmel aus Kirschblüten
    Ein Himmel aus Kirschblüten / sumikai.com/Maiya Toshinori
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    Auch der Spaziergang am Flussufer ist sehr erfüllend. Auf der einen Seite reihen sich viele Restaurants aneinander, die Küche aus Kyoto anbieten. Dort kann man wenn man hungrig ist eine leichte Mahlzeit zu sich nehmen. Und auch das angerichtete Essen ist ein Schmaus für die Augen.

    Egal zu welcher Jahreszeit, Uji ist immer einen Besuch wert. Am schönsten ist es jedoch zur Kirschblüte in die Hauptstadt des Tees zu reisen.

    Wer sich weiter informieren möchte, für den habe ich noch folgende Links:

    Das Genji-Monogatari

    Das Genji-Museum

    Weitere Sehenswürdigkeiten in Uji

    Anfahrt