Valentinstag in Japan

    Der Tag, an dem sich alles um Schokolade dreht

    Valentinstag in Japan | © Sumikai.com/Claudia Yoko-chan
    Valentinstag in Japan | © Sumikai.com/Claudia Yoko-chan

    Der 14. Februar ist weltweit als Valentinstag – der Tag der Liebenden – bekannt. So natürlich auch in Japan, doch hier wird es etwas anders als im Rest der Welt gefeiert.

    Einen ersten Versuch den Valentinstag in Japan einzuführen startete 1936 die Konditorei Morozoff in Kobe, die sich allerdings mehr an die dort lebenden Ausländer richtete. Doch erst in den 1960er Jahren entwickelte sich allmählich der aus den USA übernommene Brauch, nachdem der bekannte Süßwarenhersteller Morinaga begann dafür zu werben. In Japan spielt an diesem Tag Schokolade die größte Rolle, die nur von den Frauen an Männer übergeben wird. Mit der Zeit haben sich verschiedene Arten dieser Schokoladengeschenke entwickelt, wovon wir euch hier ein paar kurz vorstellen werden.

    Honmei Choco (本命 チョコ)
    Die Honmei-Schokolade richtet sich an seinen Favoriten (本命) und wird dementsprechend an den Partner oder den Schwarm überreicht. Diese kommt dem westlichen Brauch also ziemlich gleich. Oftmals gestehen Frauen deshalb am Valentinstag ihrer heimlichen Liebe ihre Gefühle. Es handelt sich hierbei meist um eine teuer und exklusive Schokolade. Allerdings nutzen viele Frauen auch die Chance die Schokolade selbst herzustellen. So kann man sehr gut ausdrücken, dass sie von Herzen kommt. Es werden hierfür sogar besondere Kochkurse angeboten.

    Valentinstag in Japan / Sumikai.com / Claudia
    Sumikai.com / Claudia

    Giri Choco (義理 チョコ)
    Diese Schokolade ist eine Art Pflichtgeschenk ohne amourösen Hintergrund, welches Frauen beispielsweise ihren männlichen Kollegen oder Vorgesetzen machen. Ist ein Mitarbeiter sehr beliebt, füllt sich sein Schreibtisch meist sehr schnell mit einem Berg Schokolade. Auch weniger beliebten Kollegen sollte man Schokolade schenken, allerdings handelt es sich hierbei dann meist um eine billige Sorte. In manchen Familien werden auch die Väter und Brüder beschenkt.

    Tomo Choco (友チョコ)
    In letzter Zeit hat sich auch die „Freundschaftsschokolade“ zu den oben genannten Sorten gesellt. Wie der Name sagt, gibt man diese an seine Freunde. Hier spielt das Geschlecht keine Rolle, so können also sowohl männliche als auch weibliche Freunde beschenkt werden.

    Jibun Choco (自分チョコ)
    Natürlich sollten die Frauen an diesem Tag auch sich selbst nicht vergessen. Da es jede Menge tolle Angebote gibt, kaufen sich Frauen auch gern selbst eine Schachtel Schokolade um sich selbst zu beschenken.

    Valentinstag in Japan / Sumikai.com / Claudia
    Sumikai.com / Claudia

    Der Verkauf und das Marketing für die Valentinsschokolade beginnt bereits Mitte Januar, gleich wenn die letzten Neujahrsdekorationen verschwunden sind. In vielen Geschäften findet man sehr elegant wirkende Schachteln und Pralinenkästen, die von schlicht über sehr aufwendig gestaltet bis hin zu Charakter- und Animedesign reichen. In vielen Supermärkten aber auch 100-Yen-Läden findet man zudem alles, um selbst Schokolade herzustellen.

    Seit dem Jahr 1987 wird in Japan auch das Gegenstück zum Valentinstag gefeiert. Genau einen Monat nach dem Valentinstag, am 14. März wird der sogenannten White Day gefeiert. Dieses Mal beschenken die Männer die Frauen. Üblich war zu Beginn weiße Schokolade, woher der Tag auch seinen Namen hat. Heutzutage wird aber auch gern Schmuck, Accessoires oder auch ein elegantes Abendessen verschenkt. Ein ungeschriebenes Gesetz soll übrigens sagen, dass das Gegengeschenk gern bis zum Dreifachen an Wert annehmen kann, was sich manche Frauen natürlich zu nutzen machen.

    Am Ende ist der Valentinstag, wie auch der White Day, ein Tag des Kommerzes, auf den sich die Industrie jährlich sehr gut vorbereitet. So wird ein großer Teil des Jahresumsatzes an Schokolade in Japan innerhalb dieses Zeitraumes gemacht. Trotzdem sollte man den Sinn der Liebe hinter diesem Fest nicht vergessen.