16. Japan Filmfest Hamburg (JFFH) – ein Fazit nach fünf Tagen

    Japan Filmfest Hamburg - Eröffnung
    © Nihon Media e. V. © JFFH

    Gestern Abend ging das 16. Japan Filmfest Hamburg (JFFH) zu Ende mit dem Abschlussfilm im Metropolis Kino.

    Zum sechzehnten mal fand in diesem Jahr das Japan Filmfest Hamburg, kurz JFFH in Hamburg statt. In insgesamt drei Kinos wurden ganze sechsundvierzig Vorstellungen gezeigt. Da einige Vorstellungen teilweise mehr als einen Film beinhaltet haben, wurden über fünfzig Werke der japanischen Filmkunst gezeigt.

    Die Filme
    Die Auswahl der Filme für das Festival war gemischt. Es wurden sowohl aktuelle Filme aus diesem und letzten Jahr gezeigt, als Internationale Premiere oder Deutschland-Premiere, von bekannten Regisseuren aus Japan. Wer den Indie Bereich mag kam aber auch nicht zu kurz mit Fan-Filmen und Werken von Studenten, die sie für ein japanische Splatter Festival erstellt haben, wurde hier etwas für die Zuschauer geboten. Zudem waren in diesem Jahr erstmals die beliebten Anime-Filme aus Japan stärker vertreten, mit ganzen elf Filmen.

    Vom Genre her war es absolut gemischt. Ob Romantik, Splatter, Horror, Action, Comedy, Drama usw. es war für so gut wie jeden etwas dabei. Aber auch ältere Werke, die schon auf Blu-ray oder DVD erschienen sind, wurden zurück ins Kino geholt. Wer sie bei den wenigen Aufführungen beim ersten Mal verpasst hat, bekam nun durch das JFFH eine zweite Chance sie zu sehen. Mit Regisseuren wie zb., „Takeshi Miike“ und/oder „Ryûhei Kitamura“ waren auch kein unbekannten an diesen Filmen beteiligten

    Tatsächlich war die Frage die sich schnell ergeben hat, wie schaffe ich es alle Filme zu schauen, die ich gern sehen möchte. Bei drei Kinos, die über den Tag zur gleichen Zeit Vorstellungen anbieten, kam es doch auch zu Überschneidungen bei den Laufzeiten.

    Die Kinos
    In diesem Jahr fand das JFFH in drei Kinos in Hamburg statt. Der Eröffnungsfilm lief schon am Mittwoch, dies war der einzige Tag wo nur das „Metropolis“ als einziges Kino auf dem Plan stand. Ab Donnerstag liefen dann bis zum Sonntag am späten Abend die japanischen Filme vom Festival im „Metropolis“, dem „3001“ und dem „Studio Kino“ in Hamburg. Während man am Donnerstag erst gegen frühen Abend mit den Vorstellungen gestartet ist, ging es am Freitag schon am frühen Nachmittag los mit den Filmen und am Wochenende wurden schon um die Mittagszeit herum gestartet.

    Die Kinos selber liegen zwar nicht direkt nebeneinander, sind aber alle in der Hamburger City zu finden, so das ein Wechsel zwischen den einzelnen Kinos durchaus möglich war, auch wenn manches Zeitfenster ohne Auto etwas eng war.

    Die Kinos selber gehören alle zu keinen großen Ketten und zeigen oftmals Produktionen, die den großen Ketten zu uninteressant erscheinen. Dadurch kann man dort aber auch einige Perlen der Filmkunst zu sehen bekommen, die es sonst nicht auf die große Leinwand schaffen würden.  Auch Festivals wie das JFFh und andere findet man öfter dort.

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    Das Festival
    Im Fokus von dem Festival stehen natürlich die Filme, dennoch gibt es schon ein Rahmen Programm. Ob es nun der Stand von den “Freunden des Filmfests”, die Möglichkeit in jedem Kino mit den Helfern oder einem Mitglied des Nihon Media e.V. oder auch anderen Gästen in Kommunikation zu treten. Nicht zuletzt vergessen darf man auch nicht die zahlreichen Vorstellungen mit Gästen. Über das gesamte Festival gab es Filme wo Gäste vor Ort waren, die an den jeweiligen Werken beteiligt waren und für Fragen zur Verfügung standen. Zudem traf man viele von ihnen auch bei anderen Vorstellungen, auch dort waren sie durchaus bereit sich mit den Besuchern zu unterhalten.

    Bedenkt man das der Fokus auf den Filmen liegt, wurde durchaus ein Rahmenprogramm geboten und es gab auch Verlosungen bei ein paar Filmen, die von den Partnern des JFFH gesponsert waren. Zudem wurde vor so gut wie jeden Film eine kurze Ansage von einem Helfer des JFFH gemacht. Über die fünf Tage konnte man gut beobachten, das in den jeweiligen Kinos auch immer Unterhaltungen stattgefunden haben und die Besucher und Helfer überall für eine angenehme Stimmung gesorgt haben.

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    Das Fazit
    Es war mir auf jeden Fall eine Freude dem 16. Japan Filmfest Hamburg (JFFH) über alle fünf Tage beizuwohnen. Ich habe mir bewusst den Eröffnungsfilm und den Abschlussfilm angesehen, um einen Eindruck zu gewinnen wie die Besucher dier Eröffnung wahrnehmen und wie das Ende. Die Filme von dem Student Splatter Film Festival waren wie jedes Jahr ziemlich kurios, aber es gibt dadurch die Chance ein frühes Werk zu sehen, von jemanden der vielleicht schon in eins zwei Jahren seinen eigenen großen Kinofilm veröffentlichen wird.

    Sehr gelungen war für mich der Anime Tag im Metropolis. Es gab Titel die ich erneut im Kino geschaut habe, sowie Anime die ich noch nie im Kino gesehen habe. Sehr gefreut hat mich die Zahl der Besucher. Die Vorstellungen am Samstag waren durch die Bank gut besucht und zeigen, das auch der Anime-Film seine Fans hat in Deutschland.

    Hier und dort musste man etwas Sitzfleisch beweisen, über 130 Minuten ohne Pause, das ist fast etwas anstrengend. Dennoch waren es die Filme alle Wert. Mit einer guten Mischung aus Premieren, erneuten Aufführungen und älteren, aber beliebten Filmen, wurde ein interessantes JFFH organisiert. Der Preis für die einzelnen Vorstellungen ist mit jeweils sieben Euro, ohne weitere Aufschläge, absolut angemessen. Mit Ermäßigung kommt man sogar nur auf sechs Euro.

    Für mich ist das Japan Filmfest Hamburg eine interessante lokale Veranstaltung, die man durchaus besuchen kann und sollte, wenn man zu dem Zeitpunkt in Hamburg oder der Umgebung ist. Ich für meinen Teil werde im laufenden Jahr eine Mitgliedschaft beim Nihon Media e.V. einreichen, um das Festival zu unterstützen, damit es nicht nur das siebzehnte Jahr geben wird, sondern auch noch weitere Jahre.