TAO – The Samurai of the Drum Tour 2015

    Die TAO Trommler tourten vom 8.Januar bis 28.Februar 2015 in Deutschland. Insgesamt kamen auf diese Weise in 39 Städten so viele Leute wie möglich in den Genuss des Drum Rocks.
    Ich gehörte auch zu den Glücklichen und konnte die modernen Samurai in meiner Stadt am 26.Februar 2015 besuchen.

    TAO – The Samurai of the Drum
    In 20 Ländern, 400 Städten vor über 6 Millionen Zuschauern präsentieren das Trommler-Enselmble TAO weltweit die Kunst der Wadaiko/Taiko. Zusammen mit choreografisch und athletischen Vorführungen laden sie zu einem atemberaubenden Abend ein, der vor allem traditionelle Werte übermittelt.

    Zum ersten muss ich sagen, dass es das erste Mal war, dass ich eine Vorführung einer Taiko Trommler-Gruppe aus Japan sah. Auch wenn es mich schon immer etwas gereizt hatte, bekam ich nie vorher die Gelegenheit dazu. Doch aus Erzählungen und Videos von dem offiziellen YouTube Accounts von TAO bekam ich bereits ein erstes Bild und freute mich schon sehr, sie live vor Augen zu sehen.

    TAO in Cottbus, 26.Februar 2015

    TAO
    © San-Tenshi

    In der Stadthalle Cottbus fand ich mich in der 5. Reihe des Hochpakets, direkt vor der flachlegenden Bühne, wieder.
    Leider wurde durchgesagt, dass das Filmen und Fotografieren während der Performance streng verboten sei. Und es hat mich selbst verwundert, aber alle Anwesenden hielten sich meines Erachtens nach an diese Regel, von daher habe ich mein Fotoapparat ebenfalls in meiner Tasche gelassen und kann somit keine eigenen Bilder direkt von der Vorführung präsentieren.

    Bevor die musikalischen Samurai auf die Bühne traten, bekam man bereits einen ersten Blick auf das Bühnenbild und die ersten zwei großen Trommeln. Im Hintergrund wurden traditionell-japanische Klänge mit Wassergeplätscher und Vogelgezwitscher gespielt.
    Um kurz nach 20 Uhr, also sehr pünktlich, wurde das Licht gedämpft und zwei Japanerinnen betraten langsam in einem weißem Gewand mit einem futuristischen Obi die Bühne und traten an ihre Trommeln. Ganz in sich gekehrt setzten sie ihre Trommelstöcke an und begannen ihre ganze Energie darin zu setzen, dumpfe Klänge durch die Halle gleiten zu lassen.

    Danach verschwanden sie wieder so still wie sie gekommen waren und machten die Bühne frei für einen weiteren, diesmal männlichen Trommler und einen Artisten, der mit einer silbernen langen Stange hinaus kam.
    Nach einem kleinen kurzem Patzer, indem ihm die Stange aus den Fingern glitt und auf dem Boden aufkam, fing er sich wieder recht schnell und zeigte dem Publikum dann erst recht, was er alles kann und schwing die Stange so schnell im Rhythmus der Musik, dass das Auge kaum hinterher kam. Es war eine beeindruckende Performances, die zu einer nächsten unglaublichen Gruppenperformances über ging.
    Acht Japaner in einem weiß-schwarzem Gewand gekleidet traten mit ihren großen Trommeln, die an ihren Körpern gebunden waren, auf die Bühne. Weitere Trommler an Stand-Trommeln waren in schwarz gekleidet und umringten sie.
    Es war wirklich beeindruckend zu sehen und auch zu spüren, wie doch diese Klänge einen bis in die eigenen Zehenspitzen gelangten. Oft kamen von den Trommlern auch Laute und festliche japanische Rufe, die ganz ohne Mikro durch die Halle gingen und einem Gänsehaut verschaffen konnte.

    TAO
    © San-Tenshi

    Über den gesamten Abend gab es mehrere Gruppenperformances, aber auch welche in denen nur 2-3 Leute etwas vorführten. Ich habe immer 15 Mitglieder gezählt, drei Frauen und 12 Männer, doch die Tour heißt ‚Seventeen Samurai‘, also gut möglich, dass es noch zwei weitere gab.
    Die Mitglieder des TAO Ensembles hatten stets Kleidung an, die einen traditionellen japanischen Touch hatten, aber doch sehr modern wirkte.

    Es wurden auch nicht nur Taiko-Trommeln gespielt, sondern auch andere traditionelle Musikinstrumente, wie die Shamisen, Bambusflöten oder auch die Koto (Brett-Zupfinstrument).
    Es gab auch viele Vorführungen als sie zu der Trommelmusik tanzten, Lampions schwungen oder zum Ende auch mit großen Fahnen auf die Bühne traten.
    Es kamen einfach viele japanische Aspekte mit ins Spiel, bei denen man sich als Japanfanatiker richtig heimisch fühlen konnte.
    Die Trommler übermittelten auch eine unglaubliche Stärke und Ausdauer. Man spürte zudem den Spaß, den diese Gruppe bei dem was sie taten hatte und das gab den Zuschauern auch eine unglaublich positive Aura wieder. Jedenfalls waren die Zuschauer sehr gut mit dabei. Sie klatschten, ruften sogar Bravo.

    Oft forderten dir Trommler das Publikum dazu auf im Takt mitzuklatschen.
    Sie bezogen uns auch direkt in die Show mit ein, indem wir das nachklatschen mussten, was sie uns vortrommelten.
    Es war nicht nur eine ernste Vorführung, die uns die Japaner dort darboten, nein sie brachten auch eine ordentliche Packung Humor mit, auch im Rahmen von komödiantischen Theateraufführungen, die uns nur zu oft zum lachen brachte.
    Besonders zwei Artisten hatten immer ein Lächeln auf den Lippen und sorgten für die nötige Stimmung und Spaß. Diese beiden sprachen vor der letzten Performances auch in einem sehr gutem Deutsch zu uns.

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    Es gab viele große Highlights dieses Abends, wie zum Beispiel als vier Trommler sich auf den Boden setzten, mit dem Rücken zu uns und mit aller Kraft die in ihnen steckten trommelten. Als dieses Stück vorbei war, beugten sie sich mit ausgestreckten Armen leicht nach hinten. Das Publikum klatschte lange, doch als es schon wieder still in der Halle wurde bewegte sich noch immer keiner auf der Bühne. Was uns zum schmunzelt brachte und wir so wieder anfingen zu applaudieren.
    Wohl bemerkt dass die Trommler auf dem Boden noch immer in der selben Haltung dasaßen und auf den Einsatz einer ihrer Kollegen warteten, der den nächsten Song eigentlich anstimmen sollte. Doch dieser wollte sie ein wenig ärgern und ihre Ausdauer etwas austesten, was uns auch wieder sehr zum Lachen brachte.

    Zum Anfang einer Perfomances hatten einige der Spieler zwei Trommelstöcker in der Hand, wenn sie diese gegeneinander schlugen kamen Töne hervor, die einen an japanische Zikaden erinnerten. Was ich sehr schön fand, weil allein dieser Klang mich an meinen letzten Japanurlaub im Sommer erinnerte.

    Zum krönenden Abschluss kamen noch einmal alle Trommler und Elemente zum Einsatz, die man den gesamten Abend über sah. Glitzerne Papierstückchen rieselten aus geschnürten Körben, die an langen Hölzstangen befestigt waren.
    Die Zuschauer standen auf und feierten die Taiko-Trommler, die sich als Dank für den großen Beifall verbeugten.

    TAO Suito
    © San-Tenshi

    Die gesamte Show ging 2 Stunden inklusive 20-minütiger Pause, in der auch das Bühnenbild etwas umgebaut wurde.
    Nachdem man von der Haupthalle wieder in das Foyer der Stadthalle ging, warteten dort Merchandise-Stände, wo man sich ihre aktuelle DVD und CD kaufen konnte. Dazu kam, dass zwei Trommler Autogramme gaben und Fotos machten.
    Das lies ich mir persönlich natürlich nicht entgehen und so habe ich nun eine signierte DVD und ein Foto mit Trommler Suito. Sie waren unglaublich nett und freuten sich umso mehr, wenn man sie in Japanisch ansprach und ein wenig mehr als ‚Arigato‘ sagte.

    Es hat sich wirklich gelohnt zu dieser Veranstaltung zu gehen. Die Taiko-Trommler übermitteln wundervolle Tradition, gemischt mit etwas modernem. Sie waren so gut drauf, gaben all ihre Kraft und Ausdauer in die Sache, bezogen die Zuschauer ein und brachten sie oft zum Lachen.
    Sie beeindruckten die Massen mit ihrer tollen Performances. Man saß nur zu oft auf seinem Sitz und fragte sich, wie das überhaupt möglich sei, was man da gerade vor einem sah.

    Jetzt, nachdem ich sie das erste Mal gesehen habe, wäre ich nicht abgeneigt sie ein weiteres Mal zu sehen. Sie waren bereits öfter auf Europa- und Deutschland-Tour und dies war sicherlich auch nicht das letzte Mal.
    Wer schon die ganze Zeit mal darüber nachgedacht hat, TAO oder auch YAMATO zu sehen, sollte nicht zögern und es einfach tun. Bereuen tut man es nicht. Und wer sowieso an Japan interessiert ist, oder einfach weltoffen ist und eine andere Kultur erleben möchte, sollte ebenfalls nicht zögern.