Max Felder: „Attack on Titan wird mir lange in Erinnerung bleiben.“

Passend zum Release der vierten Sailor Moon Crystal-Ausgabe und dem lang erwarteten Start von Attack on Titan holten Kazé und SailorMoonGerman den deutschen Schauspieler sowie Synchronsprecher Max Felder auf die diesjährige AniMaCo in Berlin. Sumikai kam dort mit ihm ins Gespräch.

„Für mich ist so was, gerade wie diese Con, etwas völlig Neues. Ich finde die Leute, die dieses Genre lieben und auch leben, wie man hier sieht, toll. Es ist richtig klasse, was sie sich einfallen lassen und wie viel Zeit, Mühe, Geld und Schweiß sie in ihre Verkleidung stecken“, gesteht uns Max. Das deutsche Publikum kennt seine Stimme bereits aus mehreren Anime-Figuren – darunter Haupt- sowie Nebenrollen in Serien wie One Piece, Pokémon und Inazuma Eleven. In Sailor Moon Crystal ist er als das »Black Moon«-Familienmitglied Saphire zu hören. Mit Eren Jäger schlüpft Max in die Hauptrolle aus einem der aktuell populärsten Anime-Serien weltweit, Attack on Titan. Selbiges trifft auf The Anthem of the Heart zu. In dem Anime-Film vertont der Sprecher den Protagonisten Takumi. Des Weiteren kennen Zuschauer seine Stimme aus den Harry Potter-Filmen (Rupert Grint) oder Twilight (Taylor Lautner).

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„The Anthem of the Heart“ ist seit 28. Oktober hierzulande auf DVD und Blu-ray erhältlich

Genau wie viele andere, sei auch er mit Anime groß geworden. Sein erster Titel wäre Dragonball gewesen. Dann seien One Piece, Pokémon, Beyblade dazugekommen – also viele Projekte, in denen Max selber mitgesprochen hat. Irgendwann hätte er den Faden verloren, weil andere Sachen wichtiger wurden. Dank seiner Rolle in The Anthem of the Heart oder Attack on Titan käme er jedoch so langsam wieder zurück. „Ich merke, dass ich ganz viel verpasst habe und aufholen muss, was gut ist, so wird´s nie langweilig. *lacht*“

Ob eine Rolle in Trick- oder Realfilmen: Was ihm am meisten Spaß macht, konnte uns Max nicht beantworten. „Beide Genres haben etwas, das ich gerne bediene. Bei Anime gehen die Figuren so extrem aus sich heraus und sind gerade aus dem Japanischen so emotionsgeladen vorgegeben. Auch die Storys sind teilweise so verrückt und abstrakt, was man oft bei Spielfilmen nicht so kriegt. Das heißt, es ist eigentlich eine andere Arbeit. Ich finde, die gesunde Mischung oder Abwechslung macht´s.“

Zum Thema Vorbereitung auf eine Rolle verriet uns der Synchronsprecher: „Für einen Spielfilm kann man sich nicht immer vorbereiten. Man kriegt vorher nicht immer die Filme oder Bücher zum Anschauen oder Lesen. Das heißt, die Arbeit ist mehr spontan. Bei Attack on Titan habe ich mir z. B. vorher die erste Staffel komplett angeschaut. René hat mich ein bisschen darauf hingeführt, um was es geht. Klar versucht man dann, so gut oder so nah wie möglich an die Originalstimme heranzukommen. Es genauso zu machen, wie es das Original vorgibt, ist natürlich nicht immer möglich – sei es der Ausdruck, weil Deutsch nun mal eine andere Sprache und teilweise eine andere Emotionswelt ist. Aber natürlich versucht man sich das Original zum Vorbild zu nehmen – ob es nun Japanisch, Französisch oder Englisch ist.“

Seine Paraderolle blieb dem Sprecher am meisten im Gedächtnis. „Ron Wesley aus Harry Potter war und wird für mich unvergessen bleiben. Die Rolle hat mich bis zum jetzigen Zeitpunkt die Hälfte meines Lebens begleitet. Ich hab mit elf angefangen, ihn zu sprechen, mit 22 ihn das letzte Mal gesprochen. Die Twilight-Filme sind immer in Erinnerung und der Hype, der zu der Zeit war. Es ist schön, wenn man dann auch Feedback von Leuten bekommt, die einem signalisieren, die Arbeit war toll. Attack on Titan wird mir mit Sicherheit ebenso lange in Erinnerung bleiben. Das war eine Rolle, die mich sehr gefordert und mir sehr viel Spaß gemacht hat, gerade weil das Original eben auch so verdammt gut ist.“

Des Weiteren verrät uns Max, dass er auf böse Kritik relativ wenig gibt. „Ich kann es nur so gut machen, wie möglich. Wenn es jemandem nicht gefällt, dann kann ich das nicht ändern. Ich finde es immer schade, wenn Leute, ohne es gesehen zu haben oder nur einen Ausschnitt, dagegen hetzen, wettern, beleidigen. Ich glaube, die Leute können nicht verstehen, was dort im Studio passiert. Aber auch wenn es einem nicht gefällt, sollte man die Arbeit respektieren. Jeder der ins Studio geht und eine Rolle spielt, legt sein ganzes Herzblut rein. Gerade bei einem Titel wie Attack on Titan kommt man nicht selten heiser oder geschafft aus dem Studio. Man fiebert und erlebt es einfach mit. Beleidigungen müssen einfach nicht sein. Wenn einem die Version nicht gefällt, kann man es auch im Original ansehen.“

Max über Attack on Titan und seiner Rolle als Hauptfigur Eren Jäger

Attack on Titan Vol. 1
Eren Jäger begegnet dem kolossalen Titanen

Attack on Titan ist eine Serie, die keine Längen hat und einem immer unter Spannung hält. Und natürlich ist das Thema einfach spannend – diese Hoffnungslosigkeit, 10 bis 50 m Giganten ausgeliefert zu sein. Am meisten gefällt mir an Eren, dass er ungewollt und unbewusst ein Held ist, sich auch so verhält, und natürlich seine Ausbrüche. Dazu das ganze Helden-Epos, das ganze Ding finde ich klasse, weil der Zuschauer Null Zeit hat, durchzuatmen oder zur Ruhe zu kommen. Es gibt zwar ruhige, schöne Szenen und Bilder, aber trotzdem ist immer eine Grundspannung vorhanden. Da ist immer eine dauerhafte Bedrohung. Das Ganze zu spielen oder nachzuempfinden hat mir riesen Spaß gemacht.“

Teenie-Schwarm, Zauberschüler, Protagonist in einer der erfolgreichsten japanischen Serien – zu seinem Glück als Synchronsprecher fehlt …

„*lacht* Ich würde gerne mal so eine richtig fiese Rolle haben. Saphire aus Sailor Moon Crystal ging schon so in die Richtung. Es hat auch viel Spaß gemacht. Ich hätte aber gerne jemanden, den wirklich jeder hasst. So ein richtiges Monster, das würde ich schon gerne mal machen. Und sonst lasse ich mich eben überraschen. Man weiß nie, was kommt und ich bin für alles offen.“

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