Thomas Schmuckert: „Freezer ist schauspielerisch ein gefundenes Fressen“

Passend zum Release von Dragonball Z Resurrection F am 9. Dezember auf DVD und Blu-ray folgt mit Thomas Schmuckert das abschließende Interview mit dem deutschen Cast. Nachdem wir bereits die Gelegenheit erhielten Oliver Siebeck (Vegeta) und Claudia Urbschat-Mingue (Bulma) ein paar Fragen zu stellen folgt nun eines mit der Stimme des Antagonisten Freezer. Was dabei herauskam? Lest selbst!

Dragon Ball Z: Resurrection F
Dragon Ball Z: Resurrection F

Sumikai: Anime-Fans kennen Sie hauptsächlich aus der Rolle von Freezer aus Dragonball Z Kai. Sie wirkten allerdings auch schon in anderen Anime-Serien/Filmen wie Tokyo Ghoul oder Black Butler mit. Gibt es eine Anime-Rolle, die ihnen am meisten Spaß bereitet hat und falls ja, warum und welche?

Schmuckert: Jede Figur hat ihren eigenen Reiz und ihre eigene Herausforderung, auf die ich mich einlasse. Spannend fand ich z. B. die Figur des degradierten, desillusionierten Polizisten Shibazaki in Terror in Tokyo. Einen eher untypischen Anime-Helden, nachdenklich, philosophisch, geprägt von großer Menschlichkeit, der mit seiner unorthodoxen Ermittlungsarbeit oft gegen den Willen seiner Vorgesetzten und die Gesetze des Polizeiapparates verstößt, um sich treu zu bleiben.

Sumikai: Als Magazin für japanische Popkultur darf diese Frage wohl auch nicht fehlen: Schauen Sie privat Anime? Gibt es vielleicht eine Trickfilmfigur, die Sie während der Kindheit/Jugend geprägt hat?

Schmuckert: Da muss ich leider passen. Meine Kindheit war vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen geprägt, da gab es noch keine Anime-Filme oder -Serien. Ich bin erst viel später durch meinen Beruf damit in Kontakt gekommen.

Sumikai: Gibt es etwas, was Sie an japanischen Trickfilmproduktionen fasziniert?

Schmuckert: Ich finde es faszinierend, dass Manga in Japan einen ganz eigenen Kosmos haben mit einer unglaublich großen Bandbreite an Ausdrucksformen, die von kunstvoll poetischen Filmen über wilde Comicstrips bis hin zur Unterhaltungsware für den Massenmarkt reicht.

Sumikai: Sie verleihen ebenso US-Schauspielern im Filmen oder Serien ihre Stimme oder sind selber als Schauspieler aktiv. Was bereitet Ihnen am meisten Spaß: vor der Kamera zu stehen oder das Synchronisieren, und warum?

Schmuckert: Das kann ich gar nicht so sagen. Sowohl die Arbeit vor der Kamera, auf der Bühne, oder vor dem Mikrophon haben jeweils ihren ganz eigenen Reiz. Gerade der Wechsel zwischen den verschiedenen Bereichen und den damit verbundenen Anforderungen ist für mich das Spannende am Schauspielerberuf und macht unglaublich viel Spaß!

Sumikai: Welche Unterschiede gibt es bei der Synchronisierung einer Anime-Figur und einer realen Person?

Schmuckert: Ob fiktionales Werk mit realen Menschen, Zeichentrick- oder Anime-Film, sie alle erzählen mit unterschiedlichen Mitteln und Charakteren eine Geschichte. Das Wichtigste ist doch am Ende, dass die Charaktere auch in der deutschen Sprache glaubhaft und authentisch rüberkommen. Entscheidender als die Frage nach den Unterschieden von Real- Zeichentrick- oder Anime-Film erscheint mir die Originalsprache des Charakters. Ich finde es z. B. viel leichter, die emotionale Haltung einer Figur, die englisch oder französisch spricht, „zu lesen“ und zu begreifen, als einer, die japanisch oder koreanisch spricht. Zur Sprachbarriere kommen ja auch noch die kulturellen Unterschiede.

Sumikai: Existieren nach so vielen Jahren im Synchrongeschäft immer noch Dinge, die Ihnen beim Synchronisieren schwerfallen und falls ja, welche?

Schmuckert: Na klar. Ich glaube auch nicht, dass das jemals aufhört. Einerseits gibt es immer Filme, wo man vor Ehrfurcht in die Knie geht und hofft, dass man irgendwie halbwegs ans Original herankommt. Das ist aber die schöne Art der Herausforderung. Schrecklich ist es, wenn das Originalspiel schlecht und nicht nachvollziehbar ist, was ja auch vorkommt. Dann kann man emotional nirgendwo andocken, kriegt Kopfschmerzen vor lauter falschen Tönen und quält sich fürchterlich. (Lacht)

Sumikai: Am 8. September lief Dragonball Z Resurrecion F in den deutschen Kinos. Sie waren meines Wissens bei der Premiere in Berlin dabei. Welche Eindrücke hinterließ der Film bei Ihnen?

Schmuckert: Bei der Premiere am 8. September konnte ich leider nicht dabei sein, weil ich zu dieser Zeit in den USA für einen ZDF-Film vor der Kamera stand. Aber bei der Berlin-Premiere am 4. August, beim Anime Berlin Festival, war ich mit ein paar Kollegen vor Ort. Das war ein toller Abend, mit vielen, teils von weit her angereisten Fans und einer großartigen Atmosphäre.

Sumikai: Was ist Ihrer Meinung nach das Erfolgsrezept von Dragonball, weshalb das Werk nach so vielen Jahrzehnten noch dermaßen erfolgreich bei den Zuschauern ankommt?

Schmuckert: Ich denke das Erfolgsrezept ist, dass die Macher von Dragonball den lieb gewonnenen Charakteren der Serie treu bleiben und sie nicht verraten. Zudem haben sie augenscheinlich ein Händchen dafür, mit immer neuen, spannenden Geschichten den Geschmack der Fans zu treffen.

dragon ball box 3
© Bird Studio / Shueisha, Toei Animation Film
© 1989 Toei Animation Co. Ltd.
© 2009 Anime Virtual S.A.

Sumikai: Was gefällt Ihnen an der Figur bzw. was macht Ihnen an dieser Rolle am meisten Spaß?

Schmuckert: Freezer ist als Figur, auch stimmlich, herrlich exzentrisch und verrückt gezeichnet. Mit einer großen Bandbreite an Facetten, vom androgynen Dandy mit affektiertem Lachen und lila lackiertem Echsen-Fingernagel bis hin zum brutalen Despoten. Freezer ist eine schillernde Charakterzeichnung eines durchgeknallten, narzisstischen, psychopatischen Diktators. Zum Freund möchte man so einen sicher nicht haben (lacht), schauspielerisch aber ist es ein gefundenes Fressen und macht großen Spaß.

Sumikai: Und zu guter Letzt: Können Sie sich vorstellen, in weiteren Dragonball-Produktionen (egal ob Film oder Serie) mitzuwirken?

Schmuckert: Na Klar!

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