Ein Kommentar zu den Outer Senshi (oder: flammende Liebeserklärung an missverstandene Charaktere)

Bis heute können sich einige Fans nicht richtig mit Sailor Neptune und Sailor Uranus anfreunden und auch die Entscheidungen von Sailor Pluto und Sailor Saturn gelten als umstritten. Doch vor allem das lesbische Pärchen ist es, das vielen Kritikern der Serie als kalt und harsch auffällt, deren Aktionen ungerechtfertigt sind. Doch ist dem überhaupt wirklich so?

Vielleicht liegt es an der Art, wie sie im 90er-Anime Sailor Moon eingeführt werden: Sailor Neptune und Sailor Uranus erscheinen in den ersten Folgen der dritten Staffel nur als Schatten. Sie klären, ob der Herzkristall brauchbar ist, also einen Talisman enthält – und verschwinden wieder, egal, was mit dem armen, unschuldigen Opfer passiert.

Als man sie in ziviler Form kennenlernt, kann zumindest Haruka Tenoh noch bei vielen kritischen Zuschauern punkten – doch auch hier gibt es viele Missverständnisse. Wer denkt, Haruka Tenoh wäre die coole Ladykillerin, liegt gründlich falsch. Ein Beweis ist die fünfte Staffel, als ihr ruheloses Herumgeflirte mit den jüngeren Mädchen ein Ende hat. Denn hier können sie und Michiru ganz einfach ein Paar sein und versteckte Witze über ihr Sexleben machen – zumindest Michiru, denn Haruka wird dafür zu rot. Sie haben keine Mission mehr, die sie davon abhält, ein Privatleben zu führen. Zuvor sind die Flirts ein Test, die Michiru eindeutig missbilligt (siehe die Folge zu Usagis Geburtstag).

Michiru selbst bleibt für viele ein Rätsel – im Manga noch viel mehr, da sie dort nur ein hübsches Beiwerk für ihre Butch ist, doch in diesem Kommentar soll es sich nur um den Anime drehen. Sie ist ein künstlerisches Protegé, vermutlich vom Elternhaus zur Perfektion getrimmt (was Ami leider auf die harte Tour lernen muss, dennoch sieht man Michiru ihre wachsende freundschaftliche Zuneigung zu zum Beispiel Usagi durchaus an) – nur Haruka konnte diese Mauern niederreißen, und sie malte fortan nicht mehr das Ende der Welt, sondern Meerjungfrauen und Wale im Weltall. Daher ist ihre höchste Priorität stets ihre feste Freundin (bestens bekannt das S Special, in dem sie sagt: »Eine Welt ohne Haruka lohnt sich nicht zu retten«). Dieser wiederum musste die Mission eingebläut werden. Haruka ist immer die Erste, die nach vorne eilen möchte, um Unschuldige zu retten, schon bei ihrer ersten Begegnung oder beim ersten Treffen mit Usagi Tsukino und Minako Aino. Michiru muss sie zurückhalten, denn die Talismane müssen gefunden werden, um der Stille vorzukommen.

Natürlich haben die Macher nicht immer gute Entscheidungen getroffen. Zum Beispiel legt man Usagi, trotz anfänglicher Schwärmerei für Haruka, gerne den ein oder anderen homophoben Satz in den Mund, und in Episode 92 lässt man Uranus und Sailor Jupiter fast völlig grundlos gegeneinander antreten. Hier – und auch in den Konfrontationen mit Tuxedo Mask – soll noch einmal gezeigt werden, wie stur das Ziel von Uranus, Neptune und später auch Sailor Pluto verfolgt wird.

In Episode 110 wirft sich Michiru vor Haruka – kein Akt der Freundschaft, wie man dank der Zensur in manchen Ländern dachte, sondern pure Liebe. Als klar ist, dass Michiru den Deep Aqua Mirror in sich trägt, legt Haruka selbst die Kanone an. Ihr Selbstmord hat weniger damit zu tun, tatsächlich die Mission zu Ende zu bringen – sie kann es nur nicht aushalten, dass Michiru in ihre eigene Welt zurückgegangen ist. Hier haben sich – endlich – zwei gefunden, die sich wahrhaftig lieben. Von wegen kaltes Herz!

Später, nachdem Pluto sie zurückgeholt hat, nehmen sie Usagi die Brosche weg, um den Kampf alleine zu Ende zu führen. Schon im Silver Millenium war es ihre Aufgabe, die Ersten zu sein, welche im Krieg fallen, die Senshi, welche man zum Schutz der Prinzessin auch problemlos zurücklassen kann – darum ist Haruka auch die Erste, die ihr World Shaking ausführt, ohne nachzudenken (ein gutes Beispiel ist hier, als sie zu Beginn der fünften Staffel mit Ami in einer Parallelwelt gefangen ist). Ja, Haruka und Michiru sind brutaler, abgeklärter, erwachsener – aber eben auch mit emotionalen, liebenswürdigen Seiten. Das Liebespaar würden ihr späteres Ziehkind auch töten, um die Welt zu retten. Denn Usagis Plan beinhaltet nun mal für das Leben eines Mädchens das Leben jedes anderen auf der Erde zu gefährden. Nachdem sie Baby Hotaru schweren Herzens und mit einigen süßen Pärchenszenen zu ihrem Papa zurückgebracht haben, kommt es zu einem weiteren, von vielen Fans gehassten Konflikt: Uranus und Neptune fordern Moon heraus, da sie ihr die Rolle der künftigen Königin noch nicht abnehmen.

Als sich die Outers in Staffel 5 gesamthaft gegen die Starlights stellen, ist das Unverständnis vieler Fans erneut groß. Doch die klare Aufgabe der Outers ist es letztlich, ihre Galaxie vor Eindringlingen zu beschützen – und die Starlights sind nun mal Aliens. Zudem sehen sie es erneut als ihren Job – und ihr Versagen -, dass Galaxia eindringen konnte, und darum möchten auch sie es zu Ende bringen. Nochmals kommt hier der Vorwurf der Kaltherzigkeit, als Neptune und Uranus Saturn und Pluto töten – obwohl klar ist, dass sie Galaxia reinlegen wollten. Eine Möglichkeit ist durchaus, dass Adoptivtochter und Co-Elternteil wussten, was auf sie zukommt, zumal Pluto zumindest Teile der Zukunft kennen müsste.

Wem sich die Intentionen der Figuren – und deren Liebe zu einander – noch immer nicht erschließen lassen, dem seien die Audio-Dramas ans Herz gelegt. In den charaktereigenen Gedichten erzählen und singen die Seiyuus, was das Butch/Femme-Gespann wirklich umtreibt. Denn schließlich sind Haruka und Michiru diejenigen mit dem reinsten Herz, in denen sich die Talismane verstecken, auc wenn sie es selbst am wenigsten glauben.

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