Kommentar: Wieso nicht eine Anime Streaming-Plattform für alle?

Immer wieder, wenn wir das Thema illegale Anime Streamingseiten ansprechen, liest man sehr oft in den Kommentaren zum Artikel „es ist zu teuer sich alle Plattformen zu leisten, wieso gibt es nicht eine Plattform für alle?“.

Ein großes Anime-Angebot, aber viele legale Streaming-Seiten

In Deutschland haben wir aktuell Akiba Pass, Crunchyroll, Anime on Demand, Netflix, Amazon, die alle kostenpflichtig sind. Animax lasse ich mal außen vor, da der Empfang sehr eingeschränkt ist. Ein kostenloses Angebot gibt es unter anderen bei Clipfish, ProSieben Maxx, Daisuki und Crunchyroll, natürlich durch Werbung finanziert.

Nun das Problem, wenn man auf Werbung, die zwar nötig, aber teilweise wirklich etwas penetrant ist, verzichten möchte, dann muss man schon tief in die Tasche greifen. Einzeln gesehen sind 5 Euro bei Crunchyroll oder die 10 Euro von Netflix gar nicht so viel, aber will man die ganze Bandbreite nutzen, kommt man auf einen Betrag, der das Taschengeld schon ausreizt. Dazu kommen oft Zahlungsmethoden, die für jüngere Fans oft nicht möglich sind.

Crunchyroll
Crunchyroll

Faire und große Angebote

Crunchyroll hat hier noch das fairste Angebot, denn 7 Tage nach erscheinen im Simulcast ist eine Episode dann kostenlos verfügbar – zwar nicht in HD, aber darauf kommte es ja auch nicht immer an. Auch das Angebot bei Clipfish kann sich wirklich sehen lassen, aber oft wird bemängelt, dass zu viel Werbung und vor allem immer die gleiche Werbung das Vergnügen unterbricht.

Natürlich ist Werbung wichtig, aber verstehen kann ich diese Aussage schon, denn mir ging die Werbung im TV schon so sehr auf die Nerven, dass ich meine Glotze vor Jahren abgeschafft habe. Auch wenn man ehrlich sagen muss, dass gerade bei Clipfish das Angebot wirklich gut ist.

Wieso keine Plattform für alle?

Wenn man nun weiter denkt, ist auch die Frage „Wieso gibt es keine Plattform für alle?“ eigentlich gar nicht so unverständlich. Genauso wenig ist es so unverständlich, dass einige oft zu illegalen Angeboten greifen. Nicht schön, aber als Fan ist das nicht so leicht, wenn man nur das Taschengeld zur Verfügung hat.

Anime on Demand Artikel Header
© Anime on Demand

Stellt sich eigentlich die Frage, wieso das nicht gehen sollte? Anime on Demand und auch Akiba Pass haben doch Anime von anderen Publishern im Angebot. Klar, jeder will sein Stück Kuchen vom Markt abhaben, immerhin gibt es auch eine Menge Leute, die bereit sind, für das ein oder andere Portal zu zahlen, mache ich ja auch nicht anders. Nur wenn man sich teilweise das Markteing der Publisher anschaut, dass zielgerichtet auf ein eher junges Publikum ausgerichtet ist, wird es noch unverständlicher. Ein Angebot, das genau auf die Zielgruppe zugeschnitten ist, bezahlbar und mit einem großen Angebot, würde viele Fans anlocken und die illegalen Seiten einer der Grundlagen wegnehmen.

Ist es denn so schwer?

Einige würden nun sagen „Ja“, denn die Befürchtungen, es wirft nicht genug Geld ab, ist ein sehr großes Gegenargument. Ob das stimmt kann man natürlich nicht direkt sagen, allerdings wenn das Angebot attraktiv genug ist und die Zahlungsmethoden passen, dann könnte es alleine über Masse Gewinn abwerfen. Die Infrastruktur wäre auf jeden Fall finanzierbar.

Clipfish_Logo

Aber bleibt der Punkt, dass jeder sein eigenes Ding macht. Bei Anime on Demand und Akiba Pass erscheinen teilweise die gleichen Simulcast, aktuell My Hero Academica. Das größte und günstige Angebot hat zwar Crunchyroll, aber ältere Titel sind dort Mangelware.

Der Markt ist in meinen Augen etwas zu steif. Klar ist das normal, aber es könnte so einfach sein. Vielleicht wäre es langsam mal angebracht, dass man nicht darüber nachdenkt nur sein eigenes Süppchen zu kochen, sondern andere Wege geht, um den Markt besser zu erschließen.

Das Potential wäre auf jeden Fall da.

 

2 Kommentare

  1. Kurz gesagt gibts eine Lösung:
    Man hat Freunde, die das Hobby teilen.
    So mach ichs aktuell.
    Wir (2 Personen) haben AoD, Akiba Pass, Crunchyroll und Netflix wovon jeder von uns zwei zahlt. U d schon hat man (mehr oder weniger) die ganze Bandbreite zum halben Preis!

    Mich hingegen stört eher das ich auf AoD gerne mal Tage warten darf bis die neuste Folge von einem Simulcast aufgeschalten wird, weil man die Titel über die Woche verteilen will, obwohl Crunchyroll US den Titel 30min nach Erstausstrahlung im Katalog hat (wurde bei Love Live Sunshine oft von amerikanischen Freunden gespoilert… was nicvt cool war 🙁 )

    Zudem fehlt mir ein Angebot von KSM… Ich würde gerne nochmal 9€ zahlen um die KSM Titel streamen zu können (auch ältere wie Yu-Gi-Oh) oder ein Streaming Angebot für Anime-Filme. Z.B. Durfte ich 1,5 Jahre warten, bis ich legal den Psycho Pass Film schauen konnte und warte immernoch auf Harmony, obwohl der Anfang 16(!) in Japan lief…
    Und wenn ich schon am Mekern bin… KÖNNEN DIE PHUBLISHER AUCH MAL IN DER SCHWEIZ KINO VORSTELLUNGEN VERANSTALLTEN? Ich fahr gerne für einen Film 4 Stunden nach Stuttgart wenn ich sehnsüchtig auf den Film wartete, aber im Cinestar am Weil am Reihn könnte man doch gerne mal eine Vorstellung zeigen… ;-;
    (Oder bei Filmen bei denen die Lizenz bei KAZÉ Frankreich und Deutschland liegt auch mal in den Pathe Kinos hier in der Schweiz :<)

  2. Warum keine Plattform für alles?
    Bitte mal Nachteile von Monopolbildung recherchieren. Ja, Anime sind auch nur ein Geschäft. Ich sag nur:

    1. Monopol bestimmt den Preis und kann sich alles erlauben, da es für Konsumenten ja keine Alternative gibt

    2. Konkurrenz und Vielfalt (nicht nur im Anime-Angebot) beleben den Markt zu Gunsten der unterschiedlichen Konsumenten-Interessen

    2.1 Im Fall von Akiba Pass wird jeder Publisher/Lizenznehmer auch letztlich nur an sich denken – die werden sich nicht immer alle einig sein

    2.2 Warum hat Jo Kaps wohl Tokyopop verlassen und nen neuen Mangaverlag gegründet? Weil nicht alle Ideen, Meinungen, Konzepte etc. unter einem Verlag/Anbieter miteinander vereinbar sind.

    Deshalb bitte lasst die Streaminganbieter getrennt. Verzichtet auf die Bequemlichkeit eines Universalabos. Die paar Euro mehr haben euch doch beim Kauf von teuren Animediscs, -figuren und -cosplays auch nicht umgebracht.

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