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Abenteuer AniMaCo 2016

Am letzten Wochenende fand im Märkischen Viertel in Berlin die diesjährige AniMaCo statt. Sumikai war vor Ort und hat sich angesehen, was eine der dienstältesten Berliner Manga- und Animeconvention ihren Besuchern geboten hat.

Die Warteschlange vor dem Fontanehaus war, wie in den letzten Jahren, wieder sehr lang. Auch wenn die Veranstalter der AniMaCo inzwischen einiges an der Organisation verbessert haben. Der Einlass wurde beispielswesie dadurch vereinfacht, dass der Austausch der Eintrittskarten durch die Bändchen inzwischen nicht mehr erfolgt. Stattdessen wurden für die Karten spezielle Hüllen bereitgestellt, in die man die Karte schnell einschieben und dann um den Hals tragen konnte. Eine Neuerung, die mir sehr gut gefällt, waren die alten Plastikbändchen doch schnell unangenehm zu tragen.

AniMaCo
© 2016 Sumikai

Der Garderobenbereich wurde im Vergleich zum letzten Jahr noch einmal erweitert. So hatten mehr Gäste die Möglichkeit, ihre Jacken sowie Taschen dort zwischenzulagern und mussten diese nicht durch die Hallen tragen. Dort war der Platz, vor allem am Samstag, beengt genug. Im Allgemeinen verlief die AniMaCo recht organisiert. Eine Vielzahl der Cosplayer nutzte die Freifläche vor der Halle, um in der Sonne zu sitzen und mit ihren Freunden die Zeit zu genießen.

Erneut bot die AniMaCo ihren Gästen ein breites Angebot an Veranstaltungen. Neben zahlreichen Workshops und Showevents, wurde in diesem Jahr die Bühne im Händlerraum zur Showbühne ausgebaut. Dort fanden dann ebenfalls Panels oder QA-Fragestunden statt.

AniMaCo
© 2016 Sumikai

Dabei hatten die Besucher die Gelegenheit, den geladenen Gästen auf den Zahn zu fühlen. Die zahlreichen deutschen Zeichner, welche in der Zeichnermeile ihre Stände hatten, konnten sich ebenfalls über zu wenig Andrang nicht beschweren. Allerdings gingen die wenigen Fanstände, die sich ebenfalls dort befanden, zwischen den reich geschmückten Tischen der Zeichner ein wenig unter.

Das breite Spektrum an Workshops stellte den Besucher vor die Qual der Wahl, was man denn nun als erstes machen möchte. Sowohl für Cosplayer als auch für Japan-Interessierte gab es spezielle Möglichkeiten, ihren Horizont zu erweitern. Vom richtigen Umgang mit einem Kimono, bis hin zur Fotografie für Anfänger, war so ziemlich alles möglich. Im eigens dafür eingerichteten Synchronstudio, konnten die Teilnehmer in die Rolle einer Anime-Figur schlüpfen und dieser stimmlich Leben einhauchen. Natürlich immer unter fachkundiger Anleitung.

Selbstverständlich konnten sich auch Spiel-Liebhaber und Zocker kräftig austoben. Für die Spieler der beliebten RPG-Games wurde ein eigener Raum zur Verfügung gestellt. In diesem konnten sie in Ruhe gegeneinander antreten. Der mit zahlreichen PC´s und Konsolen ausgestattete Gamesroom im Obergeschoss war ebenfalls stets gut besucht. Durch eine passende Abdunklung dieses Bereichs war der Raum an die Ansprüche seiner Besucher sehr gut angepasst.

Wer sich vom anstrengenden herumwandern und Foto-Posen erholen wollte, hatte die Möglichkeit einen der beiden Videoräume aufzusuchen. Dort liefen ganze Movies oder einzelne Anime-Episoden aus verschiedenen Serien. So kamen auch diejenige, welche kein Crunchyroll-Abo hatten in den Genuss sich zum Beispiel Yuri!!! on Ice oder Flying Witch anzusehen.

Das Programm der Hauptbühne lud ebenfalls zum Verweilen an. Dort gaben sich zahlreiche Showgruppen und Musikacts die Ehre. So rockten Kerbera am Freitag und Samstag die Bühne. Die verschiedenen Darbietungen der Showgruppen boten dem Publikum unter anderem die Möglichkeit sich aktiv an der Entwicklung der Handlung zu beteiligen.

AniMaCo
© 2016 Sumikai

Vor allem die emotionale Umsetzung von ano hana, dargeboten durch die Tsuki no Senshi, trieben den Zuschauern Tränen in die Augen.

Der Händlerbereich war am altbekannten Ort in der Steinhalle untergebracht. Dort waren neben professionelle Anbieter von Manga und anderem Merchandise, auch einige private Verkäufer zu finden. Allerdings waren diese, wie der Bring-und-Buy-Bereich in den Klassenzimmern am Rand angesiedelt und deswegen leider etwas schwer zu finden. Dafür blieben diesen Anbietern, und den geneigten Käufern, die Drängelei in der vollen Zeichnermeile erspart.

Die großen Manga-Verlage haben die AniMaCo bisher nicht als Möglichkeit wahrgenommen sich zu präsentieren. Nachdem Egmont-Manga ihren Redaktionssitz gerade nach Berlin verlegten, dachte ich eigentlich, dass zumindest diese dort anzutreffen seien. Dies erwies sich allerdings als Trugschluss. Dafür waren sowohl Kazé als auch Crunchyroll mit einem eigenen Stand vor Ort. Nach einigen Startschwierigkeiten hatten die Sailor Moon-Fans am Sonntag die Gelegenheit sich das vierte Volumen der Serie bereits eine knappe Woche vor dem eigentlichen Release-Datum zu sichern.

AniMaCo
© 2016 Sumikai

Eine besondere Attraktion waren erneut das Maid-Café direkt neben dem Eingang und der SailorMoonGerman-Bereich. Im Café verköstigten die Maids ihre Gäste mit leckeren Cupcakes und Waffeln, während das Team von SailorMoonGerman eine passende musikalische Untermalung lieferte. Auch wenn deren Bereich aufgrund der Abgeschiedenheit vom Rest der Convention nicht die Aufmerksamkeit bekam, welchem diesem großartigen Projekt eigentlich zustünde.

 

Mein persönliches Fazit: Erneut hat mich die AniMaCo mit ihrem breiten Angebot an Events und Workshops positiv überrascht. Vor allem die vielen Panels und Gesprächsrunden mit den Synchronsprechern waren nicht nur informativ, sondern auch amüsant anzuhören. Das Showkochen mit der entzückenden Angelina Paustian hat mich dazu animiert wieder selbst den Kochlöffel zu schwingen.

Was allerdings erneut den insgesamt guten Eindruck störte, waren die zahlreichen Verspätungen, welche sich konstant durch die Tage zogen. Leider hat nicht ein Programmpunkt wirklich pünktlich begonnen. Die Erklärungen für die Verzögerungen waren dabei reichlich lahm. Selbstverständlich sind viele Organisatoren sowie die Helfer freiwillig dabei und opfern ihre Freizeit. Dass die Technik oder Aufbauten Zeit brauchen, ist nach über zehn Jahren AniMaCo Berlin nun aber wirklich nicht mehr neu.

 

 

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