Popkultur »Aldnoah.Zero« Vol. 2 – Blu-ray Test

»Aldnoah.Zero« Vol. 2 – Blu-ray Test

Mit der vorliegenden zweiten Ausgabe von Aldnoah.Zero mit den Folgen vier bis sechs erreichen wir die Mitte der ersten Staffel. Kazé veröffentlicht Volume zwei der actiongeladenen politischen Mecha- und Dramaserie Ende Juli im hiesigen Handel. Die Kooperationsarbeit von A1 Pictures (Sword Art Online) und TROYCA unter der Regie von Ei Aoki (Fate/Zero) erzählt die Geschichte der Menschheit in einem Paralleluniversum, in dem im Jahre 2014 die Marsbewohner – hier Versianer genannt – die Erde angreifen, um die Hoheit über die ursprüngliche Heimat zurück zu erlangen. Inmitten dieses Konflikts stehen Schüler, allen voran der clevere Inaho auf Seiten der Erde und der impulsive Slaine für die außerirdischen Angreifer. Welche Entscheidungen beide zu treffen haben, erfahrt ihr partiell in folgender Rezension.

Slaine Troyard ist eigentlich ein Erdling, befindet sich aber aufgrund der beruflichen Umstände seines mittlerweile verstorbenen Vaters auf dem Mars. Als vermeintlich minderwertiger Mensch erfährt er ständige Erniedrigung. Als der Krieg mit der Erde ausbricht, ist Slaine hin und her gerissen. Seine Entschlossenheit festigt sich jedoch als er erfährt, dass die edlen Ritter von Vers nicht ganz so gewissenhaft sind, wie sie sich geben.

Unterdessen greifen besagte Ritter immer wieder die Rebellen um Inaho und Befehlshaberin Darzana Magbaredge an. In den Reihen dieser Gruppe befindet sich das, was die Angreifer von Vers seit der Invasion der Erde suchen oder besser gesagt Rächen wollen – nämlich die tot geglaubte Prinzessin von Vers. Allerdings muss darüber Stillschweigen bewahrt werden, denn die Leute sind nervös und skrupellos, wenn sich die Möglichkeit ergibt, den momentanen Feinden eins auszuwischen.

Genau gegenteilige Emotionen befallen die älteren Truppenmitglieder, unter denen sich Veteranen der letzten Auseinandersetzung von vor 15 Jahren befinden, als der Mond zersplitterte und mit neben dem Gesteinsregen die Bedrohung vom Mars das erste Mal auf die Erde niederprasselte. Was wollen die Versianer wirklich und wer verfolgt welche Ziele?

Befinden sich Spione vom Mars auf der Erde und auf welcher Seite steht nun Slaine? Das erfahrt ihr in Ansätzen auf Aldnoah.Zero Volume zwei. Die vorliegenden drei Folgen zeigen ganz deutlich, was der Krieg aus und mit Menschen macht. Die vermeintlich Fremden vergessen die Gemeinsamkeiten und drängen die Angegriffenen in eine Opferrolle.

Diese ziehen sich aufgrund ihrer Hilflosigkeit in Kurzsichtigkeit und Aktionismus zurück. Dabei frönen beide Seiten stumpfem Nationalismus; kämpfen also einzig für ihr vermutliches Vorrecht auf ein Stück Land beziehungsweise einen Planeten und finden sich währenddessen den anderen auf allen erdenklichen Ebenen überlegen.

Hier wird der Fatalismus deutlich, der immer wieder zutage tritt, wenn man sich kriegerische Auseinandersetzungen in der Geschichte anschaut. Die Menschheit scheint nicht zu lernen, dieselben Fehler werden immer wieder gemacht, egal wie weit die Zivilisation vorangeschritten sein mag. Trotz allen Intellekts zieht man sich auf in Urzeiten gelernte traditionelle Strukturen zurück, die jede Brücke nach vorne zerschlagen.

Das erinnert in Anbetracht der derzeitigen Umstände nicht zufällig an tagesaktuelle Nachrichten und Vorkommnisse.

Disc

Die Optik beeindruckt mit kristallklaren Bildern, welche in 1920×1080 Pixeln auf dem Bildschirm erstrahlen und somit in Full-HD daherkommen. Da nur drei Folgen die Disc füllen, musste beim Authoring nicht gespart werden, was dem Bild anzusehen ist, denn selbst die dunklen Kriegs- und Weltraumszenen laufen störungsfrei über den Bildschirm. So ruckelt und flimmert nichts, die Farb- oder Szenenübergänge sind flüssig und die Animationen weich. 

Der Ton kommt im DTS HD MA 2.0 aus den Boxen. Dabei steht wie gehabt der japanische Originalton oder die deutsche Synchronisation zur Verfügung. Für den O-Ton obligatorisch sind bei Kazé die gelben Untertitel mit schwarzer Umrandung, welche nicht abschaltbar sind. Die deutsche Sprachfassung stammt von TV+Synchron aus Berlin, für das René Dawn-Claude nunmehr zum zweiten Mal auf dem Regiestuhl Platz nahm. Das Pop-up-Menü erscheint an der linken Bildseite und erlaubt einen Schnellzugriff auf die relevanten Menüpunkte.

Da ich in der Rezension zu Ausgabe eins bereits die größeren Rollen besprach, möchte ich hier auf einige der wichtigeren Nebenrollen eingehen. Ganz besonders Bastian Sierich als Inahos Freund Calm will ich lobend erwähnen. Dieser gibt dem politisch populistischen Jungen mit dem starken Willen und großer Loyalität gegenüber seinen Freunden eine tolle Atmosphäre. Stimmlich klingt er harmonisch im Gesicht und vom Schauspiel her, gibt Sierich der Figur in jeder Szene die richtige Facette. Dadurch wirkt diese Nebenrolle für mich unglaublich gut nach und macht das Tragische an der Situation deutlich; als Jugendlicher hat man wenig Ahnung, Erfahrung und versucht das, was man kann besonders gut zu machen. Geht das nicht, bleibt nur die Freundschaft und wird das erkannt, stützt man die Gemeinschaft ungemein.

Peter Lontzek (Loki in den Thor-Filmen) als Graf Cruhteo schafft es ebenfalls, dieser tragenden Rolle eine dichte Aura zu geben. Das geglaubt Überlegene spielt Lontzek klasse aus und man kann echt Mitleid empfinden, wenn Cruhteo mal wieder Slaine grundlos erniedrigt und missbraucht. Gleichzeitig wird aber das emotionale der Rolle spielerisch pointiert betont, wenn beispielsweise die Verssoldaten Verluste erleiden. Die so gelebte Doppelmoral überträgt die deutsche Version fantastisch.

Als etwas negativ auffallendes Beispiel sei André Beyer als Graf Saazbaum, ebenfalls Versritter, zu erwähnen. Bisher ein eher weniger erfahrener Sprecher, der den durchtriebenen Grafen zu flach und stimmlich zu hart spielt. Dadurch kommt für mich das durchdachte und zwiespältige Handeln der Figur nicht so durch. Ich bin gespannt, wie sich das weiterentwickelt, denn Saazbaum wird noch wichtiger.

Anhand dieser drei Figuren ist erkennbar, dass René Dawn-Claude und TV+Synchron ein mutiges Ensemble für Aldnoah.Zero zusammengecastet haben. Nicht nur im Anime unerfahrene Sprecher konnten sich hier beweisen und liefern wirklich gute Arbeit ab, was sicherlich der aufmerksamen Regie geschuldet ist. Bis auf wenige Ausnahmen (Saazbaum) überzeugt Aldnoah.Zero durch eine stimmige deutsche Klangkulisse, welche sich mitunter sehr vom japanischen Original entfernt, dadurch aber nicht weniger gut funktioniert.

Verpackung & Extras

Die zweite Ausgabe von Aldnoah.Zero kommt in einer standardisierten Amarayhülle in den Handel. Ähnlich wie Volume eins befindet sich auf dem eigentlichen Cover ein Kataphract der Versritter. Als alternatives Wendecover steht ein weniger atemberaubendes Artwork eines Protagonisten zu Verfügung. In diesem Fall von Slaine Troyard und dem Serienlogo auf schlichtem weißen Hintergrund.

Als Extra liegt wieder ein Booklet bei, das nun jedoch kein Interview mit einem der Macher enthält, sondern nur einen kurzen Kommentar von Gen Urobuchi, dem anschließend Artboards der Backgrounds und Settings folgen; etwas enttäuschend. Auf der Disc selbst sind nur Trailer (von High School DxD, Hamatora und dem Haruhi-Movie) enthalten, sonst nichts. Ich warte weiter auf die textlosen Versionen des Openings und der zwei Endings.

Aldnoah.Zero Volume zwei von Kazé knüpft nahtlos an das Geschehen der ersten drei Folgen an, ohne einen vergleichbaren Schockmoment zu liefern. Dafür stehen Intrigen und etwas Charakterentwicklungen im Vordergrund. Mit einer Laufzeit von etwa 75 Minuten treiben die drei Episoden das Geschehen merklich voran und machen aufgrund eines Cliffhangers am Ende Lust auf mehr. Die Action sieht klasse aus, Charaktere erhalten langsam Profil und das politische Kalkül zieht weite Kreise. Ich finde es frappierend, wie viel Wahres und subtil Gedankenanregendes solche politischen Serien haben. Es wird einem wachen Geist quasi der Spiegel vorgehalten, und egal ob man auf Mecha steht oder nicht, dieses Plotdevice hebt sowohl Grausamkeit als auch Hoffnung auf eine neue Ebene, die dem Zuschauer den nötigen Abstand gibt, um über das Gesehene zu reflektieren. Wenn ihr bereits Volume eins euer eigen nennt, ist Ausgabe zwei dieser dichten und audiovisuell schicken Serie Pflicht!

Wir bedanken uns herzlich bei Kazé für das Rezensionsexemplar zu Aldnoah.Zero Vol. 2.

Details

Titel: Aldnoah.Zero Vol. 
Originaltitel: ALDNOAH.ZERO (アルドノア・ゼロ)
Animationsstudio: Aniplex, A-1 Pictures, Movic, Nitroplus, Mages, TROYCA
Regisseur: Ei Aoki
Publisher: Kazé

Länge/Episoden: 75 Minuten/Folge 4 bis 6 von 12
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Ton: DTS-HD 2.0
FSK: 12
Preis: 22,99€
Bestellen: [amazon text=ISBN-10: B00UYQ9QRS&chan=animey&asin=B00UYQ9QRS]

ALDNOAH.ZERO ©2014 Olympus Knights/Aniplex, Project AZ
Aldnoah.Zero. © 2015 VIZ Media Switzerland SA

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