Gesehen: Akira (2014)

Im August gab Universum Anime bekannt, dass der Klassiker Akira in einer überarbeiteten Fassung noch 2014 auf den Markt kommen wird, genauer am 31 Oktober. Aber hat der Film denn, trotzt der Neuauflage, noch den Charme von damals?

Worum geht es?
Im Jahre 1988 vernichtet eine mysteriöse Explosion das alte Tokio und beschwört den dritten Weltkrieg herauf. 31 Jahre später ist der Wiederaufbau der Metropole beendet ― doch der wirtschaftliche Aufschwung der Nachkriegsjahre gehört ebenfalls der Vergangenheit an. Das Bild Neo-Tokios im Jahre 2019 wird von Demonstranten, Terroristen, der gewaltbereiten Polizei und nicht zuletzt der korrupten Regierung bestimmt. Shotaro Kaneda, „Kaneda“ genannt, Tetsuo Shima und ihre Freunde tragen indessen inmitten dieses Chaos ihren ganz privaten Krieg aus. Die jugendlichen Biker liefern sich mit Brandbomben gespickte Straßenschlachten mit der rivalisierenden Gang „Clowns“. Eines Tages verunglückt bei einer der gefährlichen Verfolgungsjagden Tetsuo. Bevor der Verletzte vom Militär in Gewahrsam genommen wird, kommt es zu einer schicksalhaften Begegnung: Ein Junge mit greisemhaftem Gesicht erscheint und Tetsuo wird Zeuge paranormaler Fähigkeiten. Haben diese etwas mit der sagenumwobenen Kraft „Akira“ zu tun, von denen die zahlreichen Weltuntergangs-Prediger reden…?

Universum Anime
Universum Anime

Die Story:
Als erstes muss man einfach erwähnen, dass die Story des Films natürlich total gestrafft wurde. Daher wird nicht auf jeden Charakter so eingegangen, wie es im Manga der Fall ist und einige Figuren werden zu Randfiguren. Was man ebenfalls erwähnen sollte, die Story ist schwer zu verstehen, wenn man den Manga nicht kennt, denn schon dort war sie nicht ganz so einfach. Katshuhiro Otomo hat es geschafft mit Akira ein Bild von Japan zu zeichnen, dass nicht nur düster sondern auch tiefgründig ist. Daher bleiben im Film leider auch einige Erklärungen schuldig. Trotzdem, die Story ist spannend, bietet hier und da Witz und ist immer noch faszinierend.

Die Animation:
Der Film startete 1988 in den Kinos, wer nun aber erwartet, das die Animation angestaubt wirkt, der irrt gewaltig. Selbst nach 26 Jahren, wirkt die Animation immer noch sehr gut, natürlich nicht zeitgemäß, aber das erwartet wahrscheinlich auch keiner. Was ich Universum Anime sehr hoch anrechne: Die Überarbeitung des Bildmaterials hat keinen Hochglanzfilm produziert, sondern der Charme ist immer noch erhalten geblieben. Damals war es die Animation, an dem sich Animes messen lassen musste und heute? Merkt man erst, wie gut sie eigentlich wirklich ist.
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Der Sound:
Einzigartig, manchmal passt er so gar nicht, aber der Sound unterstützt immer die Atmosphäre So ungefähr kann man es beschreiben. Oftmals setzt er genau dann ein, wenn es wichtiges passiert und bleibt dabei aber nicht im Hintergrund, sondern dominiert die Erzählung dann für einen Augenblick. Das führt dazu, dass diese Situationen oft sehr hervorgehoben wirken, wo man leider an anderen „Situationen“ leider am Sound etwas gespart hat. Auch die Klangkulisse im Allgemeinen ist sehr gut, jeder Sound passt zu dem was gerade passiert.

Die Synchronisation:
Hier gibt es jetzt einen Sonderfall, denn Akira ist zweimal in Deutsch Synchronisiert worden. Einmal gibt es die Synchronisation, die damals im Kino zu hören war und die zweite, ist eine Synchronisation von Panini.

Rollejapanischer Sprecherdeutscher Sprecher (1991)deutscher Sprecher (2005)
Tetsuo ShimaNozomu Sasaki Julien Haggege Gerrit Schmidt Foß
Shōtarō KanedaMitsuo IwataAlexander DoeringJulien Haggege
Oberst ShikishimaTaroh IshidaRaimund KroneErich Räuker
Doktor Nicht bekanntPeter GroegerHans Gerd Kilbinger
KeiMami KoyamaBianca KrahlSarah Riedel
YamagataMasaaki OkuraThomas Nero WolffDavid Nathan
RyuTessho GendaBernd RumpfDetlef Bierstedt
NezuHiroshi OtakeKarh Heinz GreweKarlheinz Tafel
KaiTakeshi KusaoNicht bekanntHeiko Obermöller
KaoriYuriko FuchizakiNicht bekanntMarie Bierstedt
Kiyoko (Nr 25)Fukue ItoDaniela Brabetz ThuarSahra Brückner
Takashi (Nr 26)Tatsuhiko NakamuraDavid NathanNicht bekannt
Masaru (Nr 27)Kazuhiro KamifujiMario von JascheroffCorinna Riegner

 

Ich persönlich mag die Panini Synchronisation lieber, was daran liegt, dass die Stimmen besser auf die Charaktere abgestimmt wirken, Fans der Kinosynchronisation, kommen aber auch auf ihre Kosten, denn Universum hat beide Tonspuren auf die DVD gepackt. Dazu noch die japanische Originalfassung. Macht euch also selbst ein Bild.

Fazit:
Ich war damals im Kino, habe mir die VHS gekauft (ja, vor der DVD gab es auch was 😉 ) und habe dem Film über 80 Mal gesehen. So freue ich mich natürlich um so mehr, dass Universum diesen Film als Special Edition auf den Markt bringt, denn nicht nur meine VHS ist mittlerweile nicht mehr zu gebrauchen, ich finde so ein Klassiker muss einfach jeder gesehen haben. Und Universum macht alles richtig, das Bildmaterial hat genau den gleichen Charme, wie damals, alle Synchronisationen sind auf der DVD vorhanden und sogar ein Making of.. findet man. Natürlich merkt man, dass der Film ein paar Jahre auf den Buckel hat, aber man merkt auch sehr schnell, wieso Akira für unseren deutschen Manga und Anime Markt so wichtig war. Er ist gut, erzählt eine tolle Geschichte und fesselt einen. Da verschmerzt man auch, dass es hier und da ein paar Schnitzer in der Synchronisation und auch in der Animation gibt und die Story sehr gestrafft wurde.

Ich kann nur jeden raten, ab in den Laden vorbestellen bzw. am 31 kaufen. Akira gehört zu den Animes, die man gesehen haben muss.

Info:
Akira
Original Name: アキラ
Transkription: Akira
Studio: TMS Entertaiment
Deutcher Publisher:Universum Anime
Regisseur: Katsuhiro Otomo
Drehbuch: Katsuhiro Otomo und Izo Hashimoto
Musik: Shoji Yamashiro
Erschienen am: 31.10.2014 (Simulcast)
Länge: 119 Minuten
Freigegeben ab: 16 Jahren
Genre: Drama: Sciene Fiction
Sprachen: Japanisch und beide deutschen Synchrofassungen
Medium: DVD und BluRay Special Edition