Gesehen: Aku no Hana – Die Blumen des Bösen

Eine düstere und doch poetische Geschichte verspricht der Anime Aku no Hana, dazu soll er auch noch aus dem üblichen Raster fallen. Zu viel versprochen oder noch untertrieben? Wir haben uns den Anime mal genau angeschaut.

Worum geht es?

Die Blume des Bösen ist erblüht. Schlimmer noch, sie gedeiht prächtig in Kasugas Herzen, gehegt und gepflegt von seinen Selbstzweifeln und Nakamuras eigensinnigen Überzeugungskünsten. Nachdem die beide mitten in der Nacht ihr Klassenzimmer verwüstet und Saekis Sportsachen dort zurückgelassen haben, bricht nun unaufhaltsam ein neuer Tag an. Während Nakamura sich auf die Reaktionen der Mitschüler freut, überfällt Kasuga eine Welle der Panik. Was wird geschehen, wenn alle erfahren, was für ein mieser, perverser Kerl er ist? Wie wird Saeki-san reagieren? Wird sein Leben je wieder so sein wie früher? Doch es gibt kein Zurück mehr. Immer höher steigt die erbarmungslos strahlende Sonne, irgendwo ist schon die Schulglocke zu hören und ein entsetztes Raunen geht durch die Klasse.

Die Story

Hier muss man der Beschreibung recht schnell zustimmen, düster trifft es ganz gut, poetisch ist die Geschichte allerdings auch, aber dazu gleich mehr. Erwartet man nun einen “normalen” Anime, sucht man das Normal definitiv vergebens und auch das merkt man direkt am Erzählstil. Er ist teilweise sehr langsam und man muss immer wieder auf kleine Feinheiten in der Story achten. Man kann also durchaus sagen, dass die Story definitiv etwas anspruchsvoller ist, als man es normalerweise kennt. Allerdings ist die Art und Weise manchmal etwas anstrengend und so passiert es immer wieder, dass wenn man gerade in die Geschichte eingetaucht ist, dass man ziemlich abrupt wieder heraus gerissen wird. Es mag zum Erzählstil gehören, mich hat es manchmal allerdings gestört.

Die Idee

Die Idee hinter der Original-Geschichte ist eine Hommage an die Gedichtsammlung von Baudelaire, Blumen des Bösen, die auch eine wichtige Rolle im Anime einnimmt. So bekommt man immer wieder Zitate aus der Sammlung erzählt um damit die jeweilige Szene zu umschreiben und die geistigen Abgründe der Figuren und die Handlungen der Charaktere zu untermauern. Das macht diesen Anime auch zu etwas Besonderem.

Die Charaktere

Die drei Haupcharaktere haben so ihre Eigenarten, Takao Kasuga, fühlt sich als etwas Besonderes, denn keiner versteht seine Ansichten, allerdings ist er auch eher ein verschlossener Schüler. Sawa Nakamura hingehen ist das genaue Gegenteil, sie nimmt kein Blatt vor dem Mund und ist voller Tatendrang, allerdings macht sie nur das, worauf sie auch Lust hat. Nanako Saeki wiederum ist eine Mischung aus beiden, sie kommt aus guten Haus und ist eher vornehm.

Die Art, wie die drei zusammengeführt werden, wie sie miteinander auskommen und wie es ihnen Unbehagen bereitet, zeigt, dass die Charaktere sehr passend dargestellt werden.

Die Animation

Vorweg, der Anime lebt weniger durch detailreiche Animation, das Gegenteil ist hier der fall. Alles wirkt reduzierter und es wird dadurch eine Spannung aufgebaut, die man oft gerne hätte, aber bei vielen Werken vergebens sucht. Dazu kommt, dass oftmals Animationsschritte übersprungen werden, was noch mehr Atmosphäre schafft.

Der Sound

Der Sound ist ungefähr so minimalistisch, wie der Rest des Anime. Er unterstützt Szenen teilweise sehr gut, allerdings nimmt man ihn oft auch einfach nicht wahr, obwohl er natürlich da ist, aber man ist einfach zu versunken. In diesem Fall ist es allerdings absolut passend.

Die Synchronisation

Nun mittlerweile merkt man, wenn man einen Anime von Kazé vor sich hat, denn die Synchronisation ist sehr gut geworden. Die Stimmen passen zu den Charakteren und es wird sich große Mühe gegeben, dass die Formulierung und Art der Aussprache nicht das Gesamtbild des Anime stört.

CharakterSprecher
Ai KinoshitaBetül Jülide Gülgec
Ken KojimaPatrick Mölleken
Masakazu YamadaDavid Schulze
Nanako SaekiEla Paul
Sawa NakamuraJana Kilka
Takao KasugaTom Raczko
Mayu MiyakeNadja Godzina
Takaos MutterVanessa Wunsch
Extras

(wird nicht bewertet)
Kein richtiges Extra aber der Anime wird in zwei wirklich sehr schicken Mediabooks ausgeliefert mit ausführlichen Booklets und einer wirklich sehr schönen Außenseite.

Aku no Hana
Aku no Hana Verpackung (Bild © Sumiaki)
Fazit

Tja ich bleibe dabei, dieser Anime verlangt Aufmerksamkeit und ist definitiv ein etwas anspruchsvolleres Werk. Die Geschichte ist nicht nur sehr gut in Szene gesetzt, sondern auch sehr gut erzählt. So wird man nach kurzer Zeit so sehr in den Bann gerissen, dass man unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Leider ist die Geschichte nicht abgeschlossen, was etwas schade ist.

Ansonsten gibt es aber nichts, worüber man meckern kann, die Umsetzung seitens Kazé ist sehr gut, die Synchronstimmen passen und die Idee, den Anime als Mediabook auszuliefern, zeigt, dass er durchaus etwas besonderes im Topf der Anime ist.

Fazit also: Anspruchsvoll, aber besonders sehenswert.

Info

AKU NO HANA © 2013 Shuzo Oshimi Kodansha / AKU NO HANA Committee Aku no Hana - Die Blumen des Bösen © 2015 VIZ Media
AKU NO HANA © 2013 Shuzo Oshimi Kodansha / AKU NO HANA Committee
Aku no Hana – Die Blumen des Bösen © 2015 VIZ Media

Aku no Hana – Die Blumen des Bösen
Original Name: 惡の華
Transkription: Aku nu Hana
Studio: Zexcs
Deutscher Publisher: Kazé
Regisseur: Hiroshi Nagahama
Drehbuch: Alo Ota,o
Musik: Hideyuki Fukasawa
Erschienen am: 5. April 2013 (Japan), Juli 2015 (Deutschland)
Synchronisation: G&G Studios, Kaarst
Dialogregie: Jörn Friese
Länge: 13 Episoden
Freigegeben ab: FSK 12
Genre: Drama, Psychological, Thriller
Sprachen: japanisch mit deutschen Untertitel / Deutsch
Medium:

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