Gesehen: Blue Exorcist (Komplett)

Blue Exorcist (Ao no Exorcist) erschien bereits 2012 durch Kazé in Deutschland. Wir haben uns dem Anime nochmal angenommen und unsere Meinung dazu gebildet.

Worum geht es?
Rin Okumura ist kein gewöhnlicher Junge und das ist auch allen in seiner Umgebung bekannt, denn ihm geschieht ein Missgeschick nach dem anderen und verliert des Öfteren seinen Job. Dass dies jedoch nicht seine einzige Last ist, weiß er allerdings noch nicht. Erst bei einer Schlägerei mit einer Gang erwacht das Verborgene in Rin und sein Körper wird von blauen Flammen umhüllt. Außerdem nimmt er eine leicht dämonische Gestalt an. Um für Klarheit zu sorgen, klärt sein Ziehvater Shirō Fujimoto, der gleichzeitig Priester und erfahrener Exorzist ist, ihn auf. Rin und sein Zwillingsbruder Yukio seien zur Hälfte die Söhne Satans, doch nur Rin soll dessen Gene geerbt haben. Bevor Rin das überhaupt verarbeiten kann, greift Satan von Gehenna – der Dimension der Dämonen – aus ein und nimmt den Körper von Shirō kurzzeitig in Besitz. Dieser kann sich jedoch noch davon befreien und weist Rin kurz vor seinem Tod an, mit dem Schwert welches seine Kräfte kontrollieren kann, zu seinem Freund Mephisto zu gehen, damit dieser ihm helfen kann. Um seinen Vater zu rächen, beschließt Rin ein Exorzist zu werden und Satan zu vernichten, obwohl er selbst von ihm abstammt. Kann ein Dämon tatsächlich Exorzist werden?

Die Story
Die Story ist, wie das Genre schon verrät, sehr shounenlastig und mit Action mehr als genug bedient. Mich persönlich hat die Serie eigentlich ziemlich gut unterhalten, auch wenn sie leider nur teilweise der Manga Vorlage folgt. Aber der Anime erschien ja bereits 2011 in Japan, wohingegen der Manga heute noch aktuell erscheint – kein Wunder also, dass der Anime sich nicht daran orientiert hat. Dennoch wird die Handlung gut und überschaubar rübergebracht und der Zuschauer kommt auf seine Kosten. Einige der Episoden könnte man jedoch eher als überflüssige Nebenhandlung betiteln, es sei denn man steht auf sowas. Ich persönlich hätte es auch besser gefunden, wenn man mehr auf die Haupthandlung eingegangen wäre – selbst wenn es nur ein Bruchteil des Mangas wäre – aber das heißt nicht, dass ich diese Nebenhandlungen schlecht fand. Eher waren sie hilfreich, die Nebencharaktere ein wenig besser kennenzulernen, was mir ebenfalls sehr wichtig ist. Des Weiteren ist die Story voll von gut umgesetzten Comedy Elementen, die mich wirklich gut amüsiert haben. Auch wenn Rins eigentliches Ziel etwas zu kurz kommt, ist dies alles in einem doch noch ein passabler und guter Anime. Über eine Fortsetzung oder sogar ein Remake würde ich mich aber dennoch sehr freuen.

Die Idee
Einen Dämonen, der von einem Priester groß gezogen wird und später selbst Exorzist werden möchte, um seine Abstammung zu bekämpfen sieht man auch nicht alle Tage. Sicher wurde diese Idee mittlerweile schon mehrere Male ähnlich umgesetzt, aber Blue Exorcist dürfte dabei zu den ersten oder besser gesagt bekanntesten zählen. Auch toll fand ich die verschiedenen Arten von Exorzisten, die einem innerhalb der Serie vorgestellt wurden und zwischen denen sich Rin entscheiden konnte. Ist ja wohl keine Frage, dass sich Rin dann für sein Schwert entschieden hat. Am meisten haben mir jedoch das Prinzip der 2 Dimensionen und die Antagonisten gefallen, da diese einen besonders interessanten Charakter haben und ebenfalls bekannte Namen von Teufeln tragen – dazu aber mehr unter der Charakteranalyse. Wie bereits erwähnt, ist die Idee gut umgesetzt, nur leider durch zu frühe Produktion des Animes (bzw. vor Abschluss des Mangas) ein wenig in den negativen Bereich gezogen. Ein Remake (ähnlich wie bei Fullmetal Alchemist oder Hellsing) wäre nach Ende des Mangas mit Sicherheit sehr stark gefragt und auch ratsam.

Die Charaktere
Rin und Yukio Okumura sind der klassische Fall von total verschiedenen Zwillingen. Während Rin der Tollpatsch schlechthin ist und von den anderen anfangs eher gemieden wird, da er so ein überhitztes und aufgedrehtes Gemüt besitzt, ist Yukio eher der regel- und pflichtbewusste, intelligente und erwachsenere. Außerdem scheinen auch alle um ihn herum seine Talente zu Erfahrungen für sein junges Alter zu schätzen und einige (die Damenfront) veehren ihn sogar. Dafür kann Rin allerdings besonders gut kochen, weshalb er die meisten Komplimente wohl eher dafür einsteckt. Auch wenn die zwei eher selten miteinander harmonieren, sind sie auf jeden Fall ein klasse Duo – selbst wenn diverse Probleme zwischen ihnen stehen. Als älterer Zwilling kann Rin sich aber öfters dennoch durchsetzen und sich den Respekt seines talentierten Bruders oft doch noch verdienen.

Die Nebencharaktere sind zum Großteil eher durchschnittlich (jedenfalls im Anime), aber dennoch gut in Szene gesetzt. Von den restlichen angehenden Exorzisten ist meiner Meinung nach Ryūji Suguro der wohl interessanteste. Er neigt stark zu aggressiven Ausbrüchen – besonders wenn Rin im Spiel ist – und hegt einen mächtigen Hass gegen Dämonen. Trotz seiner negativ wirkenden Einstellung und seinem bösen Blick weiß er aber dennoch was er tut und hat ebenfalls viel Potenzial, um später ein guter Exorzist zu werden. Im Gegensatz zu allen anderen strebt er auch zwei Richtungen des Exorzismus an, statt wie gewohnt nur eine.

Weitere interessante Charaktere wären außerdem Shura Kirigakure, sowie Mephisto und sein Bruder Amaimon. Zu letzteren beiden ist noch zu erwähnen, dass auch sie Dämonen sind, aber keine gewöhnlichen – sie sind ebenfalls die Söhne Satans, jedoch sind sie im Gegensatz zu Rin vollständige Dämonen. Um nicht zu viel zu verraten, werde ich auf Shura und Amaimon nicht weiter eingehen. Was Mephisto angeht, dürfte jeder, der beispielsweise etwas von Goethes “Faust” gehört hat, etwas mit seinem Namen anfangen können. Wie auch Mephistopheles in Faust (in diesem Anime vorgestellt als Herr Mephisto Pheles) ist auch unser merkwürdiger Freund hier ein einziges Mysterium. Nie weiß man, ob das was er sagt ernst gemeint ist, ob er einen nur veralbert oder einfach nur belügt. Dazu kommt noch, dass er sehr redegewandt ist und es ihm dadurch öfter gelingt, sich gut rauszureden oder etwas zu verschleiern. Außerdem hält er sich eher aus den ganzen Konflikten raus und spielt lieber den Beobachter. Daher kann man ihn weder als gut, noch als böse abstempeln. Immerhin will er Rin (auch als guter Freund von Shirō) wirklich helfen, aber auf der anderen Seite versucht er auch nicht, dessen Feinde zu bekämpfen oder Amaimon aufzuhalten. Der Anime gibt aber leider viel zu wenig von ihm her, weshalb ich nicht wirklich mehr über ihn sagen kann.

Insgesamt sind die Charaktere passend zur Story gut in Szene gesetzt und erfüllen ihre jeweiligen Rollen. Sie brachten mich öfter sogar tatsächlich dazu, darüber nachzudenken, wer in dieser Serie nun eigentlich gut oder böse ist oder ob das Ganze dann doch nur Ansichtssache ist. Wenn man den Anime weiter ausbauen würde, könnte man eventuell eine Antwort darauf finden.

Die Animation
Wie für A-1 Pictures üblich, haben sie auch hier einen Shounen Anime klasse umgesetzt. Mir gefielen die Animationen (vor allem während der Action Szenen) und der Zeichenstil (der größtenteils natürlich auch vom Manga abhängt) ziemlich gut und es ließ sich alles sehr angenehm mitverfolgen. Wirklich etwas zu bemängeln habe ich von daher also nicht.

Der Sound
Die Soundtracks innerhalb der Serie finde ich einfach spitze und sie passen optimal zur Handlung. Es sind natürlich nicht alles Meisterstücke, aber es gibt da mindestens 3 oder 4, die ich wirklich sehr toll fand und auch gerne mal so höre, da sie einfach eine epische Aura ausstrahlen. Da wären u.a. “Exorcist” oder “U and Cloud”, um mal zwei Beispiele zu nennen. Auch die beiden Openings “Core Pride” und “In my World” gefallen mir sehr und sie passen jeweils zu den Storyabschnitten, die sie einleiten. Gegen die restlichen Sound Effekte haben ebenfalls nichts einzuwänden.

Die Synchronisation
Wie üblich bei der deutschen Synchronisation, gibt es auch hier viele Zuschauer, die diese überhaupt nicht mögen oder eben zu einem großen Teil. Ich persönlich bekam sogar oft mit, dass viele besonders mit den Sprechern von Rin und Shiemi (Dennis Saemann und Rieke Werner, die man teilweise auch durch das Internet kennt) unzufrieden seien. Dies kann ich jedoch nicht wirklich nachvollziehen, da ich die Arbeit der beiden wirklich toll finde und generell den gesamten Cast positiv bewerten würde. Dennis Saemann z.B. eignet sich ideal für das aufbrausende Energiebündel namens Rin Okumura, da er dessen überschäumende Gefühlsausbrüche in meinen Augen (oder Ohren) gut umsetzen und glaubwürdig rüberbringen kann. Dies trifft auch auf die restlichen Sprecher zu. Synchronisation nach deutschen Maßstäben laufen im Bereich Anime eben größtenteils anders ab und hier wurde dieser Maßstab gut eingehalten. Natürlich gibt es Anime mit deutlich besserer Synchronisation, aber für Blue Exorcist reicht diese vollkommen aus. Ich konnte die Serie jedenfalls genießen und freue mich, dass diese Besetzung den Figuren ihre Stimmen geliehen hat.

RolleSprecher
Rin OkumuraDennis Saemann
Yukio OkumuraTobias Diakow
Shiemi MoriyamaRieke Werner
Mephisto PhelesOliver Krietsch-Matzura
AmaimonNiklas Berg
Ryūji SuguroDaniel Käser
Shirō FujimotoPeter Harting
Shura KirigakureMilena Karas
Konekomaru MiwaPatrick Mölleken
Izumo KamikiCorinna Dorenkamp
Noriko PakuZazie Gülland
Renzou ShimaSunke Janssen
Arthur Auguste AngelSimon Roden
Igor NeuhausJochen Langner
KuroSarah Brückner

Extras
(wird nicht bewertet)
Bei den 4 Volumes sind je 2 Postkarten vorhanden. Das erste Volume enthält außerdem ein 44-seitiges Booklet, Volume 3 zusätzlich die OVA Episode 13.5 und Volume 4 steuert noch die 10 Story unabhängigen Mini Episoden bei. Zu guter Letzt bekommt man in den Volumes 3 und 4 nochmal jeweils 6 Tarot-Karten. Somit bekommt man definitiv ordentlich etwas mitgeliefert.

Fazit
Blue Exorcist ist ein toller Action Titel, den man als Shounen Fan garantiert genießen kann. Man hätte wirklich sehr viel besser machen können, aber das macht die Serie nicht automatisch schlecht. Der Sound und die Charaktere schmücken die Handlung gut aus und man wird angenehm unterhalten.

Info

Blue Exorcist / © Kazé

Blue Exorcist / Ao no Exorcist
Original Name: 青の祓魔師
Transkription: Ao no Ekusoshisuto
Studio: A-1 Pictures
Deutscher Publisher: Kazé
Regisseur: Tensai Okamura
Drehbuch: Ryōta Yamaguchi
Musik: Hiroyuki Sawano
Erschienen am: April 2011 in Japan, Juni 2012 (DVD) / März 2014 (Blu-ray) in Deutschland
Synchronisation: G©G Studios
Dialogregie: Richard Westerhaus
Länge: 25 Episoden + OVA (Episode 13.5) + 10 Mini Episoden
Freigegeben ab: 12 Jahre
Genre: Action, Shounen, Fantasy, Comedy
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Medium: DVD / Blu-ray

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