Gesehen: Eureka Seven Volume 1 (Blu-ray)

Am 29. Januar erschien bei nipponart das erste von zwei Volumes zur Neuauflage bzw. Box Sammlung von Eureka Seven. Wir haben uns die erste Hälfte der Serie mal genauer unter die Lupe genommen.

Worum geht es?

Die Geschichte von Eureka Seven spielt in einer technologisch so weit fortgeschrittenen Welt, in der es den Menschen möglich ist, auf den sogenannten Trappers durch die Lüfte zu fliegen, da diese quasi als Antrieb bzw. zum Auftrieb genutzt werden (ähnlich wie Wellen beim Surfen). Der Traum des jungen Renton Thurston ist es, Mitglied der berühmten Rebellengruppe Gekkostate zu werden und genau wie diese mithilfe der LFOs (Mechas) frei durch die Lüfte zu surfen. Da er selbst in der LFO-Werkstatt seines Opas arbeitet, hat er eine besondere Hingabe für sie und kennt sich mit ihrer Mechanik sehr gut aus. Als dann eines Tages die Werkstatt versehentlich von dem LFO Nirvash Type 0 zerstört wird, trifft er auf die mysteriöse Eureka, deren Namen kurz davor auf seinem Compac Drive erschienen war. Nach einigen Eskapaden stellt sich heraus, dass auch Eureka zur Gekkostate gehört und als ihr Anführer Holland Novak Rentons Talent und Mut zur Kenntnis nimmt, wird sein Traum dann endlich doch noch wahr – nur kommt es ganz anders, als es sich Renton vorgestellt hat…

Die Story

Die Handlung ist anfangs etwas bizarr und man versteht nicht direkt, worum es in dieser Serie nun eigentlich geht. Nach einigen Episoden merkt man dann, dass es um deutlich mehr geht, als nur durch die Luft zu surfen. Was genau nun aber der Hauptkonflikt der Serie ist, wird viel später geklärt.
Sofern man sich auch nur ein kleines bisschen mit Mechas anfreunden kann, dürfte einem die Serie gefallen, da oft viele gesellschaftskritische Punkte angesprochen werden, die auch teilweise uns (sowohl als Einzelperson als auch im Allgemeinen) betreffen. Diese philosophischen Aspekte verleihen dem Anime die gewisse Tiefe und macht ihn interessant. Allerdings tragen auch die Charaktere selbst einen sehr großen Teil dazu bei. Die Kämpfe und Gefechte in der Luft sind zwar ganz okay, aber nicht unbedingt das unterhaltsamste an der Serie. Ein paar Szenen und Handlungsstränge sind ebenfalls nicht sehr interessant, dafür oftmals aber zeimlich lustig. Alles in einem ist die Story bisher ganz gut und man findet sich mit der Zeit ein, selbst wenn man (wie ich) kein großer Mecha-Fan ist.

Die Idee

Der Gedanke hinter dem Anime ist auf eine besondere und eigene Weise ziemlich interessant. Die Welt in dieser Serie ist sehr futuristisch und man stellt sich oft die Frage, wie es nun eigentlich dazu kommen konnte, dass eben nun alles so ist, wie es eben ist. Aber auch wenn es anfangs nicht danach ausschaut, werden diese Fragen Stück für Stück beantwortet. Außerdem werden nicht nur gesellschaftskritische Probleme angesprochen, sondern auch die Frage, ob zwei unterschiedliche Existenzen (wobei mit der zweiten keine Tiere gemeint sind) friedlich miteinander leben können oder nicht und wie dies funktionieren könnte. Auch interessant ist das Weltenprinzip und die dort herrschenden physikalischen Gesetze. Selbst wenn der Anime in einer futuristischen Welt spielt, erklärt das ja noch lange nicht die Trappers und viele andere Faktoren, doch aus spoilertechnischen Gründen gehe ich nicht weiter darauf ein.

Die Charaktere

Ich persönlich fand die Charaktere am Anfang ziemlich seltsam und konnte keinen wirklich nachvollziehen. Mit der Zeit erfährt man aber immer mehr von ihnen (jedenfalls von den meisten), sodass es einem dann doch leichter fällt – auch mir erging es so. Auch wenn viele Nebencharaktere weiterhin eher im Hintergrund bleiben und nicht viel von sich hergeben, kann man für den Rest denn noch individuell Sympathie entwickeln, vorausgesetzt man kann ihre Beweggründe und Handlungsweisen nachvollziehen und teilen. Sie sind aber auf jeden Fall alle auf ihre eigene Art ziemlich interessant.

Die Animation

Dafür, dass der Anime vor über 10 Jahren erschienen ist, sind Animation und Zeichenstil trotzdem gut und nett anzusehen. Eine Meisterleistung ist es nun natürlich nicht, aber eben ganz gut. Dies ist aber keine große Überraschung, denn Studio Bones hat ja bereits einige tolle Werke zustande gebracht (z.B. Fullmetal Alchemist).

Der Sound

Bei dem Sound kann man allgemein nicht meckern. Die Sound-Effekte selbst sind sehr passabel und passen gut zur Handlung und Animation. Von den Openings gefiel mir jedoch nur das erste (und dieses aber wirklich sehr). Die Band FLOW scheint ein gutes Händchen für Mecha Anime Openings zu haben, da sie u.a. auch 2 Openings für Code Geass und das zweite Opening für die Fortsetzung Eureka Seven AO performt haben. Bei den Endings hat mich bisher keins wirklich angesprochen, aber das ist ja eigentlich Geschmackssache, denn zur Serie passen sie natürlich dennoch gut. Die Frage, wie es mit den restlichen Openings/Endings aussieht, halten wir natürlich noch für das nächste Volume bzw. die nächste Review offen.

Die Synchronisation

Wie auch der Anime selbst, hat auch die deutsche Synchronisation schon einige Jahre auf dem Buckel. Dennoch ist sie hier gut gelungen. Die Stimmen sind zum größten Teil gut gewählt und auch die Art, in der die Charaktere sprechen, ist gut getroffen. Natürlich klingt es seltsam, wenn ein erwachsener Mann wie Raúl Richter den jungen Renton Thurston spricht, der im Original ja eigentlich von einer Frau gesprochen wird, aber diesen Fall haben wir ja nicht selten in deutschen Fassungen und mir persönlich gefällt die Besetzung ziemlich gut. Es ist aber nunmal ein wichtiger Punkt, den man nicht außer Acht lassen sollte. Was ich persönlich schade fand, sind die Umbesetzungen einiger Sprecher. Ich kenne zwar keine genaueren Gründe, aber beispielsweise haben Gidget und Dominic zu unterschiedlichen Zeitpunkten neue Sprecher. Diese sind natürlich ebenfalls gut für die Rollen geeignet, aber es zerstört eben leider ein wenig die Illusion. Dies wäre in meinen Augen aber auch der einzige negative Punkt.

RolleSprecher
Renton ThurstonRaúl Richter
EurekaJulia Meynen
Holland NovakOlaf Reichmann
Dewey NovakKlaus Lochthove
Talho YuukiGundi Eberhard
Dominic SorelRobin Kahnmeyer (1. Stimme) / Nico Sablik (2. Stimme)
AnemoneIsabelle Schmidt
HapBernhard Völger
HildaSilvia Mißbach
MatthieuViktor Neumann
GidgetJulia Kaufmann (1. Stimme) / Jill Schulz (2. Stimme)
Axel ThurstonErnst Meincke
Charles BeamsThomas Petruo
Ray BeamsVictoria Sturm
NorbKlaus Dieter Klebsch
WozRainer Fritzsche
StonerThomas Nero Wolff
MoondoggieNico Mamone (1. Stimme) / Fabian Schwab (2. Stimme)
MischaChristin Marquitan
JobsTim Moeseritz
Ken-GohTilo Schmitz
SakuyaKathrin Neusser
Diane ThurstonIris Artajo
Captain JurgensJan Spitzer
Greg EganStefan Staudinger
Extras

(wird nicht bewertet)
Zusätzlich zu den 4 Blu-ray Discs im tollen Digipack erhält man außerdem noch eine exklusive Postkarte dazu.

Fazit

Auch wenn es sich hierbei “nur” um ein Re-Release eines älteren Titels ist, so hat nipponart damit nichts falsch gemacht. Sowohl frühere Fans als auch Neueinsteiger werden sich bestimmt sehr über die Blu-ray Fassung und vor allem die kompakte bzw. platzsparende Edition in 2 Boxen mit schicker Verpackung freuen.
Die Serie selbst ist ziemlich spannend, sofern man sie verstanden hat und etwas Zeit und Geduld investiert, um ihr eine Chance zu geben. Selbst Nicht-Mecha-Fans können daran ihren Spaß haben. Mit 50 Episoden habt ihr bei Eureka Seven definitiv ein fettes Adventure-Paket vor euch, an welchem ihr euch eine etwas längere Zeitspanne als sonst erfreuen könnt.

Info

Eureka Seven / © nipponart

Eureka Seven
Original Name: 交響詩篇エウレカセブン
Transkription: Kōkyōshihen Eureka Sebun
Studio: Bones
Deutscher Publisher: nipponart
Regisseur: Tomoki Kyōda
Drehbuch: Dai Satō
Musik: Naoki Satō
Erschienen am: 17. April 2005 in Japan, 5. Juni 2007 in Deutschland (auf Animax), 29. Januar 2016 in Deutschland (auf Blu-ray)
Synchronisation: TV+Synchron (im Auftrag von Circle of Arts)
Dialogregie:
Länge: 50 Episoden (je ca. 23 Minuten) in 2 Boxen, 25 Episoden pro Volume
Freigegeben ab: FSK 12
Genre: Adventure, Comedy, Drama, Mecha, Romance
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: DVD / Blu-ray

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