Gesehen: Fate/stay night [Unlimited Blade Works] Vol. 3 (Blu-ray)

Nachdem letztes Jahr die ersten beiden Volumes mit der gesamten ersten Staffel von Fate/stay night [Unlimited Blade Works] bei peppermint anime erschienen, folgte nun Ende Januar nach einer Verschiebung der Beginn der zweiten Staffel des mystischen Actionspektakels. Die Folgen 13 bis 18 der dritten Ausgabe richten den Fokus mehr auf die Figuren um Rin und Shirou, was eine willkommene Abwechslung ist und mehr erzählerische Dichte in die Serie bringt.

Worum geht es?

Caster hat nicht nur mit dem falschen Assassin einen eigenen Servant in den Krieg beschworen, sie hat Shirou seines Servants beraubt. So hat nun die zwielichtige Magierin die Befehlsgewalt über Saber, diese wehrt sich jedoch. Unterdessen wird die Geschichte hinter Caster beleuchtet. Als griechische Prinzessin wurde sie aufgrund ihrer besonderen Talente als Hexe tituliert, dieses Stigma verleitete sie dazu, Rache zu üben. Dieses Motiv leitet sie auch in der Gegenwart. Nicht ganz andere Beweggründe hat Illya im Schloss der Einzberns. Sie will Rache an Shirou, hat sie dieser doch vermeintlich ihres Vaters beraubt. Seit jeher sind die Einzberns zuständig dafür, das Gefäß des Heiligen Grals bereitzustellen und genau deswegen tauchen Shinji und Gilgamesh im Schloss auf. Archer, der ganz eigene und im Vergleich profanere Ziele hat, beobachtet dieses Geschehen aus dem Schatten. Was führt er im Schilde und welche Enthüllungen passieren um seine Person? Das erfahrt ihr in Fate/stay night [Unlimited Blade Works] Volume drei.

Die Story

Angesiedelt im sogenannten Nasuverse (dem auch Garden of Sinners und Tsukihime angehören) erzählt Fate/stay night [Unlimited Blade Works] die zweite von drei Routen der Visual-Novel-Vorlage. Rin und ihr Servant Archer stehen dabei im Mittelpunkt. Wer ist Archer, woher kommt er und vor allen Dingen, was will er? Diese Fragen treiben die Handlung, in der die anderen Servants samt ihrer Master ganz eigene Ideale, Ziele und Wünsche hegen. Zusammengehalten wird das alles durch den Krieg um den Heiligen Gral, der in unregelmäßigen Abständen in Fuyuki stattfindet. Schauplatz ist die fünfte Auseinandersetzung, die ungewöhnlich früh nach der vierten (siehe Fate/Zero) passiert. Magier aus der ganzen Welt versammeln sich in dem japanischen Städtchen, um Mittels dieses Krieges – in dem sie Heldengeister aus der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft über den Heiligen Gral beschwören, die für sie in die Schlacht ziehen – ihren Wunsch zu erfüllen. Ein Wirrwarr aus Intrigen, schicksalhaften Begegnungen und dramatischen Beziehungen entfaltet sich, während gnadenlos die vermeintlichen Feinde ausgelöscht werden.

Die Idee

Die Idee magische Kriege vor realweltlicher Kulisse stattfinden zu lassen, ist wenig neu. Allerdings macht weniger der Krieg den Reiz an Fate/stay night aus als viel mehr die Charaktere, die in dieses Scharmützel hineingezogen werden: kühl taktierende Kampfmagier, besonnene Strategen, unbedarfte Neulinge oder ganz unwissende Menschen mit magischem Potenzial.

Die Charaktere

Diese Teilnehmer beschwören Sagengestalten aus Mythen aller Herren Länder und im Kampf gegeneinander treffen historische Freunde, Feinde oder gar Vorgänger aufeinander. Dabei verfolgt jede Figur sein eigenes Ziel, Partnerschaften werden geschmiedet oder erbitterte Feindschaften auf dem Schlachtfeld ausgetragen. Dabei zerbrechen Wünsche, Träume und Ideale. Sind die Sieger dennoch die, die am Ende erhobenen Hauptes vom Feld gehen? Man wird moralisch mit vielen Facetten unterschiedlicher Gedankenwelten konfrontiert und im Einklang (oder der Dissonanz) der Charaktere muss man seinen eigenen Standpunkt finden (der am Ende vielleicht erbarmungslos zerschmettert wird). Während Rin ihr Schicksal als Spross einer alteingesessenen Magierfamilie akzeptiert und leidenschaftlich um den Heiligen Gral kämpft, hat Shinji mit dieser Rolle zu kämpfen. Als Sohn einer traditionellen, großen Zaubererfamilie besitzt er keinerlei Talent auf diesem Gebiet. Shirou hingegen hat Talent, ist aber nur ein Adoptivsohn eines verstorbenen Magiers, der seine magischen Wurzeln verabscheute. Diese Master beschwören oder befehligen antike Könige (Gilgamesh als “falscher Archer”), mythische Halbgötter (Herakles als Berserker) oder keltische Kriegshelden (Cú Chulainn als Lancer). Sieben Master treffen so auf sieben Servants aus unterschiedlichen Ländern, Familien und Kulturen. Ein vielfältiges Ensemble, in dem sicher fast jeder eine Figur mit Identifikationspotenzial findet.

Die Animation

Animiert im Studio ufotable glänzt Fate/stay night [Unlimited Blade Works] durch atemberaubende Animationen, kräftige Farbgebung und klar gezeichnete Linien. All das vor sehr detailverliebten Hintergründen. Im Vergleich zu Fate/Zero weißt Fate/stay night mehr CGI_Elemtnte auf, die jedoch zu dem allergrößten Teil harmonisch ins Gesamtbild eingefügt wurden. So machen die Kämpfe extrem viel Spaß und selbst die langen und, bedingt durch das Serienuniversum, etwas komplizierteren Dialoge sind ein Fest für die Augen. Die Optik fasziniert und mit der vorliegenden Volume und der darauf beginnenden zweiten Staffel zieht auch endlich das Erzähltempo mit. Wo Staffel eins durch die drei stundenlangen Folgen sehr zäh wirkte und sich fast nur auf Rin und Shirou konzentrierte, beginnt mit Folge 13 eine schnellere, abwechslungsreichere und dadurch spannendere Erzählung.

Der Sound

Die Musik von Fukusawa Hideyuki (der ebenfalls den Score für die Visual Novel komponierte) setzt sich von der aus Fate/Zero (aus der Feder von Yuki Kajiura) ab, passt aber unfassbar gut in das Setting und verleiht den flüssigen Animationen ihre endgültige Durchschlagskraft. Die Kämpfe, die intriganten sowie beängstigen Szenen kommen durch die Akustik erst richtig zur Geltung. Die Abmischung der deutschen Dialoge vor diesem Hintergrund ist stimmungsvoll und fehlerfrei. Im Gesamtpaket machen die vorliegenden Folgen durch ihre Wendungen und die wechselnden Schauplätze unheimlich Spaß.

Die Synchronisation

Die Synchronisation stammt wie vieles aus dem Hause peppermint anime aus dem Offenbacher Studio Metz-Neun. Wenngleich der Ruf angeschlagen ist, präsentiert sich Fate/stay night [Unlimited Blade Works] erfreulicher Weise äußerst stimmig (wie Fate/Zero auch schon, als eine der Ausnahmen damals). So leisten besonders Ricardo Richter (Shirou) und René Dawn-Claude (Gilgamesh) erstklassige Arbeit. Von den neu bzw. nun größer auftretenden Figuren überzeugen Charlotte Uhlig (Illya) und Sabina Godec (Caster) auf ganzer Linie. Besonders die dramatischen Geschichten um die beiden Figuren machten eine gute Synchro notwendig und ich bin froh, dass das so gut gelungen ist. Besonders Folge 15 ist ein Highlight von Fate/stay night [Unlimited Blade Works] und genau diesen Status schafft auch der deutsche Ton zu übertragen. Einzig Jennifer Weiß (Rin) fällt leider immer noch negativ auf, denn in Rins lauten und hysterischen Phasen spricht (oder besser schreit) die Sprecherin fast gequält, was viel Authentizität zunichtemacht. Torsten Sense (Archer) spricht routiniert, wenngleich mir das geheimnisvolle ruhige fehlt, das Junichi Suwabe ihm Original einhaucht. Dadurch wirkt Archer im Deutschen leider weniger geheimnisvoll resigniert und eher wie ein kampflustiger Rüpel. Abschließend muss ich positiv hervorheben, dass alle Namen und Begriffe nicht phonetisch eingedeutscht wurden. Das “r” wird gerollt und die Namen richtiger betont, ohne, dass es ungewollt komisch, gezwungen oder lächerlich klingt. Besonders Iris Hassenzahl (Saber) macht das toll und spielt im Übrigen auch weniger hölzern als noch bei Fate/Zero. Alles in allem ist ein gleichbleibendes Qualitätsniveau gegeben bzw. ist an einigen Stellen eine leichte Steigerung festzustellen.

Extras

Als Extra liegt der Limited Edition der zweite Teil des originalen Soundtracks bei. Auf der Scheibe selbst findet sich das textlose Opening (übrigens wunderbar in Bild und Ton, letzterer von Aimer) sowie Trailer. Wenn man die (sehr anfällige Verpackung) aus dünnerer Pappe in Form eines Digipacks samt Schuber als Extra sehen mag, wird man hier damit bedient. Leider ist der Soundtrack nicht ins Digipack integriert und kommt lediglich in einem Papptäschchen daher.

Fazit

Mit Fate/stay night [Unlimited Blade Works] Volume drei wird die zweite Staffel eingeläutet, die (fast) alle offenen Fragen beantwortet, die anderen Master sowie Servants mehr beleuchtet und das Geschehen im Krieg um den Heiligen Gral zum Höhepunkt führt. Diesbezüglich passieren in den Folgen 13 bis 18 mehrere tragische Wendungen, was endlich mehr Tiefe und Spannung ins Geschehen bringt. Allein wegen der zweiten Staffel sollte man – besonders als Fan von grandioser Animation, Action und einer Prise Mystik – Fate/stay night [Unlimited Blade Works] schauen. Auch wenn die Intrigen und Figurenbeziehungen hinter dem Niveau von Fate/Zero zurückbleiben, wissen die Verflechtungen bei der Stange zu halten und machen Lust auf mehr.

Info

Fate/stay night: UBW

Fate/stay night [Unlimited Blade Works] Vol. 3
Original Name: Fate/stay night [Unlimited Blade Works]
Studio: ufotable
Deutscher Publisher: peppermint anime
Regisseur: Takahiro Miura
Drehbuch: Takahiro Miura
Musik: Hideyuki Fukusawa
Erschienen am: 29. Januar 2016
Synchronisation: Metz-Neun Synchron Studio- und Verlags GmbH, Offenbach
Dialogregie: Nicht bekannt
Länge: ca. 150 Minuten
Freigegeben ab: 16
Genre: Action, Fantasy, Magic, Shounen, Supernatural
Sprachen: Japanisch, Deutsch
Medium: Blu-ray