Gesehen: HELLSING ULTIMATE X

Nach langer Wartezeit brachte nipponart am 29. Januar mit HELLSING ULTIMATE X die Kult-Serie, basierend auf dem Manga von Kohta Hirano, zum Abschluss.

Was euch dabei genau erwartet, nehmen wir hier unter die Lupe.

Worum geht es?

London gleicht inzwischen einem Trümmerfeld, die meisten Einwohner sind der letzten Schlacht bereits zum Opfer gefallen. Vor dieser Kulisse werden endlich die letzten Kämpfe der Hellsing-Organisation gegen die noch verbliebenen Soldaten von Millenium ausgetragen. Während Walther eher erfolglos versucht, Alucard zu töten, muss sich Seras Victoria mit einem ausgewachsenen Werwolf herumschlagen. Gott sei Dank steht sie in diesem Fight nicht alleine da … Integra hat es inzwischen geschafft, sich bis zum Major durchzuschlagen. Sie bekommt nun die Chance zu beweisen, dass nur ein Mensch ein Monster vernichten kann … Auch Schrödinger bekommt nun seinen großen Auftritt, und ihm scheint zu gelingen, woran so viele bisher gescheitert sind. Die Vernichtung Alucards!

Hellsing Band 10
© 2009 Kohta Hirano / SHONEN GAHOSHA Co., LTD.
Die Story

Die Story wird mit HELLSING ULTIMATE X zu einem gelungenen Abschluss geführt, wobei die Hellsing-typischen Slapstick-Szenen bis zum Ende auf sich warten lassen. Diese sind dafür allerdings günstig platziert. Selten war der Wechsel zwischen Drama und Comedy so rasant. Auch wird im letzten Teil die Handlung von HELLSING ULTIMATE X ein wenig entschleunigt, sodass die Figuren mehr Zeit für einen geistigen Austausch haben. Vor allem der Major scheint sich mal wieder überaus gern reden zu hören, aber das haben die Bösewichte ja so an sich, dass sie alle Details ihres „Masterplans“ mit den Zuschauern teilen müssen.

Die Idee

Wer die Vorlage kennt, wird feststellen, dass auch im letzten Teil von HELLSING ULTIMATE die Umsetzung durchaus gut gelungen ist, obwohl der letzte Band des Mangas zeitlich ein wenig später in die Handlung einsetzt. Trotzdem liegt hier ein inhaltlich schöner Bogen vor, der erwartungsgemäß keine wirklich neuen Inhalte liefert. Aber dies ist bei einem Format wie HELLSING ULTIMATE X auch nicht zu erwarten. Schließlich lebt die Reihe davon, dass sie die Geschichte des Mangas nacherzählt. In Anbetracht des Erfolges, welcher so erzielt wurde, ist es nicht weiter verwunderlich, dass in Japan bereits an einer filmischen Umsetzung eines weiteren Werkes von Hirano gearbeitet wird.

Die Charaktere

Da sich die Handlung durch HELLSING ULTIMATE X nun rasant dem Ende zuneigt, ist es an der Zeit, sich vom Rest der Millenium-Figuren, die bis hierher durchgehalten haben, zu verabschieden. Dabei stellt sich auch nicht die Frage, wer stirbt, sondern nur noch in welcher Reihenfolge diese abtreten. Die einzigen Charaktere, bei denen es bei HELLSING ULTIMATE X noch interessante Bilder aus der Vergangenheit gibt, sind Alucard und der Major, wobei diese allerdings recht kurz bleiben. Hier hätte mir persönlich ein bisschen mehr schon gut gefallen. Ansonsten bleiben die Figuren sowie ihre Charakterisierung Geschmackssache, wie es schon in der Vorlage ist.

Die Animation

Dafür, dass die HELLSING ULTIMATE – Serie so neu nicht mehr ist, erscheint die Animation in durchaus zufriedenstellender Qualität, obwohl sie selbstverständlich mit den aktuellen Titeln nicht mithalten kann. Wer Hellsing kennt, erwartet ein dunkles Setting und natürlich sehr viel Blut und wird auch nicht enttäuscht. Wobei Schlüsselszenen hier wirklich mal die Sonne sehen, was ja sehr selten vorkommt. Was mich persönlich ein wenig in diesem Teil stört, ist die Gestalt Alucards, welche sehr gewöhnungsbedürftig erscheint, weil diese doch ein wenig zu sehr ins Mädchenhafte abgleitet. Walther hingegen ist wirklich sehr gelungen, schade, dass es so lange dauert, um ihn in dieser Gestalt „kennenzulernen“, und nur so wenig Zeit dafür bleibt.

Der Sound

Auf ein Opening wurde gänzlich verzichtet, das erste Bild des Films ist ein Slide über die Themse, in dessen Hintergrund das brennende London zu sehen ist. Dafür erklingt im Abspann ein klassisches, aber durchaus ansprechendes Stück, meiner Meinung nach. Innerhalb der Handlung variiert die Bandbreite zwischen klassischen Instrumentalstücken und moderner Rockmusik. Diese dient dazu, die Situationen zu unterstützen, sodass sie nur im Hintergrund erklingt.

Die Synchronisation

Auch bei der Synchronisation von HELLSING ULTIMATE X gibt es so gar nichts zu meckern. Die Figuren behalten ihre lockere Sprechweise bei, ohne dass die Qualität der Übersetzung leidet. Die Stimme von Alucard will zwar am Ende des Kampfes nicht mehr so wirklich zu seinem Aussehen passen, dafür legt sich der Sprecher von Walther so richtig ins Zeug. Immerhin muss dieser in drei Altersvarianten vertont werden, was aber durch Dieter Memel sehr überzeugend erledigt wurde. Hier hat der Zuschauer also die freie Wahl zwischen der deutschen und japanischen Tonspur, denn beide bieten durchgehend überzeugende Qualität.

Extras

Als Extra auf diesem Volume gibt es den kompletten Abspann auch in einer Blank-Version, sodass der Zuschauer die wirklich gut gestalteten Charakterbilder zu den wichtigsten Figuren mit ansprechender musikalischer Untermalung in Ruhe genießen kann.

Fazit

Mit dem zehnten Teil ist nun das Ende der Geschichte um den Vampir Alucard und seine Herrin erreicht, auch wenn dies, wie im Manga, relativ offen gestaltet ist. Die gute deutsche Umsetzung, welche bereits bei den anderen Volumes vorlag, sorgt erneut für konstant blutigen Filmgenuss. Während die Disc für alle Fans der Serie selbstverständlich ein Muss darstellt, empfiehlt es sich für Hellsing-Neulinge, doch eher weiter vorn anzufangen, da Vorkenntnisse zum kompletten Verständnis der Handlung auf jeden Fall notwendig sind.

Info
Hellsing Ultimate  X
Original Name: ヘルシング OVA
Transkription: herushingu OVA
Studio: Madhouse
Deutscher Publisher: Nipponart
Regisseur: Yasuhiro Matsumura
Drehbuch: Yosuke Kuroda / Hideyuki Kurata
Musik: Hayato Matsuo
Erschienen am: 29. Januar 2016 (in Deutschland)
Länge: 60 Minuten
Freigegeben ab: ab 16 Jahren
Genre: Horror, Action
Sprachen: Deutsch, Japanisch mit deutschen Untertitel
Medium: Blu-ray/DVD
© 2006 Kouta Hirano/SHONEN GOHOSHA Co., LTD. WILD GEESE
© 2015 Nipponart