Gesehen: No Game No Life Volume 1 (DVD)

KSM Anime haut ein Highlight nach dem anderen raus und mit No Games No Life hat der Publisher voll ins Schwarze getroffen, jedenfalls wenn man das Fan-Feedback hört und liest.

Aber stimmt das oder hat der Anime zu viele Vorschusslorbeeren bekommen? Ach und dann wäre noch die Frage, wie die deutsche Synchronisation geworden ist? Wir haben uns das erste Volume genau angeschaut, um diese Fragen zu klären.

Worum geht es?

Ein Geschwisterpaar, beide Neets und dazu noch Genies. Sie gewinnen zusammen jedes Game. Doch die echte Welt ist nichts, wo es sich für sie zu Leben lohnt. Und so werden sie von einem Gott in eine andere Welt geholt. In dieser Welt hat der Gott Krieg verboten und alles wird durch Spiele entscheiden, sogar die Grenzen der Länder werden mit einem Spiel festgelegt. Dazu gibt es ein Klassensystem, dass die Stärke eines Volkes nach seiner Magie-Fähigkeit bewertet und die Menschen stehen in dieser Liste ganz unten. Nun liegt es an die Geschwister, diesen Zustand zu ändern.

Die Story

Die Geschichte wird ein wenig durcheinander erzählt. Zwar wird nur selten von der Hauptstory abgewichen, allerdings wird immer wieder extrem abgeschweift. Dazu kommt, dass die Charaktere versuchen viel zu erklären (insbesondere, wie Schach funktioniert), das stimmt allerdings eher selten. Gut bei einem Anime erwarte ich auch keine Wissenschaft, daher ist das nicht so schlimm, aber dieses Ausschweifen stört ein wenig die Erzählung.

Trotzdem muss man sagen, dass die Erzählung auch immer wieder Momente hat, bei denen man sich kaputt lacht. Daher kann man hier von einer guten Mischung sprechen.

Die Idee

So wirklich neu sind weder die Idee noch die Charaktere. Der Siscon Faktor ist zwar vorhanden, aber auch das gab es schon oft. Es ist auch nicht besonders “anders” oder “abwechslungsreicher”, als ähnliche Anime. Da es sich aber erst um die ersten vier Folgen handelt, kann sich das natürlich noch ändern.

Aktuell kann die Idee allerdings noch nicht überzeugen, macht aber neugierig auf die weiteren Folgen.

Die Charaktere

Als Allererstes haben wir Sora, das wahnsinnige Genie?, der Trottel? So ganz schlau wird man aus dem Charakter nicht. Fest steht, er hat seine hellen Momente, aber in manchen Momenten fragt man sich einfach nur “WTH?”. Dazu ist er ein sehr geschickter Spieler, der Finten und Fallen sehr schnell erkennt und abwendet oder für sich nutzt. Ach ja und er ist dezent pervers und hat einen ziemlichen Schwesterkomplex.

Shiro ist das Gegenteil von Sora, sie ist eher ruhig und überlegend. Mit einem ziemlichen Interllekt ausgestattet, entwickelt sie schnell Strategien, um ihr Spiel zum Sieg zu führen. Verlässt etwas allerdings den Pfad der Logik, kommt sie in Probleme. Shiro hat einen ziemlichen Bruderkomplex (na wer hätte das gedacht).

Als nächstes haben wir Stephanie Dora, eine Prinzessin, die ein großes Ziel verfolgt, der es aber für die Realisierung an einigen fehlt. Zum einen ist sie, wie so oft, ein typischer Stereocharakter, diese Art von Mädchen sieht man oft. Also ein wenig naiv, irgendwie touch und natürlich mit großem Vorderbau.

Und dann haben wir da noch Teto, den Gott dieser Welt. So viel kann man über diesen Charakter gar nicht sagen, außer das ihm anscheinend langweilig ist.

Die Animation

Die Animation ist gut, man kann den Bewegungen folgen und es ruckelt auch nicht. Allerdings ist die Grafik definitiv Geschmackssache, denn es ist teilweise sehr bunt, aber gedeckt. Gelb scheint eine beliebte Farbe bei den Machern gewesen zu sein.

Meinen Geschmack traf es ehrlich gesagt nicht, allerdings ist es auch nicht so, dass es in den Augen wehtut. Es hat halt seinen eigenen Charme.

Die Welt wiederum wirkt lebendig und ist genauso farbenfroh.

Der Sound

Der Opener und der Ending-Theme sind okay, keine Ohrwürmer, aber hörbar. Die Klangkulisse passt, jeder Ton kommt, wenn er kommen soll und die Musik im Anime selbst, passt auch und unterstützt die jeweilige Szene sehr gut.

Die Synchronisation

Also bevor ich jetzt einzeln auf die Sprecher eingehe, muss man wirklich sagen, dass Shiros Stimme sehr gut getroffen wurde. Paulina Rümmelein macht wirklich sehr gute Arbeit.

Ansonsten sind die Betonungen sehr gut und passen zur jeweiligen Situation und natürlich hört sich kein Dialog irgendwie komisch an. Wirklich meckern kann man hier nicht.

Auch die Stimmen passen zu den jeweiligen Charakteren und keine Stimme fiel negativ auf. Sehr gut getroffen fand ich Shiros Stimme, die von Paulina Rümmelein gesprochen wird. Hier passt einfach alles.

KSM Anime hat hier eine gute Synchronisation geliefert, die gute Qualität hat und zeigt, dass der Publisher weiß, wie man einen Anime synchronisieren muss.

Der Cast:

  • Björn Schalla als Sora
  • Paulina Rümmelein als Shiro
  • Winnie Dorenkamp als Stephanie Dola
  • Corinna Dorenkamp als Chlammy Zell
  • Milena Karas als Jibril
  • Ela Paul als Fiel Nilvalen
  • Patricia Strasburger als Teto
  • Céline Voght als Izuna Hatsuse
  • Wolfram Fuchs als Ino Hatsuse
  • Daniela Bette-Koch als Miko
  • Birte Baumgardt als Queen
  • Thomas Balou Martin als Krieger
Extras

(wird nicht bewertet)
Hier trumpft KSM Anime so richtig auf und hat dazu gepackt:

  • den Soundtrack
  • 2. OVAs
  • 2. Audiokommentare zu Episode 1 und 2
  • die TV-Spots und Promo-Videos
  • eine Bildgalerie
  • ein detailreiches Booklet
  • Opening-Song
  • Ending-Song
Fazit:

Das Fazit fällt durchwachsen aus, aber um mal meine Fragen vom Anfang zu beantworten: Zu viele Vorschusslorbeeren: eindeutig, die deutsche Synchronisation hat allerdings eine gute Qualität. Alles in allem kann man sagen, dass es kein besonderer Anime ist, aber die Mischung hat, die viele gut finden. Da es aber die ersten vier Folgen sind, muss man abwarten, wie sich die Serie entwickelt.

Aktuell würde ich sagen, gute Unterhaltung, aber kein besonderer Anime, aber mit viel Potential, das sich hoffentlich noch entfaltet.

Fazit daher: gute Synchronisation, viele Extras und eine Story mit Potential, die in den ersten 4 Folgen allerdings noch nicht überzeugen kann.

Info

No Game No Life
No Game No Life

No Game no Life
Original Name: ノーゲーム・ノーライフ
Transkription: Nōgēmu Nōraifu
Studio: Madhouse
Deutscher Publisher: KSM Anime
Regisseur: Atsuko Ishizuka
Drehbuch: Jukki Hanada
Musik: Super Sweep
Erschienen am: 2014 (Japan) 15. Februar 2016 (Deutschland)
Synchronisation: G&G Studios
Dialogregie: Jörn Friese, Birte Baumgard
Länge: 4 Volumes á 4 Folgen. Volume 1. 4 Folgen + 2 OVAs.
Freigegeben ab: FSK 16
Genre: Adventure, Comedy, Fantasy, Ecci
Sprachen: japanisch mit deutschen Untertitel / Deutsch
Medium: Disk