Psycho-Pass - Kanshikan Tsunemori Akane
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Psycho-Pass ist ein Ausnahme Anime. Nicht nur, dass er durch eine sehr komplexe Story besticht sondern auch durch eine gute Animation. Aber hält der Anime das auch 22 Folgen durch?.

Worum geht es?
Wir befinden uns im Japan der Zukunft und alles scheint perfekt: Das Frühstück kommt aus dem Automaten, das Outfit wird per Knopfdruck zusammengestellt, das Leben ist sicher wie nie. Nur ganz nebenbei analysiert ein ausgeklügeltes System unablässig die mentale Verfassung der Bevölkerung und damit auch ihr Gewaltpotenzial. Das alles dient dem ehrenwerten Zweck, Verbrechen bereits im Vorfeld zu verhindern und eine lebenswerte, gewaltfreie Umgebung zu schaffen. Personen, deren sogenannter „Psycho-Pass“ einen überhöhten Wert anzeigt, werden festgenommen, therapiert oder gleich aus dem Weg geräumt. Als die frisch gebackene Polizei-Inspektorin Akane Tsunemori ihren Dienst beim Amt für öffentliche Sicherheit antritt und zusammen mit den sogenannten Vollstreckern potenzielle Kriminelle jagt, lernt sie schon bald die blutige Kehrseite dieser heilen Welt kennen.

Die Story:
Man merkt direkt in den ersten 10 Minuten, dass die Story sehr komplex ist. Es wird sich mit vielen Themen beschäftigt, aber insbesondere über das Thema „der freie Mensch“. Das kann manchmal etwas verwirrend sein, und ab und zu knickt die Story auch mal ein, denn dann wird es einfach zu viel des Guten, aber sie ist trotz allen sehr gut erzählt.

Die Idee:
Was wäre eine Welt, wo alles vorherbestimmt wird? Welche Karriere wirst Du einschlagen, wie wirst Du in der Gesellschaft akzeptiert usw.? Und was wäre eine Welt, in der automatisch gemessen wird, ob Du vorhast ein Verbrechen zu begehen oder nicht? Die Idee ist nicht neu (falls sich jemand an Minority Report erinnert, weiß er was ich meine), aber sie wurde gut ausgebaut und sehr viele Facetten der Fragen und deren Auswirkungen werden behandelt, dazu ist alles in einer passenden Zukunft gepackt worden.

Die Charaktere:
Den Charakteren wird eine ziemliche tiefe verliehen, man geht auf die Hintergründe ein, bekommt viel von ihren Gedankengängen mit und auch ihre moralischen Bedenken. Folge für Folge lernt man so immer wieder etwas Neues über einige Charaktere. Besonders gut ist die Charakterentwicklung, die man gar nicht so schnell bemerkt, aber stetig da ist. Gut, am Ende wird man dann doch mit der Nase drauf gestoßen.

Das Charakterdesign ist ebenfalls gut gelungen, hier wurde insbesondere auf typische Stilelemente verzichtet, was natürlich bei Akae Tsunemori besonders auffällt, das ist übrigens nicht schlecht sondern passt perfekt.

Die Animation:
Die Animation ist eigentlich sehr gut geraten, eigentlich weil manchmal die Bewegungen, in den Kämpfen, etwas seltsam wirken. Ansonsten wurde auf viele Details geachtet und die Animation ist durchweg flüssig. Auch bei den Bildern, die man präsentiert bekommt, verhält es sich so. Sie zeichnen eine Welt, die gar nicht so „fröhlich“ ist, wie es immer erzählt wird. Das unterstützt die Story sehr gut.

Der Sound:
Bei 24 Folgen ist es normal, dass sich der Opener und das Ending zwischendurch ändert und alle 4 Musikstücke sind gar nicht so schlecht. Von Ohrwürmern sind sie zwar weit entfernt, allerdings durchaus mehrmals hörbar. Der Sound ist ebenfalls sehr gut, jeder Ton sitzt und hört sich glaubwürdig an.

Die Synchronisation:
Ich muss zugeben, dass mir die Stimme von Akane zuerst gar nicht gefallen hat, allerdings musste ich meine Meinung relativ schnell revidieren, denn sie passt einfach sehr gut und Julia Stoepel macht einen sehr guten Job. Auch die anderen Synchronsprecher sind gut ausgewählt und passen zu den jeweiligen Charakter. Die Synchronsprecher schaffen es auch sehr gut, die Eigenarten der jeweiligen Situation sehr gut herüber zu bringen. Es ist zwar keine perfekte Synchro, kommt aber an das japanische Original ziemlich nah dran.

 

CharakterJapanischer SprecherDeutscher Sprecher
Akane TsunemoriKana HanazawaJulia Stoepel
Shinya KougamiTomokazu SekiJaron Löwenberg
Nobuchika GinozaKenji NojimaFelix Spieß
Tomomi MasaokaKinryū ArimotoAxel Lutter
Shuusei KagariAkira IshidaJeffrey Wipprecht
Yayoi KunizukaShizuka ItōNicole Hannak
Shion KaranomoriMiyuki SawashiroAndrea Aust
Shougo MakishimaTakahiro SakuraiTim Knauer
DominatorNoriko HidakaSchaukje Könning
Choe Gu-SungYasunori MasutaniMatthias Deutelmoser
Joushuu KaseiYoshiko SakakibaraBeate Gerlach
Mika ShimotsukiAyane SakuraMelanie Isakowitz
Risa AoyanagiMasumi AsanoSilke Matthias
Sakuya TouganeKeiji FujiwaraSven Gerhardt
Shou HinakawaTakahiro SakuraiMarcel Mann
Mizue ShisuiMarina InoueAnja Mentzendorff
Kirito KamuiRyōhei KimuraKonrad Bösherz

Fazit:
Psycho-Pass beeindruckt gleich mehrmals, zum einen durch die sehr Facettenreiche Story, zum anderen durch die Charakterentwicklung. Die Story hat zwar auch ihre schwachen Momente, aber das ist kein großes Problem, denn diese Momente sind sehr kurz und danach baut sich die Story sofort wieder auf. Die Thematik mag den einen oder anderen vielleicht etwas schwierig vorkommen (oder es kann dazu führen, dass ab und zu mal der Kopf schwirrt), aber genau das macht Psycho Pass meiner Meinung nach aus. Der Anime stellt Fragen, die man sich auch heutzutage stellen kann. Ansonsten bietet die deutsche Version eine wirklich gute Synchronisation und natürlich gute Animation, außer bei den Kämpfen, hier wirken die Bewegungen manchmal hölzern. Fazit also: Ein Anime, der viele Stunden sehr gute und durchdachte Unterhaltung bietet.

Info
Psycho Pass
Psycho-Pass
Psycho Pass
Original Name: サイコパス
Transkription: Saiko Pasu
Studio: Production I.G
Deutscher Publisher: Kazé
Regisseur: Katsuyuki Motohiro, Naoyoshi Shiotani
Drehbuch: Gen Urobuchi
Musik: Yūgo Kanno
Erschienen am: 2012 (Japan), 2014 (Deutschland)
Länge: 22 Episoden á 25 Minuten
Freigegeben ab:
Genre: Sci-Fi, Krimi, Action, Cyberpunk
Sprachen: japanisch mit deutschen Untertitel, Deutsch
Medium: DVD und blu-ray