Gesehen: Steins;Gate Volume 2 (Blu-ray)

Neues vom verrückten Wissenschaftler Hououin Kyoma! Denn Ende Januar erschien bei peppermint anime das zweite Volume zu Steins;Gate. Wir haben uns natürlich auch diesem angenommen.

Worum geht es?

Der exzentrische Wissenschaftler Okabe Rintarou, seine Kindheitsfreundin Mayuri und der Otaku- Hacker Itaru haben sich zu einer durchgeknallten Forschungsgruppe zusammengeschlossen und verbringen ihre Zeit in einem maroden Heimlabor, mit der Forschung nach unglaublich futuristischen Apparaten. Die einzige halbwegs interessante Erfindung, die die Gruppe bisher zustande gebracht hat, ist jedoch nur eine Handy-Mikrowelle, die Bananen in grünes Gel transformiert …

Doch als ein weiteres Experiment schiefgeht wird klar, dass diese Apparatur auch Nachrichten in die Vergangenheit schicken kann und dadurch die Gegenwart verändert wird. Bald schon findet sich Okabe in einem gefährlichen Strudel, der das Raum-Zeit-Gefüge bedrohlich durcheinander bringt. (Quelle peppermint anime)

Die Story

Wie auch in den ersten 6 Episoden, ist auch hier die Handlung nicht immer ganz leicht zu verstehen oder mit zu verfolgen. Dies dürfte bei einer Serie über verschiedene Zeitlinien und dem Eingreifen in diese wohl kein Wunder sein. Da man diesmal jedoch das erste Volume als Basis hat, kommt man schon eher darauf, was da nun eigentlich geschieht. So wie die Serie nach wie vor kompliziert ist, mangelt es ebenso auch nicht an Comedy. Die vielfältigen Charaktere mit ihren durchgeknallten aber gleichzeitig tiefgründigen Persönlichkeiten schaffen es noch immer, einen wenigstens zum Schmunzeln zu bringen. Aber so toll wie das auch ist, schreckt es auch viele Zuschauer ab und lässt die Story nicht so ernst wirken, wie sie in Wahrheit ist – besonders Okabes verrückte Art scheint viele ins Grübeln zu bringen. Anders als in Volume 1, ist in den Episoden 7 bis 12 nun jedoch viel mehr Dramatik und Ernsthaftigkeit vorhanden, sodass die Serie langsam beginnt, eine bestimmte Form anzunehmen. Mit einigen Plot Twists – mal klein, mal groß – baut sich langsam die Spannung auf und Zuschauer, die anfangs vielleicht eher skeptisch waren, dürften zum Teil nun auch langsam interessiert sein.
Kurz gesagt, ist das zweite Volume wie das erste – nur eben nochmal um einiges besser durch mehr Inhalt.

Die Idee

Es gibt viele Auseinandersetzungen, sowohl in Film als auch Literatur, was das Zeitreisen, dessen verschiedene Arten und die Auswirkungen betrifft. Bei Steins;Gate wird das Thema nochmal hervorgeholt und mit einer gewaltigen Portion Verrücktheit gewürzt – oder etwa doch Genialität? Statt mit schwachen und trüben Erklärung mit einer wundersammen Maschine durch die Zeit zu reisen, werden in Steins;Gate (zumindest bisher) “nur” Mails mithilfe einer modifizierten Mikrowelle in die Vergangenheit geschickt. Was zunächst relativ lachhaft und harmlos klingt, kann aber fatale Folgen haben – das merken auch unsere Protagonisten. Nicht nur, dass die ganze idee hinter der Serie einfach interessant ist, nein, es wird auch noch alles (so gut es eben geht) detailreich und sogar logisch erklärt und begründet. Es wurden sogar viele Elemente aus unserer Realität (beispielsweise John Titor oder der IBM 5100) in die Serie eingebunden, was nochmal einen draufsetzt und die Geschichte viel interessanter macht. An manchen Stellen fragt man sich dann wirklich, ob das, was dort erklärt wird, auch in Wirklichkeit möglich wäre. Es ist auf jeden Fall ein Anime, der mächtig zum Nachdenken anregt, sofern man Interesse an diesem Thema hat.

Die Charaktere

Was verrückt sein angeht, hat bisher keiner der Charaktere nachgelassen. Jede/r ist auf seine/ihre Art verrückt, aber dennoch irgendwie nachvollziehbar – einer mehr, der andere weniger. Besonders Okabe lernen wir hier nochmal um einiges besser kennen und wer ihn vorher für einen einfachen Irren hielt… wird jetzt auch nicht anders von ihm denken… Aber man kann ihn besser verstehen als vorher, vor allem weil man in Volume 2 auch öfter mal seine “normale” Seite trifft. Von einer besonders bemerkenswerten Charakterentwicklung kann bisher bei keinem der Figuren die Rede sein, aber es gab auch nicht so dermaßen viele Wendungen, dass dies hätte eintreten können. Interessant und sympathisch sind sie aber ohne Frage auf jeden Fall. Außerdem fällt in diesem Volume auch auf, dass nun die Nebencharaktere wie Ruka oder Suzuha ebenfalls mehr in das Hauptgeschehen einbezogen werden und alle eine wichtige Rolle spielen, was man in vielen Serien häufig nicht vorfndet. Es gibt mit Sicherheit noch eine Menge Unklarheiten, was die Charaktere und ihre Vergangenheit sowie ihre Beziehungen zueinander betreffen und auch dies weckt mein Interesse als Zuschauer sehr stark.

Die Animation

Die Animation hat kein Stück nachgelassen und kann wirklich mit heutigen Werken mithalten. Einige scheinen den Zeichenstil zwar etwas seltsam und eigenartig zu finden, aber ich würde es eher als speziell betiteln, da dies ein markanter Faktor des Anime ist und ihn quasi zu einem kleinen Teil mit ausmacht. Es ist auf jeden Fall mal eine schöne Abwechslung zu den Standards und sehr nett anzusehen. Hinzu kommen dann noch diese exzentrisch und leicht “expressionistisch” wirkenden Passagen im Anime, in denen beispielsweise philosophische oder psychologische Mono- oder Dialoge geführt werden. Besonders bei solchen Szenen macht sich der spezielle Animationsstil stark bemerkbar und hebt sich hervor, was der Serie nochmal eine gewissen Würze verleiht.

Der Sound

Ich persönlich bin ein großer Fan des Openings, da es meinen Geschmack trifft, aber rein objektiv ist es nun nichts besonders Unglaubliches. Dennoch ist es eine angenehme Einleitung in die Handlung und es deutet auch stark darauf hin, dass dies nicht nur eine einfache Comedy-Mystery Serie ist, sondern auch viel Drama (und Seinen) mit drin steckt. All das gilt auch für das Ending, wobei ich dieses auch subjektiv eher okay finde statt besonders toll. Aber auch das Ending unterstützt die Serie insofern, dass es die Episoden mit einem dramatischen Ende so ausklingen lässt, dass man Lust bekommt, weiterzuschauen. Der restliche Sound untermalt die Handlung ebenfalls gut und drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund, dass es ablenken würde, sondern hält sich gut zurück. Großen Wiedererkennungswert haben die Soundtracks meiner Meinung nach zwar nicht, aber sie sind trotzdem ein netter Klang für die Ohren und erleichtern einem ein wenig die paar eher langweiligeren Szenen.

Die Synchronisation

Steins;Gate zu synchronisieren war mit Sicherheit kein Zuckerschlecken und besonders Okabe dürfte eine Herkules-Aufgabe gewesen sein, wenn man die fraglich schlechte Kritik über peppermint anime in Betracht zieht. Jedoch wurde als genauer Beweis gegen diese Kritik eine super Synchronisation hingelegt und Volume 2 steht dem ersten wohl in nichts nach. Nicht nur, dass die Sprecher gut gewählt sind, auch die Aussprache, die Stimmlagen, Sprechgeschwindigkeiten etc. wurden alle sehr gut berücksichtigt und umgesetzt, was wie gesagt bei Okabe wohl am meisten auffallen dürfte, da dieser ja häufig mal gern seine Sprechgewohnheiten wechselt – sei es nun der “normale” Okabe, Mayuris lieber Kindheitsfreund Okarin oder der Mad Scientist Hououin Kyoma. Einige werden zwar dennoch sagen, dass die deutsche Fassung mit der japanischen nicht mithalten kann, aber dass es eine super Alternative ist, kann man wohl nicht mehr abstreiten.

Rollejapanischer Sprecherdeutscher Sprecher
Feyris Nyan-NyanHalko MomoiJulia Fölster
Itaru HashidaTomokazu SekiJesco Wirthgen
Kurisu MakiseAsami ImaiManuela Bäcker
Mayuri ShiinaKana HanazawaMarie Christin Morgenstern
Moeka KiryuuSaori GotouBirte Baumgardt
Rintarou OkabeMamoru MiyanoMarios Gavrilis
Ruka UrushibaraYû KobayashiPeggy Pollow
Suzuha AmaneYukari TamuraCharlotte Uhlig
Yuugo TennoujiMasaki TerasomaLeon Boden
Eisuke UrushibaraMitsuaki HoshinoKlaus-Peter Grap
John TitorHiroshi TsuchidaJacob Weigert
RestaurantbesitzerinHiroko UshidaGundi Eberhard
StraßenverkäuferManabu SakamakiJaron Löwenberg
Yukitaka AkihaTaira KikumotoThomas Schmuckert

 

Extras

(wird nicht bewertet)

Fazit
Info
Steins;Gate / © peppermint anime

Steins;Gate
Original Name: Steins;Gate
Transkription:
Studio: White Fox
Deutscher Publisher: peppermint anime
Regisseur: Takuya Satō und Hiroshi Hamasaki
Drehbuch: Jukki Hanada
Musik: Takeshi Abo
Erschienen am: 06. April 2011 (Japan), 27. November 2015 (Deutschland)
Deutsche Synchronisation: Oxygen Sound Studios
Dialogregie: René Dawn-Claude
Länge: 24 Episoden + 1 OVA (4 Volumes für die Serie mit je 6 Episoden + Fuka Ryouiki no Déjà vu* (Movie) )
Freigegeben ab: FSK 12
Genre: Sci-Fi, Mystery, Romance
Sprachen: Japanisch mit deutschen Untertiteln, Deutsch
Medium: Disk

* Die Anime Serie hat insgesamt 4 Volumes, der Movie Fuka Ryouiki no Déjà vu erscheint als Extra Disk.

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