Am 29. September veröffentlichte peppermint anime den ersten Teil der Filmtrilogie Kizumonogatari. Kizumonogatari erzählt die Vorgeschichte von Bakemonogatari und leitet mit dem ersten Kapitel ‘Tekketsu-hen‘ gleichzeitig den Ursprung der Monogatari Series ein.

Die Geschichte nimmt am 25. März während der Frühlingsferien ihren Anlauf. Der Einzelgänger Koyomi Araragi begegnet auf seinem Nachhauseweg von der Naotsu-Oberschule zufällig der wunderschönen Musterschülerin Hanekawa Tsubasa. Koyomi, der sonst eigentlich eine eher pessimistische Lebenseinstellung hat, findet schnell Gefallen an dem aufgeschlossenen Mädchen und im Laufe ihres Gesprächs erzählt sie ihm von einem Gerücht, dass sich ein blonder Vampir mit einem eiskalten Blick in der Stadt aufhalten soll. Bei einem Gerücht soll es jedoch nicht bleiben, denn noch am selben Abend wird Koyomi die schauderhafte Wahrheit hinter der Geschichte am eigenen Leib erfahren. In einer menschenleeren U-Bahn-Station findet er nämlich eine blonde Frau vor, die mit abgetrennten Gliedmaßen in einer Blutlache liegt. Mit einem plagenden Geschrei bittet sie ihn verzweifelt um sein ganzes Blut und nach einem panischen Moment des Entsetzens willigt Koyomi schließlich ein, ihr dieses zu geben. Nun als Vampir erwacht, setzt Koyomi alles daran, seine Menschlichkeit wiederzuerlangen.

© Shaft

Glaubst du an Vampire?

Kizumonogatari spielt zeitlich vor Bakemonogatari, bevor Koyomi auf Senjougahara trifft, und erzählt von den Ereignissen, die während des letzten Frühlings passiert sind, als Koyomi von dem legendären Vampir Kiss-Shot (in Bakemonogatari unter dem Namen Shinobu bekannt) gebissen wurde.

Der erste Teil Tekketsu-hen ist im Grunde genommen nur die Einleitung der Geschichte und bildet das Fundament, für das, was einen in den restlichen zwei Teilen erwartet.

Schon zu Beginn des Films wird eine äußerst düstere und mysteriöse Atmosphäre erschaffen, die in Kombination mit den in regelmäßigen Abständen eingeblendeten Szenenbildern bereits eine gewisse Spannung aufkommen lässt und viele Fragen in den Raum wirft. Ehe man sich versieht, findet man sich mitten in einer dramatischen Handlung wieder, bis ein erster Cut kommt und die Geschichte am besagten Tag des Zwischenfalls neu angesetzt wird – dem 25. März.

© Shaft

Ab dann erfährt man langsam, wie sich die einzelnen Charaktere, die man bereits in Bakemonogatari kennengelernt hat, überhaupt begegnet sind. Jedoch sind diese teilweise von der Persönlichkeit und dem Auftreten her nicht mehr wiederzuerkennen. Koyomi zum Beispiel ist so gut wie das Gegenteil von dem selbstbewussten Oberschüler, der er in Bakemonogatari ist, und wird eher als ein isolierter Außenseiter dargestellt, der dem Leben gegenüber eine ziemlich negative Einstellung hat und viele persönliche Probleme mit sich her schleift. Dennoch scheint sich sein unnachgiebiger Drang nach Gerechtigkeit (sowie die leicht perversen Fantasien, die er ab und zu hat) nicht verändert zu haben. Dies ist wunderbar an der Stelle zu erkennen, wo er der im Sterben liegenden Vampirin Kiss-Shot begegnet.

Um seinem Wunsch, wieder ein Mensch zu werden, nachgehen zu können, muss Koyomi Kiss-Shot bei einer speziellen Aufgabe helfen, woraus letzten Endes ein unvermeidliches Band zwischen ihnen entsteht. Einfacher gesagt als getan, denn diese Aufgabe soll sich als überaus schwierig erweisen, und so öffnet sich langsam aber sicher der Vorhang zum Desaster …

© Shaft

Im Verlauf des ganzen Films bleibt eine nahezu immer steigende Spannungskurve mit einer Vielzahl von Höhepunkten bestehen, die zusammen mit der reizvollen Handlung und beeindruckend gestalteten Atmosphäre den Zuschauer in die außergewöhnliche Welt der Monogatari Series eintauchen lässt, wo die Neugier von Anfang bis Ende gepackt und förmlich an das Geschehen gefesselt wird. Einzig und allein das abrupte Ende des gerade mal eine Stunde langen Films, mag einen enttäuschenden Nachgeschmack hinterlassen. Denn der Cut kommt an einem fast schon fiesen Punkt und beendet die Story vorerst mit einem Cliffhanger.

Bizarr, düster und wunderschön

Kizumonogatari ist wie sein Vorgänger Bakemonogatari in einem sehr bizarren Stil gehalten, und obwohl sich das Charakterdesign und die Animation deutlich unterscheiden, bleibt das Prinzip der Darstellung genauso einzigartig. Die Animation in Kizumonogatari ist von der Qualität her überwältigend sowie außergewöhnlich zugleich und passt sich regelrecht den verschiedensten Situationen und Stimmungen der Charaktere an, was zu Anfang zwar äußerst gewöhnungsbedürftig ist, sich aber bereits nach kurzer Zeit als zunehmend erfrischend und unterhaltsam zum Anschauen erweist.

Auch das Farbschema der Charaktere weicht stark vom Vorgänger ab und wirkt zusammen mit den unterschiedlichen Beleuchtungen der einzelnen Orte ein klein wenig pink-lastig und heller. Die vielen Schilder, Szenenwechsel und Texteinblendungen, für die die Monogatari Series bekannt ist, spielen auch in Kizumonogatari eine wichtige Rolle und sind ebenfalls ein erheblicher Bestandteil des Films. Alles in allem ist dem renommierten Studio Shaft die chaotische, surreale und gleichzeitig wunderschöne Animation wieder einmal wirklich mehr als gelungen.

Wer die Monogatari Series kennt, weiß wie mitreißend die Musik und Soundeffekte sein können. Kizumonogatari ist ein ausgezeichneter Beleg dafür. Denn der erste Film Tekketsu-hen wird mit Klängen und Sounds begleitet, die auf brillante Art und Weise die Charaktere und Handlung untermalen und sogar mit gestalten. Besonders auffallend ist dies in der Szene, wo die qualvollen und von Schmerzen geplagten Schreie von Kiss-Shot langsam durch eine weinende, nervenaufreibende Baby-Stimme ersetzt werden, bis diese schließlich Kiss-Shots Stimme komplett übertönt und so auf eine verdrehte, aber raffinierte Art ihre völlige Hilflosigkeit dargestellt wird.

© Shaft

Der deutsche und japanische Cast der Charaktere, den man bereits aus Bakemonogatari kennt, ist auch in Kizumonogatari I: Tekketsu-hen zu hören. An der deutschen Synchronisation ist grundsätzlich nichts auszusetzen, da sie wirklich mehr als ausreichend zufriedenstellend ist. Koyomi Araragi wird im Deutschen wieder von David Turba gesprochen und kann mit einer zum Charakter äußerst passenden Stimme nahezu ununterbrochen überzeugen. Lediglich die Szene, wo Koyomi Araragi qualvoll am Verbrennen ist, wurde in der deutschen Version meiner Meinung nach nicht glaubwürdig beziehungsweise akzeptabel genug vertont und passt überhaupt nicht mit der hektischen Animation zusammen.

Friedel Morgenstern übernimmt im Deutschen die Rolle von Kiss-shot, nachdem sie die Gestalt eines kleinen Mädchens angenommen hat. Diese war für mich zu Anfang sehr gewöhnungsbedürftig, weil ich bei Kiss-Shot, selbst in der Gestalt eines kleinen Mädchens, eine etwas würdevollere und elegantere Stimme erwartet habe. Hier hat man sich anscheinend voll und ganz auf das Bild konzentriert, das Kiss-Sot einem äußerlich vermittelt. Und obwohl es etwas gewöhnungsbedürftig war, muss ich dennoch dazusagen, dass mir die Stimmenauswahl letztendlich unabhängig davon doch zugesagt hat.

© Shaft

Extras: Auf der Disk von Kizumonogatari I: Tekketsu-hen sind mehrere Promo-Videos, Trailer und ein Audiokommentar zum Film vorhanden.

Fazit: Kizumonogatari I: Tekketsu-hen legt das Fundament für die restlichen zwei Teile und ist nicht nur was die Animation angeht beeindruckend, sondern bietet einem gleichzeitig noch mit der fesselnden Story und den anziehenden Charakteren einen in allen Bereichen wirklich einzigartigen Film.

Info

Kizumonogatari
Kizumonogatari I: Tekketsu-hen / © peppermint anime

Kizumonogatari I: Tekketsu-hen
Original Name: 傷物語
Transkription:
Studio: Shaft
Deutscher Publisher: peppermint anime
Regisseur: Akiyuki Shinbo, Tatsuya Oishi
Drehbuch: Atsuhiro Iwakami, Takuya Matsushita, Mitsutoshi Kubota
Musik: Satoru Kōsaki
Erschienen am: 29. September 2017 (Deutschland)
Synchronisation: Oxygen Sound Studios, Berlin
Dialogregie: Christian Zeiger
Länge: ca. 64 Minuten
Freigegeben ab: FSK 16
Genre: Mystery, Drama, Supernatural
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray

Bei Amazon kaufen
Eintrag bei aniSearch

Am 29. September veröffentlichte peppermint anime den ersten Teil der Filmtrilogie Kizumonogatari. Kizumonogatari erzählt die Vorgeschichte von Bakemonogatari und leitet mit dem ersten Kapitel 'Tekketsu-hen' gleichzeitig den Ursprung der Monogatari Series ein. Die Geschichte nimmt am 25. März während der Frühlingsferien ihren Anlauf. Der Einzelgänger Koyomi Araragi begegnet auf seinem Nachhauseweg von der Naotsu-Oberschule zufällig der wunderschönen Musterschülerin Hanekawa Tsubasa. Koyomi, der sonst eigentlich eine eher pessimistische Lebenseinstellung hat, findet schnell Gefallen an dem aufgeschlossenen Mädchen und im Laufe ihres Gesprächs erzählt sie ihm von einem Gerücht, dass sich ein blonder Vampir mit einem eiskalten Blick in der Stadt aufhalten soll.…
Kizumonogatari I: Tekketsu-hen legt das Fundament für die restlichen zwei Teile und ist nicht nur was die Animation angeht beeindruckend, sondern bietet einem gleichzeitig noch mit der fesselnden Story und den anziehenden Charakteren einen in allen Bereichen wirklich einzigartigen Film.

Kizumonogatari I: Tekketsu-hen

Story - 82%
Idee - 81%
Animation - 93%
Charaktere - 84%
Sound - 91%
Synchronisation - 85%

86%

Kizumonogatari I: Tekketsu-hen legt das Fundament für die restlichen zwei Teile und ist nicht nur was die Animation angeht beeindruckend, sondern bietet einem gleichzeitig noch mit der fesselnden Story und den anziehenden Charakteren einen in allen Bereichen wirklich einzigartigen Film.

2 KOMMENTARE

  1. Im Großen und Ganzen kann ich mich der Review so anschließen. Der deutsche Dub ist definitiv nicht schlecht, aber gerade bei Koyomis Sprecher hätte ich mir auch gewünscht, das er noch etwas mehr aus sich herauskommt. Beispielhaft war hier ja die Szene genannt in der Koyomi verbrennt, ich würde die Kritik aber z. B. auch auf die Treppenszene am Anfang oder im U-Bahnhof ausdehnen (in denen sehr schwer geatmet wird). In der japanischen Version wird das Atmen deutlicher betont (wobei man hier durchaus auch von Overacting reden könnte).
    Ein wenig verwundert hat mich, das es auch Fehler aus dem “Speedsub” für die erste Kinovorstellung von Anfang 2016 anscheinend in die finale Version geschafft haben (ich gehe hier mal davon aus, das zwischen dem Animagic 2017 Screening und der BD keine Unterschiede mehr sind). Am deutlichsten wird das z. B. bei den schwarzen Blenden, bei denen das französische Wort “noir” mit “Nacht”, statt “schwarz” übersetzt wurde (in Teil 2 und 3 war es im Kino-Sub dann richtig).
    Ein weitererer Fehler (der auch im Dub vorhanden ist) ist in der Szene zu finden, in der Koyomi versucht Kiss-Shot zu wecken. Im japanischen Original will Kiss-Shot erst “nur noch 5 Minuten” (あっと5分) und dann “noch 4,6 Mrd. Jahre” (46億年くらい) schlafen. In der deutschen Variante hat man das Komma vergessen und aus 4,6 werden 46 Mrd. Jahre (1億=100 Mio). Damit ist dann natürlich auch Koyomis Erwiederung (die sich auf das Alter der Erde bezieht) etwas witzlos…
    Das sind aber zum Glück die größten Schnitzer die mir aufgefallen sind. Ich hoffe aber trotzdem mal, das die Untertitel nicht identisch zur ersten Kinoversion sind, denn da waren (vermutlich aufgrund der sehr kurzen Zeit zw. japanischen/deutschen Release) auch einige Tippfehler drin.

  2. Ich weiß ja dass in der Monogatari-Serie oft mit den skurrilsten Animationsmittel gearbeitet wird, allerdings gefällt mir der Film vom aussehen her gar nicht. Kam mir vor als würde ich hier einen CGI Streifen ansehen und vermisste dabei irgendwie die schönen Zeichnungen der älteren Monogatari Titel.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here