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Anime-Seiten-Kooperationsprojekt Vol. 18: Nippon Animation Part 1

Im Gespräch mit Jun Takagi

Japanische Anime sind heute beliebter als je zuvor. In diesen Interviews mit Anime-Studios werden die Hintergründe der Prozesse beschrieben und Emotionen aufgezeigt, die in die Herstellung von Anime einfließen.

Dies ist ein groß angelegtes Projekt in Zusammenarbeit mit Anime-Nachrichtenseiten auf der ganzen Welt, wie der Anime-Nachrichtenseite Anime!Anime!, Tokyo Otaku Mode, der chinesischen Seite Bahamut und vielen mehr. Für Deutschland ist Sumikai bei diesem Projekt dabei. Alle Interviews findet ihr hier.

Der Eingang zu Nippon Animation.

Nippon Animation hat mit der World Masterpiece Theater-Serie, die mit „A Dog of Flanders“ begann, die Herzen der Fans auf der ganzen Welt berührt. Sie produzierten auch „Chibi Maruko-chan“, der nicht nur in Japan, sondern in ganz Asien populär geworden ist. Wir haben uns mit Jun Takagi, der seit 2007 bei „Chibi Maruko-chan“ Regie führt, zusammengesetzt, um die Freuden und Schwierigkeiten der Regie und von Nippon Animation im Allgemeinen kennenzulernen. Das Interview führte Ryota Fujitsu.

Fujitsu: Sie führen seit 2007 Regie bei „Chibi Maruko-chan“. Wie kam es dazu?

Takagi: Ich war ein AD in der ersten Staffel von „Chibi Maruko-chan“ in den Jahren 1990-1992 und dann wurde ich Regisseur. Während der zweiten Staffel (1995) habe ich eine Pause gemacht, um bei dem Film von Momoko Sakuras „Coji-Coji“ und „Ukkari Pénélope“ Regie zu führen. Dann hat Yumiko Suda, die bis Episode 600 Regie geführt hat, aufgehört und es wurde beschlossen, dass ich die Regie übernehme. Kurz zuvor hatte mich der Produzent gefragt: „Mr. Takagi, wenn ich Ihnen sagen würde, dass Suda gehen würde, wären Sie dann an einer Regie interessiert?“ Ich dachte er scherzt, aber ich wusste nicht, dass Suda wirklich gehen würde, also antwortete ich nur: „Wovon redest du?“ (lacht).

Fujitsu: Sie haben also nur da weitergemacht, wo Suda aufgehört hat?

Takagi: Nein. Weil Suda mir gesagt hat: „Du bist der Direktor, also mach was du willst.“ Ich dachte, wir könnten vielleicht über ein oder zwei Drehbuchbesprechungen zusammenarbeiten, aber sobald ihre letzte Episode fertig war, war sie sofort wieder draußen (lacht). Ich konnte also tun, was mir gefiel, aber es muss für die Drehbuchautoren verwirrend gewesen sein, plötzlich die Art und Weise zu ändern, wie sie die Dinge handhabten.

Das Studio

Fujitsu: Da Suda bei so vielen Episoden Regie geführt hat, muss sie ein tiefes Verständnis für die Welt der Serie gehabt haben. Gibt es eine bestimmte Episode, die Ihnen seit der Zeit, in der Sie Regie geführt haben, erhalten geblieben ist?

Takagi: In Momoko Sakuras Originaldrehbuch gibt es eine Episode, in der Marukos Vater sich eine 8mm-Kamera leiht (Episode 95). Man sieht nicht oft kleine Geräte wie 8mm-Kameras, also erinnere ich mich, dass die Geschichte sich von dort aus entwickelte und es wirklich Spaß gemacht hat. Auch „Ureshii Ochugen“ (Episode 129) – dort gab es in ihrem Originaldrehbuch Sachen, die nicht im Manga waren, also hat es wirklich Spaß gemacht darüber nachzudenken, es in einen Anime zu verwandeln.

Fujitsu: Worauf haben Sie sich wirklich konzentriert, wenn Sie bei „Chibi Maruko-chan“ Regie führen?

Takagi: Es ist schon fast 30 Jahre her, seit „Chibi Maruko-chan“ angefangen hat und die ganze Zeit leben die Mädchen in der gleichen Welt. Ich versuche mich also wirklich daran zu erinnern, wenn ich die Episoden schreibe. Man kann sie nicht einfach etwas machen lassen, weil es sich nach Spaß anhört. Wenn du wirklich in diese Richtung gehen willst, dann musst du es durchdenken und dir bewusst sein, was du tust. Das ist oft schwer.

Ein Bild zum 30. Jubiläum von Maruko

Fujitsu: Was für Dinge machen Ihnen Probleme?

Takagi: Marukos Welt ist fest verankert zwischen 1974 und 1975. Aber dann gibt es eine Menge saisonaler Geschichten zu erzählen. In der Regel versuchen wir nichts zu haben, was nicht mehr als einmal passieren könnte. Zum Beispiel Weihnachten. Es gibt eine Episode, in der Maruko zu Hause eine Weihnachtsfeier hat. Deshalb kann sie nie zu einer anderen Weihnachtsfeier am selben Abend gehen. Es gibt nur 365 Tage im Jahr, aber grundsätzlich findet die Handlung zu Hause und auf dem Weg zur Schule und zurück statt. Wir haben über 1.200 Episoden produziert, das ist also eine ziemlich schwierige Sache. Vor einigen Jahren gab es eine Episode mit der Art von Bento-Boxen, die man am Bahnhof kaufen kann. Wir hatten eine schickes Bento mit „Kamameshi“ in einem Topf, der von einer berühmten Keramikfirma hergestellt wurde. Während der Folgenproduktion versuchten wir uns zu erinnern, ob wir schon einmal ein Kamameshi-Bento hatten und als wir es nachschauten, wurde mir klar, dass wir eine Episode hatten, bei der ich Regie geführt hatte. Wenn wir es nicht bemerkt hätten und Maruko so reagiert hätte, als würde sie es zum ersten Mal erleben, was würde das für die Maruko von vorher bedeuten? Es ist schwierig, so etwas komplett zu eliminieren, aber wenn etwas seltsam mit der Vergangenheit übereinstimmt, dann fühlt es sich am Ende wie eine Parallelwelt an.

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