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Anime Produzenten über die Auswirkung der Finanzierung durch Netflix, Crunchyroll und Amazon

Vor ein paar Tagen gab Netflix bekannt, dass sie ihre Investition im Bereich Anime erhöhen wollen. Das Geld, das Netflix, aber auch Crunchyroll und Amazon, in den Markt stecken, hat begonnen, das Model der Produktion von Anime zu ändern.

Die Webseite The Hollywood Reporter sprach vor kurzen mit Produzenten über das Thema Anime-Produktion und deren Finanzierung.

Im Bericht schreibt THR, dass die große Änderung darin liegt, dass die Finanzierung direkt an die Studios geht und nicht durch die Vermittlung von Produktionsausschüssen. Diese Ausschüsse bestehen oft aus fünf bis 15 Unternehmen, die sich die Kosten und das Risiko teilen.

Der Bericht merkt an, dass die Studios oft durch die TV-Übertragungen ein Minus erwirtschaften, der Gewinn wird später durch Merchandise, DVDs und Soundtracks erzielt. Außerdem bekommen die Studios einen Anteil an den Werbeeinnahmen, die während der Sendung erzielt werden.

Der Verkauf in Übersee und die damit verbundenen Umsätze haben sich geändert, aber die Produktionsverträge von Netflix wirken sich noch stärker aus.
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Joseph Chou, ein Produzent bei Toei Animation, der an Knights of the Zodiac mitgearbeitet hat, erzählte THR:

„In letzter Zeit haben die Medien sehr viel über die Arbeitsbedingungen in der Anime-Industrie berichtet, aber sie haben daran auch eine Mitschuld. Netflix stellt die Industrie auf ein gesundes Geschäftsmodel um. Sie haben vielleicht eine Marge von 15 % statt von 5 %. Es gibt Netflix, Amazon, Crunchyroll und Apple Studios, die alle mit den Leuten reden und Gerüchte, dass es einen weiteren großen Mitspieler gibt, der dabei ist“, sagte Chou. „Sie wollen sich mit allen treffen, aber Netflix ist der aggressivste.“ „Es ist noch keine Glückssache oder eine Blase, aber fast alle Studios sind bis 2020 ausgebucht.“

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Kotaro Yoshikawa, VP of Distribution and Licensing bei TMS Entertainment sagte dem THR:

„Netflix produziert synchronisierte Versionen in mehreren Sprachen und Untertitel in mehr als 20 Sprachen, mit einer Veröffentlichung in rund 200 Länder auf einen Schlag, das können wir nicht leisten. Es ist kein Fernsehsender beteiligt, der sagen kann, was getan werden muss, um eine Ausstrahlung zu ermöglichen“, so Yoshikawa über die Zusammenarbeit mit Netflix. „Auch wenn wir vielleicht noch Änderungen vornehmen müssen, wie zum Beispiel die Reduzierung der Menge an Blut, für die Versionen, die im Fernsehen ausgestrahlt werden.“

Keiichi Hara, der Regisseur von Miss Hokusei, äußerte sich etwas umsichtiger:
„Ich arbeite an kommerziellen Produktionen, also bekomme ich unweigerlich Anweisungen zur Story etc. von Firmen wie z.B. Fernsehsendern. Als ich jung war, wurde ich sehr wütend darüber. Aber es war die Quelle einiger wirklich großartiger Ideen. Diese Art von Druck hilft der Kreativität in gewisser Weise.“

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