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Cool, cooler, coolest – Sakamoto desu ga?

Am 8. April startete die Anime-Umsetzung zu Nami Sanos Seinen-Manga Sakamoto desu ga? mit einem Protagonisten, der in Sachen Coolness wohl nicht zu übertreffen ist. Oder etwa doch nicht? Wir warfen einen Blick in die Startfolge und schildern unsere Ersteindrücke.

Sakamoto ist ein cooler, streberhafter und vor allem rätselhafter Typ, der von den Mädchen aus seiner Klasse verehrt und von so manch harten Kerlen verabscheut oder beneidet wird, da der Schüler stets im Mittelpunkt steht. Da kann kommen was will, Sakamoto behält die Fassung. Er nimmt es ohne große Worte mit einem lodernden Feuer auf, strotzt einem Taifun und rettet dabei aufopferungsvoll ein Vöglein oder fechtet sogar mit einer Hornisse.

Der Highschool-Schüler weiß sich stets flink sowie schlau zu helfen und behält dabei immer eine coole sowie unscheinbare Mimik. Sakamoto verfügt zudem über allerlei nützliche Hand- beziehungsweise Fußtechniken. Im Endeffekt gelingt es ihm, selbst von seinen größten Neidern Bewunderung zu ernten. Da fragt sich der Zuschauer zurecht: Wer ist Sakamoto?

Sakamoto desu ga? basiert auf Nami Sanos gleichnamigen Seinen-Manga, welchen Egmont Manga hierzulande unter dem Titel Who is Sakamoto? herausgab. Dieser spielt in einem Schul- oder Alltagssetting und dreht sich um den mysteriösen Highschool-Schüler Sakamoto, von dem seine Mitmenschen noch nicht einmal den Vornamen kennen. Das Geheimnis um seine Person macht insgesamt betrachtet die Spannung der Story aus. Sakamotos pfiffige Art dient dem Jungen als Erleichterung im Alltag gegen die “bösen” Jungs da draußen, aber dies stets ohne Gewalt anzuwenden. Der Junge hat jedes Mal aufs Neue irgendeine Überraschung parat.

Episodisch stellt das Geschehen in Folge 1 zwei “Abenteuer” des Schülers an seiner Schule dar und führt dabei neue Nebencharaktere ein, dessen Leben im Endeffekt vom Sakamoto auf eine unorthodoxe Art und Weise in eine positive Richtung beeinflusst wird. Sakamoto desu ga? gliedert sich ebenfalls im Comedy-Bereich ein, wobei die Gags sehr trocken dargeboten werden. Der Humor ist demzufolge speziell, sodass ein Mainstream-Publikum wahrscheinlich kaum etwas damit anfangen kann.

Zu den Charakteren sei gesagt: Die Nebenfiguren lassen sich vom Typ her nicht ausschließlich dem Bishonen-Muster zuordnen. Der Zuschauer findet hier sowohl attraktive Gesichter als auch solche, die dem Schönheitsideal weniger entsprechen. Dieser Fakt trägt mit unter ebenso zur Comedy bei. Auf dem ersten Blick mag es aber auch klischeehaft wirken – im Sinne von: Mollige werden stets zum Mobbingopfer. Im Fokus des Geschehens steht natürlich immer noch der ach so coole Sakamato.

Diese Coolness transportiert auch die Animation von Studio DEEN mit speziellen Übertreibungselementen. Da taucht dann eben ein Heiligenschein auf, nachdem Sakamoto ein Vöglein vor einem Taifun gerettet hat. Oder es funkelt hier und da, wenn der Schüler mit seiner Coolness seine Mitmenschen zum Schwärmen bringt. Im Großen und Ganzen befindet sich die Animation im durchschnittlichen Bereich.

Yasuhiko Fukuda komponierte den Soundtrack. Auch dieser legt Wert darauf, den Protagonisten der Geschichte in Szene zu setzen, ist auch oft nur dann zu hören. Der Opening-Theme-Song Coolest von der Rockband Customi-Z entpuppt sich als Ohrwurm und spricht ebenso das aus, was die Hauptfigur ausmacht. Das Ontro Nakushita Hibi ni Sayonara von SuneoHair sticht dagegen weniger hervor.

Hikaru Midorikawa (Fushigi Yugi, Tamahome) schlüpft in die Rolle es Protagonisten Sakamoto und gibt dessen etwas arrogante sowie selbstsichere Art sehr gut rüber.

Sakamoto desu ga? ist in vielerlei Hinsicht speziell: Der Spannungsbogen der Story dreht sich im Grunde um eine einzige Person, die Rätsel aufwirft. Wer ist dieser arrogante, schlaue, scheinbar alles meisternde Oberschüler? Und warum ist Sakamoto eben so, wie er ist? Der Zuschauer verfolgt pro Episode seine (gewaltfreien!) Differenzen mit anderen Schülern – natürlich hat so ein Prachtkerl, der von allen Mädchen geliebt wird, zahlreiche Neider. Gespickt ist das alles mit trockenem Humor, der von Studio DEEN in der Animation in Szene gesetzt wird. Sakamoto desu ga? dürfte nicht jedermanns Geschmack treffen. Die Serie spricht nämlich kein Mainstream-Publikum an, daher ist es für mich irgendwo verständlich, dass sich kein Anbieter getraut hat, diesen Anime nach Deutschland zu holen. Tipp: Werft einen Blick in die Manga-Vorlage, die bei Egmont Manga erscheint. Wenn euch diese zusagt, dann dürfte euch der Anime, der die Story in der Startfolge fast 1:1 adaptiert, ebenso zusagen.

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