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First View: Tokyo Ghoul:re – Der Neuanfang nach einer Tragödie

Gestern veröffentlichte Kazé auf Anime on Demand die erste Episode zur Anime-Adaption von Sui Ishidas Tokyo Ghoul:re, dem Nachfolger von Tokyo Ghoul, als Simulcast.

Unter all den neuen Anime, die in dieser Season starten, dürfte Tokyo Ghoul:re einer der heißersehntesten sein. Jedoch waren und sind nach wie vor viele Fans dieser Adaption gegenüber skeptisch, da die vorangehende zweite Staffel Tokyo Ghoul Root A eine alternative Geschichte zum Manga erzählt und selbst in der ersten Staffel diverse Elemente aus der Vorlage weggelassen wurden. Wir konnten es uns natürlich nicht nehmen lassen, einen Blick auf die „dritte“ Staffel zu werfen, um einen persönlichen Eindruck zu gewinnen. Wer den Vorgänger bisher noch nicht angeschaut oder gelesen hat, sollte hiermit vor Spoilern gewarnt sein.

Die Story: Zwei Jahre sind vergangen, seit die CCG das Café Anteiku und die dort angestellten Ghule bekämpfte. Seitdem herrscht in Tokyo eine andere Atmosphäre, doch die Ghule werden nach wie vor als eine Bedrohung gesehen. Vor allem die Organisation Phoenixbaum ist den Ermittlern ein Dorn im Auge.

Um ihnen Einhalt zu gebieten, wird die sogenannte Spezialeinheit „Quinks“ in den Kampf geschickt. Die Gruppe besteht ausschließlich aus Ermittlern, die sowohl eine Quinke bei sich tragen als auch selbst die Krallen der Ghule in sich tragen. Ihr Anführer, Haise Sasaki, der von Kishou Arima persönlich trainiert wurde, steht im Fokus dieser Geschichte. Doch auch der Phoenixbaum hat nicht geschlafen und sich neu organisiert…

Tokyo Ghoul:re
Bild: Sui Ishida, Shueisha | Studio Pierrot

 

So viel zum Thema „Teamwork“

 

Mit dem Beginn eines komplett neuen Abschnitts der Geschichte lernen wir gleich einen Haufen neuer Charaktere kennen, von denen uns die meisten bereits im Video zum Opening offenbart werden – zumindest visuell. Im Fokus der ersten Episode stehen der Quinks-Mentor Haise Sasaki und sein Team, allen voran Kuki Urie und Ginshi Shirazu. Diese beiden Streithähne scheinen nämlich nicht allzu viel von Teamarbeit zu halten und wollen stets hervorstechen. Dies bereitet ihnen bei der Arbeit anscheinend nicht gerade selten Probleme.

Neben ihnen gibt es dann noch die unsichere und eher zurückhaltende Mutsuki Toru, die trotz ihrer Position kein Blut sehen kann und bisher nicht einmal ihre Kralle zu beherrschen scheint. Haise Sasaki hingegen ist der verständnisvolle Mentor, der aufgrund seiner lockeren Art zwar nicht immer ernst genommen wird, das aber mit seiner vermeintlichen Strenge und seinen Fähigkeiten wieder herausreißt. Auf den ersten Blick sieht man es ihm nicht an, doch wenn es darauf ankommt, gibt er alles. Das Wohl seiner Kameraden hat für ihn dabei oberste Priorität. Die Fünfte im Bunde, Saiko Yonebayashi, konnte man bisher zwar nicht im Einsatz sehen, doch allem Anschein nach zieht diese sich lieber in ihr Zimmer zurück und spielt Videospiele, als Zeit mit ihren Kameraden zu verbringen.

Wie man sehen kann, bestehen die Quinks somit aus lauter Chaoten, die sich in Zukunft mit ihren bunt gemischten Persönlichkeiten prima ergänzen dürften. Zusätzlich zu weiteren neuen Figuren bekommen wir außerdem auch alte bekannte Gesichter zu sehen, darunter Akira Mado oder Chie Horie, die ihr Anime-Debüt in der OVA Tokyo Ghoul Pinto feierte.

Tokyo Ghoul:re
Bild: Sui Ishida, Shueisha | Studio Pierrot

 

Funktioniert der Anime überhaupt?

 

Egal ob man nun den Manga gelesen oder den Anime geschaut hat, wer Haise Sasaki in Wahrheit ist bzw. war dürfte wohl klar auf der Hand liegen. Aber funktioniert der Anime wirklich nach so starken vorangehenden Abweichungen vom Manga? Wie wir wissen, wurde Ken Kaneki auch in Tokyo Ghoul Root A von Kishou Arima konfrontiert. Einen Kampf konnte man nicht sehen, doch dass dieser Showdown etwas mit dem völlig veränderten Protagonisten angestellt hat und dieser nun als komplett neue Person auf Seiten der CCG kämpft, lässt schon einiges erahnen.

Da es in der ersten Episode jedoch hauptsächlich um die Verfolgung des Ghuls „Torso“ geht, wird der Zuschauer erst einmal nicht mit den Unstimmigkeiten zum Manga konfrontiert. Schwerpunkte wie Dr. Kanou oder Rize wurden in der Episode bisher beispielsweise gar nicht erst behandelt, weshalb denen, die nur den Anime geschaut haben, somit erst einmal keine Ungereimtheiten auffallen dürften. Wie sich dies in weiteren Episoden entwickeln wird, bleibt allerdings abzuwarten. Eine Möglichkeit, auf die natürlich keiner hofft, wäre, dass man die bereits weggelassenen Elemente auch weiterhin umgeht. Hoffen wir mal für alle Fans, dass dieser Fall nicht eintritt.

Anhand der ersten Episode lässt sich natürlich noch lange kein Urteil fällen. Wir können bisher nur sagen, dass der Einstieg äußerst gelungen war und man sich ruhig auf mehr freuen kann. Um eventuelle Verwirrungen zu vermeiden, wäre das Durchlesen des Tokyo Ghoul Manga empfehlenswert. Dieser ist hierzulande ebenfalls bei Kazé erhältlich und bereits vollständig erschienen.

Tokyo Ghoul:re
Bild: Sui Ishida, Shueisha | Studio Pierrot

Die Animation ist wie bereits bei den Vorgängern überaus authentisch inszeniert und wird durch den tollen Stil ergänzt. Eine gewisse Steigerung der Qualität fällt dabei ebenso ins Auge. Der Soundtrack erinnert in vielerlei Hinsicht ebenfalls an die bisherigen Adaptionen, z.B. durch den markanten Einsatz von Klaviertönen. Ob sich erneut ein im Gedächtnis bleibendes Stück wie „Licht und Schatten“ oder „Glassy Sky“ ergeben wird, bleibt gespannt abzuwarten. Cöshu Nie steuert nebenbei ein wunderbares Opening bei, das vom Klang her an das der zweiten Staffel erinnert, jedoch viel kräftiger ist und dazu mit einem epischen Video die Spannung umso mehr steigert. Das Ending von Ziyoou-vachi geht die Sache wiederum deutlich ruhiger an und vermittelt mitsamt Musik und Video eher eine positive Stimmung, als wäre alles gut und es gäbe keine Sorgen.

Zu guter Letzt bleibt natürlich noch die Synchronisation. Neben der Wiederkehr von Natsuki Hanae als Ken Kaneki und zahlreichen anderen bekannten Stimmen, gesellen sich nun auch Ayane Sakura als Saiko Yonebayashi, Kaito Ishikawa als Kuki Urie, Natsumi Fujiwara als Toru Mutsuki und Yūma Uchida als Ginshi Shirazu zum Cast hinzu. Jeder von ihnen leistet dabei wie gewohnt eine überzeugende Arbeit und bringt die jeweilige Rolle in der Stimme und Ausdrucksweise prima zur Geltung. Die Untertitel von Anime on Demand sorgen dabei für eine sehr angenehm lesbare und leicht zu verfolgende Ergänzung.

Fazit: Die Adaption eines Sequel Manga ist schon eine ziemlich riskante Angelegenheit, wenn die Vorgängerstaffeln stark von ihrer Vorlage abweichen. Ob Tokyo Ghoul:re letztlich so funktioniert, dass die Handlung schlüssig ist, lässt sich bisher schwer erraten. Allerdings kann man bisher nicht über die erste Episode meckern, da diese wirklich gut und spannend umgesetzt wurde (ohne Manga-Kenntnisse zu Tokyo Ghoul:re). Neue Charaktere und ein völlig neuer Story-Abschnitt steigern die Vorfreude auf die nächste Folge.

Eine Übersicht aller Simulcasts der Season findet ihr in unserer Simulcast-Liste.

Info
Tokyo Ghoul:re Quinx SquadTokyo Ghoul:re
Original Name: 東京喰種:re
Transkription: Tōkyō Gūru:re
Studio: Pierrot
Deutscher Anbieter: Kazé via Anime on Demand
Regisseur: Odahiro Watanabe
Drehbuch: Chūji Mikasano
Musik: Yutaka Yamada
Erschienen am: 3. April 2018
Länge: 12 Episoden
Genre: Seinen, Horror, Mystery, Action, Supernatural, Psychological
Medium: VoDJetzt anschauen

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