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Gesehen: Shigatsu wa Kimi no Uso – Sekunden in Moll Volume 1 (Blu-ray)

Am 29. Juli veröffentlichte der Publisher peppermint anime das erste Volume von Shigatsu wa Kimi no Uso – Sekunden in Moll. Wir haben mal einen genaueren Blick in die ersten sechs Episoden geworfen.

Worum geht es?

Die Geschichte handelt von Kousei Arima, der ein bekannter Pianist war. Doch seine Karriere endete abrupt, als mit dem Tod seiner Mutter und Lehrerin seine Welt zusammenbrach. Aufgrund des Schocks ist er seitdem nicht mehr in der Lage, die Töne oder den Klang seines Klaviers wahrzunehmen. Seine ehemals von Musik geprägte Welt versank in Stille und Dunkelheit. Auch zwei Jahre später ist Kousei immer noch entschlossen, ein Leben ohne Musik zu führen. Seine Freizeit verbringt er lieber mit seinen Freunden Ryouta Watari und Tsubaki Suwabe. Doch ein Mädchen wirft schließlich seine Vorsätze über den Haufen: Kaori Miyazono, die nicht nur wunderschön ist und eine offenherzige Persönlichkeit besitzt, sondern deren Stil Violine zu spielen einem Abbild dieser positiven Eigenschaften gleicht. Mit ihrer gefühlsbetonten Vortragsweise führt Kaori Kousei wieder hin zur Welt der Musik und zeigt ihm abermals deren Freuden.

Die Story

Mit der ersten Episode findet Shigatsu wa Kimi no Uso – Sekunden in Moll zunächst einen eher humorvollen Einstieg in die Geschichte um Kousei Arima. Allerdings bekommt man auch hier schon direkt erste Einblicke in seine Psyche und Gedanken, woran man schnell merkt, dass dies kein durchgehend heiterer Anime werden dürfte. Mit der schrittweise herangegangenen Vorstellung der vier Hauptcharaktere legt die Serie einen gelungenen Start hin. Ohne zu viel vorweg zu nehmen, aber auch nicht gerade zu wenig zu verraten, findet man sich angenehm in Kouseis Welt ein und wird praktisch in dem dramatischen Slice of Life Szenario schon zu Beginn gefesselt.

Besonders markant ist die überaus bildhafte und metaphorische Erzählweise, wie man es am häufigsten in Kouseis Eindrücken und Beschreibungen seiner Umwelt und Mitmenschen (vor allem Kaori) bemerkt. Dies verleiht dem ohnehin schon klang- und farbenfrohen Anime eine weitere persönliche Note. Im Prinzip weiß der Anime also ziemlich gut, wie man mit Worten (in Kombination mit Bildern) spielt.

Trotz der anfangs erwähnten Comedy Elemente, die natürlich auch im Laufe der Serie passend eingesetzt werden, verläuft der Anime überwiegend eher ernst. Dabei kann man die ernsten Passagen allerdings in zwei Kategorien unterteilen: Auf der einen Seite sind die eher tragischen und traurigen Atmosphären, während auf der anderen Seite wiederum die Elemente vorhanden sind, die einen zum Nachdenken anregen. Dabei werden das Romance und Music Genre so geschickt eingebaut, dass sie sich perfekt in die Handlung eingliedern, ohne diese in irgendeiner Weise zu gefährden oder Zuschauer abschrecken. Selbst wenn man also kein großer Fan klassischer Musik (oder generell Musik in Anime) oder von Romanzen ist, wird man dennoch gut unterhalten und bekommt eine schöne Geschichte mit leicht bitterem Nachgeschmack serviert.

Inhaltlich sollte man womöglich nicht allzu viel verraten, da es den Spaß und die Spannung gefährden könnte. Allerdings kann man so viel sagen, dass sich die Story interessant aufbaut, steigert und dabei eine klare Linie bzw. ein roter Faden deutlich zu erkennen ist. Wie sich das Drama im späteren Verlauf noch entwickelt, kann man also nur gespannt abwarten.

Die Charaktere

Zu Beginn hinterlassen die Charaktere einen recht überschaubaren Eindruck. Doch bei jedem von ihnen merkt man unterschiedlich schnell, dass deutlich mehr hinter der Fassade steckt, als man ursprünglich annahm. Eine Ausnahme stellt möglicherweise Ryouta dar, weil man bisher einfach noch nicht wirklich viel von ihm gesehen hat. Vielleicht kommt da ja in Zukunft noch etwas. Was die übrigen drei angeht, trifft die Aussage jedoch voll zu. Selbst abgesehen von ihren romantischen Gefühlen scheinen sie allesamt ihren persönlichen seelischen Ballast mit sich zu tragen, an die sich die ersten Episoden langsam herantasten.

Von den vier Hauptfiguren ist das musikalische Duo wohl eindeutig am interessantesten. Da wir den Anime die meiste Zeit aus Kousei Perspektive betrachten, erhalten wir dementsprechend auch bei ihm die meisten Einblicke in seine Gedanken, wodurch sich seine individuellen Charakteristiken deutlich abzeichnen. Dabei macht er bereits in den ersten Episoden eine interessante Entwicklung von einem angsterfüllten sowie lust- und antriebslosen Jungen zu einem, der sich trotz seiner Ängste und Zweifel dennoch an seine Hürden herantraut und sich ihnen mehr oder weniger stellt, auch wenn er noch so einiges vor sich hat. Eine solche Vergangenheit lässt sich allerdings auch nicht so einfach und schnell verarbeiten.

Kaori ist insofern interessant, da sie sehr viele Gesichter zu besitzen scheint. Von der niedlichen und liebenswerten Mitschülerin, über die leicht reizbare Furie bis hin zur virtuosen und leidenschaftlichen Violinistin ist bei ihr alles vorhanden. Selbst Kousei gegenüber, den sie nicht gerade selten piesackt, als Perversling beschimpft und auf eine lebhafte Weise anstachelt, kann sie auch sehr mitfühlend und verständnisvoll sein. Nicht nur diese Eigenschaft, sondern all ihre Gesichter sind es jedoch, die sie so sympathisch machen.

Wie bereits gesagt, kann man zu Ryouta derzeit nicht allzu viel sagen, außer dass er vernarrt in die Damenwelt ist, sich nicht nur auf ein Mädchen einlässt, aber dennoch für seine Freunde da ist. Tsubaki hingegen tritt im Gegensatz zu ihm etwas mehr ins Licht, wenn auch etwas später. Auch sie scheint ihr eigenes Päckchen zu tragen, von dem die anderen leider nichts mitbekommen. Aber auch hier kann sich ja schließlich noch einiges tun, was vor allem auch großen Einfluss auf die Beziehung zwischen Kousei und Kaori üben dürfte.

Nichtsdestotrotz sind alle vier auf ihre ganz persönlich Art und Weise sympathisch.

Die Animation

Im Bezug zur Thematik des Anime und der Atmosphäre passt sich auch die Animation dem Ganzen ideal an. Der weiche und farbenfrohe, aber dennoch ernst gehaltene Zeichenstil ist dabei genau richtig und sieht einfach nur schön aus. Besagte bildhafte Erzählungen werden unter anderen durch dazu passende Bilder ergänzt und durch die entsprechende Animation hervorragend vervollständigt. Auch die musikalischen Szenen sehen einfach toll aus und vor allem Kaoris „Performance“ (wenn man so will) ist spitze inszeniert und macht die Auftritte erst so richtig lebendig.

Diese Aspekte treffen nicht nur auf die Episoden selbst zu, sondern sind auch im Opening und Ending deutlich zu erkennen. Natürlich besitzen diese aber auch in gewissen Maßen ihren eigenen Stil. Wie man es auch betrachtet, A-1 Pictures hat hier wirklich gute Arbeit geleistet. Chibi-Style-Elemente während einigen Comedy Szenen sowie die sich unterscheidende Zeichnung der kleinen Kinder (besonders im Gesicht) schmücken das Gesamtpaket ergänzend ab.

Der Sound

Dass der Sound und die Musik in diesem Anime gut sind, muss man wohl eher nicht betonen, wobei „gut“ noch untertrieben ist. Fans von klassischer Musik kommen hier garantiert auf ihre Kosten, aber auch Zuschauer, die in diesem Bereich unerfahren sind, sollten ihren Spaß haben. Letzten Endes ist es zwar wieder Geschmackssache, aber objektiv gibt es prinzipiell nichts einzuwenden. Die Hintergrundmusik passt außerdem exakt zur Atmosphäre.

Nicht nur die klassische Musik und die Hintergrundsoundtracks, sondern vor allem auch das Opening ist wunderschön und dürfte sich mit den herrlichen Klängen von Goose House in viele Köpfe gebohrt haben. Als wäre der Ohrwurm nicht genug, hört man den Song sogar in der Serie selbst, während Kousei ihn in Dauerschleife hört. Auch das Ending ist schönes Lied, kann mit dem Opening Theme „Hikaru nara“ jedoch nicht mithalten.

Die Synchronisation

Mit Shigatsu wa Kimi no Uso – Sekunden in Moll holt peppermint anime erneut Rieke Werner ins Boot. Trotz ihrer häufigen Auftritte in derzeitigen Veröffentlichungen des Publishers wird ihre Stimme nicht langweilig, da sie ihre Rolle einfach toll spielt bzw. spricht. Möglicherweise kann sie in den Augen (oder Ohren) vieler Zuschauer nicht mit der Originalsprecherin mithalten, jedoch leistet sie trotzdem sehr gute Arbeit und verleiht ihrer Figur Leben und Individualität. Von Monotonie kann also kaum die Rede sein. Gleiches gilt auch für den allseits bekannten Konrad Bösherz, den man bei Werken dieses Publishers eher selten zu hören bekommt. Dies verleiht dem Anime eine gewisse Abwechslung und macht ihn somit umso unterhaltsamer. Dass er dabei mehr als nur überzeugende Arbeit leistet, muss wohl nicht extra gesagt werden, da man es bei ihm eigentlich gewohnt ist. Allerdings scheint er im Gegensatz zum Originalsprecher in einigen Szenen etwas kräftiger zu sprechen, anstatt unsicher. Allzu stark fällt das zwar nicht auf und ist auch nicht so wild, aber eben nun mal der Fall.

Auch der restliche Cast macht einen anständigen und vor allem glaubwürdigen Job. Dialog- und Sprachfehler oder Sonstiges sind bisher keine zu Verzeichnen und rein objektiv gibt es an der deutschen Fassung nicht wirklich etwas auszusetzen. Somit hat peppermint anime durch Shigatsu wa Kimi no Uso – Sekunden in Moll erneut einen gelungenen Start mit einem neuen Titel hingelegt.

RolleSprecher
Kousei ArimaKonrad Bösherz
Kaori MiyazonoRieke Werner
Ryouta WatariSebastian Fitzner
Tsubaki SawabeLaura Elßel
Saki ArimaAntje von der Ahe
SaitouRené Dawn-Claude
Meg / Junge #1Charlotte Uhlig
Nashida / Junge #2Melinda Rachfahl
Nao KashiwagiMelanie Isakowitz
Emi IgawaNicole Hannak
Takeshi AizaMaximilian Artajo
Akira TakayanagiBastian Sierich
Hiroko SetoSandrine Mittelstädt
Yuriko OchiaiMareile Moeller
Softball-Club-MitgliedJenny Maria Meyer

Extras

(wird nicht bewertet)
Als Extra beinhaltet das erste Volume zu Shigatsu wa Kimi no Uso – Sekunden in Moll die Creditless Version des ersten Openings, während der Limited Edition zusätzlich eine Soundtrack CD sowie Notenblätter zu Ludwig van Beethovens Sonate Nr. 14 Opus 27 Nr. 2 (Mondscheinsonate) beiliegen.

Info

Shigatsu wa Kimi no Uso - Sekunden in Moll
Shigatsu wa Kimi no Uso – Sekunden in Moll / © peppermint anime

Shigatsu wa Kimi no Uso – Sekunden in Moll
Original Name: 四月は君の嘘
Transkription: Shigatsu wa Kimi no Uso
Studio: A-1 Pictures
Deutscher Publisher: peppermint anime
Regisseur: Kyōhei Ishiguro
Drehbuch: Takao Yoshioka
Musik: Masaru Yokoyama
Erschienen am: 9. Oktober 2014 (Japan), 29. Juli 2016 (Deutschland)
Synchronisation: Oxygen Sound Studios, Berlin
Dialogregie: René Dawn-Claude
Länge: 22 Episoden (Volume 1 mit Episode 1 bis 6)
Freigegeben ab: FSK 6
Genre: Drama, Romance, Music, Slice of Life
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray / DVD

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