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Harmony – man muss nicht denken, nur funktionieren

Ende Juli veröffentlichte Kazé den zweiten Teil der Filmtrilogie von Project Itoh in Deutschland: Harmony. Und auch dieser Film weiß zu begeistern.

Eine fast sterile Welt oder nicht?

Harmony spielt in einer scheinbar perfekten Welt: Kaum geboren, wird den Menschen WatchMe implantiert, eine Software, die den Körper kontrolliert und Krankheiten, Gewalt und Verbrechen schon im Ansatz verhindert. Bevor die Weltgesundheitsorganisation die Technologie bei den Mädchen Tuan, Miach und Cian aktiviert, wollen die jedoch radikal gegen das System rebellieren und sich umbringen. Jahre später – nachdem ihr Selbstmordversuch gescheitert ist – arbeitet Tuan selbst für die WHO und reist um die Welt, um der gleichförmigen Harmonie in Japan zu entkommen. Als jedoch Hacker die WatchMe-Software manipulieren und damit eine globale Welle von Selbstmorden auslösen, beginnt für Tuan ein schmerzhafter Trip in ihre eigene Vergangenheit. Denn das Muster der Aktivistengruppe deutet verdächtig auf ihre tot geglaubte Freundin Miach hin.

Tuan Kirie Harmony

Individuell Leben (noch).

Trotz der ganzen Technik und des “perfekten” Lebens hat gerade Tuan eine gewisse Individualität behalten.  So “steril” wie sich die Welt anhört ist sie auch bei Weitem nicht. Tatsächlich wurde für diese Geschichte eine Welt kreiert, die sehr viele Gegensätze aufweist. Und gerade diese Gegensätze machen die Welt sehr lebendig, denn oft sieht man in Anime eine Art der Welt, nicht aber viele Gegensätze.

Außerdem schaffte es Itoh, nicht nur die Charaktere sehr individuell wirken zu lassen, sondern erzählt die Geschichte sehr facettenreich. Tuan ist mit einem Kindheitstrauma belastet, das im Verlauf der Geschichte eine immer größer werdende Rolle einnimmt. Das warum und wieso wird spannend und gut erzählt. Zugegeben, dieses Trauma wird zu Anfang ein wenig zu oft angesprochen, das kann manchmal etwas stören.

Die Idee ist natürlich nicht neu: “Gleichheit für alle”  ist ein oft wiederkehrendes Thema, aber es wurde bei Harmony eben sehr gut verpackt. Und so ist der Film nicht einfach nur geschaut und fertig.  Denn der Grundtenor der Geschichte bringt einem zwangsläufig ein wenig zum Nachdenken und so beschäftigt einem der Film noch eine Weile.

Project Itoh Hamony

Ein fast gelungener Augenschmaus

Auch grafisch kann sich Harmony sehen lassen, mit ein wenig Abstriche, denn was Studio 4°C hier abliefert kann sich sehen lassen. Die Welt ist lebendig, im Hintergrund ist immer etwas los und es wurde auf viele kleine Details geachtet. Ab und zu wurde allerdings etwas zu viel auf CGI gesetzt, was nicht ganz so gut eingebaut wurde. Das wiederum lässt die Animation manchmal seltsam wirken und stört in der sonst eigentlich guten Optik.

Project Itoh Hamony

Rede mit mir

Im Original ist die Synchronisation bereits gut, aber was Kazé hier abliefert, kann man ohne Scharm als sehr gut bezeichnen. Die Stimmen der Charaktere passen perfekt und die Synchronsprecher machen alle einen richtig guten Job. Die Betonung passt zu jeder Zeit, es gibt keine Stelle im Film, bei der man meint “das geht doch besser”. Gerade Claudia Urbschat-Mingues, die die Hauptfigur Tuan sprich, ist richtig gut. Man könnte fast meinen, dass Tuan auf sie zugeschnitten wurde. Hier haben wir also wieder so einen Fall, bei dem die deutsche Synchronisation um Längen besser ist, als das Original.

Der Eindruck zählt.

Insgesamt macht Harmony einen richtig guten Eindruck. Das Warten auf den Film hat sich gelohnt. Optisch ist er zwar nicht so gut geworden, wie man erwarten könnte, kann sich aber trotzdem sehen lassen. Die Synchronisation ist richtig gut geworden. Auch wird die Geschichte spannend erzählt und bietet einigen Stoff zum Nachdenken.

Hier kann ich eine klare Empfehlung aussprechen: Schaut ihn euch an, es lohnt sich!

Project Itoh Hamony

Info

Harmony Disk Hülle
Harmony Steelbox Bild: Kazé

Harmony
Original Name: ハーモニー
Transkription: Hāmonī
Studio: Studio 4°C
Deutscher Publisher: Kazé
Regisseur: Michael Arias, Takashi Nakamura
Drehbuch:
Musik: Yoshihiro Ike
Erschienen am: 28. Juli 2017
Synchronisation: Oxygen Sound Studios
Dialogregie: René Dawn-Claude
Länge: 119 Minuten
Freigegeben ab: 16
Genre: Action, Drama
Sprachen: Detusch, japanisch mit deutschen Untertitel
Medium: Disk

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1 Kommentar

  1. Der Anime hat mir sehr gefallen, und was die deutsche Synchronisation angeht, muss ich hier meinen Hut ziehen. Wirklich sehr gelungen. Wer also mal abseits von süßen Mädchen einen Tiefgründigen Anime wie GitS sehen will, sollte zuschlagen.

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