Interview mit Michael Arias – Ich war sofort gefesselt von Harmony!

Am 28. Juli Harmony als Limited-Edition im Handel. Den ursprünglich 2015 erschienen Anime präsentierte man letztes Jahr als OmU das erste Mal dem deutschen Publikum auf der Nippon Conncetion. Auf der Anime Berlin im Babylon feierte die deutsche Synchronisation am 22. Juni Premiere. Michael Arias, der Co-Regisseur, war zur Feier des Tages ebenfalls vor Ort und beantwortete Sumikai einige Fragen.

Sumikai: Harmony ist in einem deutschen Kino zu sehen. Was empfinden Sie dabei?

Michael Arias: Es ist großartig. Es fühlt sich toll an, wieder in Berlin zu sein. Das letzte Mal war ich vor 10 Jahren hier. Damals präsentierte ich hier, sogar in diesem Kino, meinen ersten Film. Deswegen ist es schon ein ganz besonderes Gefühl wieder in der Stadt zu sein. Es ist spannend für mich, dem Publikum wieder an diesem Ort meinen neuen Film zu zeigen. Ich bin sehr begeistert von der deutschen Synchronisation. Leider habe ich bisher nur ein paar Ausschnitte sehen können. Ich bin aber der Meinung, dass die Sprecher einen sehr guten Job machen. Sie gefallen mir in ihren Rollen sogar besser als der Original-Cast.

Sumikai: Sie sind nach 10 Jahren wieder in der Stadt. Hat sich nach Ihrem Empfinden viel verändert?

Michael Arias: Ich glaube, nicht wirklich. Aber ich bin auch diesmal, genauso wie bei meinem letzten Besuch, nur für eine sehr kurze Zeit hier. Sodass ich bisher vorrangig das Innere des Kinos gesehen habe. Deswegen habe ich kein so großes Gesamtbild von Berlin. Ich war aber schon verschiedene Male in Deutschland und bin immer wieder überrascht darüber, wie freundlich die Leute hier sind.

Ich werde aber in den nächsten Tagen noch ein wenig die Nachbarschaft erkunden und zum Beispiel zum Potsdamer Platz fahren. Es ist schwierig, in einer Stadt mit einer solch großen Historie und einem so großen Angebot an besonderen Orten zu sein. Deswegen ist es für mich sehr frustrierend, dass ich mir einfach nicht alles ansehen kann, das mich interessiert. Es ist, als ob man mir ein großes Tablett mit leckerem Essen hinstellt und ich darf mir nur ein Stück davon nehmen.

Bild von Michael Arias: Sumikai

Sumikai: Was war für Sie die Herausforderung, eine Light Novel in einen Anime-Film zu adaptieren?

Michael Arias: Es gibt sehr viele Unterschiede, zwischen den beiden Medien Film und Buch, besonders bei Harmony. Auf der einen Seite erklärt Harmony sehr viel ohne viel Action zu enthalten. Die erste Aufgabe war es, den Anime trotzdem interessant zu gestalten. Die andere große Herausforderung bestand darin, die richtigen Bilder zu finden, um die besondere Stimmung und die vielen Details aus dem Buch darzustellen.

Das Buch ist so geschrieben, dass jeder, der es liest, seine eigenen Interpretationen und Assoziationen dazu besitzt. Das stellt natürlich auch an die Bilder im Anime besondere Anforderungen. Aus diesem Grund war es von Anfang an eine große Frage zwischen mir, meinen Co-Regisseur und den anderen Mitgliedern des Produktionsteams, diese unterschiedlichen Ideen aus dem Buch zusammenzuführen und entsprechend zu übertragen.

Sumikai: Was macht Harmony in ihren Augen aus und was ist das Besondere an der Geschichte?

Michael Arias: Da gibt es sehr viele Aspekte, die mir persönlich sehr gefallen. Natürlich liefert Harmony sehr viele Sci-Fi-Elemente, besonders was die Technologie und deren Integration in die bestehende Welt angeht. Die Welt von Harmony fühlt sich sehr real an, obwohl sie bisher nur in der Fantasie existiert. Sie stellt einen direkten Weg in die Zukunft dar und ist gleichzeitig schon so nah, als ob sie um uns herum bereits real ist. Besonders viele der technologischen Ideen aus dem Buch sind schon sehr ausgereift.

Was ich ebenso sehr mag, ist das Bild, dass Harmony vermittelt. Eine Welt aus Unschuld und gleichzeitig dem Verlust derselben. Es gibt da diese riesige Welt und das ist eine Idee, die mir persönlich sehr zusagt. Die Welt meines ersten Films Tekkonkinkreed ist so ähnlich aufgebaut. Auch sie besitzt diese außerordentliche Weite. Ich liebe diese Vorstellung wirklich sehr. In Tekkonkinkreet sieht es deswegen atmosphärisch auch so ähnlich aus. Es gibt Kinder, die in dieser viel zu großen Welt überleben müssen, und die gleichzeitig versuchen, sich ihre innere Unschuld zu bewahren.

Als ich das Buch das erste Mal gelesen habe, fühlte ich mich von der Geschichte dieser jungen Mädchen direkt angesprochen.

Sumikai: Was fasziniert Sie allgemein betrachtet an japanischen Animationen?

Michael Arias: Ich finde die japanischen Animationen sehr ausdrucksstark. Sie besitzen dieses gigantische Spektrum aus sehr individuellen Ansätzen, was den eigenen Stil angeht. Diese Kunst hat eine reiche Welt aus Geschichten hervorgebracht, die sich sehr von der gewöhnlicher Filme unterscheidet. Anime besitzen auch die Fähigkeit sich zu überlappen, sodass noch komplexere Welten entstehen können. Selbst nachdem ich mich schon seit so vielen Jahren mit Anime beschäftige, fühlen sie sich immer noch ungewöhnlich und exotisch an.

Sumikai: Zu guter Letzt: Haben Sie bereits neue Projekte in Aussicht?

Michael Arias: Ich arbeite zurzeit wieder an einem Live-Action-Movie. Dieser befindet sich allerdings erst in einer sehr frühen Phase, sodass ich dazu noch nicht mehr sagen kann.

Sumikai: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Wir wünschen Ihnen noch einen sehr schönen Aufenthalt in Berlin.

Harmony

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