• Popkultur
  • Podcast
  • Kazé Anime Nights
Home Popkultur Anime Japanischer Schriftsteller beschwert sich über überzogene Sprechweise in Anime
Anzeige

Japanischer Schriftsteller beschwert sich über überzogene Sprechweise in Anime

Den internationalen Erfolg kann er nicht nachvollziehen

Hiroshi Mori verfügt über ein breites Spektrum an Interessen. Der Schriftsteller hat in Japan bereits dutzende Bücher veröffentlicht und für eines seiner Werke den ersten Mephisto-Preis für japanische Mystery-Literatur erhalten. Gleichzeitig verfügt er über einen Doktortitel in Ingenieurwissenschaften.

Zusätzlich konnte er sich bereits über zahlreiche Auszeichnungen des Architectural Institute of Japan, des Japan Concrete Institute, Japan Cement Association und der Japan Society of Materials Science freuen. Eine Sache, über die sich Mori allerdings nicht freut, sind Anime. Vor allem das mangelnde Sprechverhalten der Seiyuu stößt ihm sauer auf.

Schriftsteller trifft auf bewegte Bilder

Mori ist auf seinem Blog weiterhin fleißig als Schriftsteller tätig und äußerte sich vor Kurzem zur Qualität japanischer Animationen. Auf der einen Seite freut er sich natürlich über das internationale Interesse an den Serien, mit den Stimmen der meisten Figuren hat er allerdings ein Problem. Der Autor kritisiert, dass die Sprecher übertrieben emotional klingen, sodass Mori sich eher in ein Kabuki-Stück versetzt fühlt, anstatt eine Fernsehserie zu schauen. Die Sprecher kreischen seiner Meinung nach zu viel und insgesamt fällt ihre Art zu intensiv aus, um noch glaubhaft zu erscheinen.

Kabuki gilt als eine Kunstform, die in einer Zeit entstand, als Schauspieler ihre Stimmen noch sehr beanspruchen mussten, um das Publikum zu erreichen. Dabei waren Übertreibungen und Überhöhungen ein Mittel, das sich im Zuge der langen Tradition dynamisch entwickelte. In frühen japanischen Filmen und Serien wurde diese Art zu sprechen fortgesetzt, vor allem in Samurai-Filmen gehörten solche Sprecher noch dazu.

Der Schriftsteller ist aber der Meinung, dass dieser Trend inzwischen überholt ist. Er versteht nicht, warum die japanische Synchronisation beim ausländischen Publikum weiterhin so gut ankommt. Gleichzeitig bedauert er, dass diese Verehrung dazu führt, die alten Werte beizubehalten. Mori geht davon aus, dass Leute außerhalb Japans Anime so anschauen, wie Japaner ein Kabuki-Stück, sie tauchen ein in eine fremde Kultur, die sie begeistert.

Gleichzeitig äußerte der Schriftsteller auch Kritik an der Visualisierung von Light-Novels, obwohl er früher selbst Mitglied eines Dojinshi-Clubs war. Er findet, sobald Illustrationen sich in Bewegung setzen, verlieren die Zuschauer die Möglichkeit sie sich selbst vorzustellen. Für ihn sind solche Serien, als würde er sich Figuren ansehen, die Manga-Masken tragen.

Anime-Idol-Serie
Bild: Muni Muni Works

Auch zeitgenössische Realfilme bekommen ihr Fett weg

Auffällig ist, in vielen Realfilmen und Serien im modernen japanischen Fernsehen, die vor einer zeitgenössischen Kulisse spielen, agieren die Darsteller wie im Theater, auch was die Dialogführung angeht. In Anbetracht der Einschaltquoten, die solchen Reihen aber erzielen, scheint diese Art allerdings beim Publikum anzukommen. Mori ist mit seinen 61 Jahren aber auch schon ein wenig weg von der grundsätzlichen Zielgruppe von Anime, die sich in der Regel an junge Erwachsene richten.

Die Altersgruppe der Leute zwischen 15 und 25 besteht größtenteils aus Charakteren, die ihre persönliche Identität noch ausbilden. Anime-Charaktere bei ihren Problemen zu beobachten, inspiriert die jungen Leute. Deswegen ist es kein Fehler, wenn Anime-Figuren ihre Gefühle auch einmal explosiv nach außen tragen.

Quelle: Hiroshi Mori Blog

Rolling Sushi - der Japan-Podcast von Sumikai

Rolling Sushi - Japan für die Ohren

Anzeige

Anzeige

1 Kommentar

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück