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Kommentar: Immer diese deutschen Synchronisationen in Anime

Manchmal stelle ich mir folgende Szene in einem Büro eines Publishers vor: „Na, das ist doch eine tolle Synchronisation bei diesem Anime geworden, oder?“, erklärt jemand und blickt stolz in die Runde, bis einer der Mitarbeiter resigniert erklärt: „Nee Du, die wird schon zerrissen.“

Hinweis vorweg: Bei diesem Kommentar handelt es sich um die Meinung des jeweiligen Redakteurs. Der Artikel ist also nicht objektiv.

Ich frage mich mittlerweile immer öfter, wieso eigentlich ständig – und fast automatisch – über die deutsche Synchronisation gemotzt wird. Wenn eine deutsche Version wirklich schlecht ist, okay, dann soll man das auch sagen, aber wenn eine Synchro doch eigentlich gut ist und nur den persönlichen Geschmack vielleicht nicht trifft?

Besonders interessant sind für mich die Urteile anhand von Trailern: man hört dort für ein paar Sekunden eine Stimme – und schon ist sie durchgefallen. Dass sich das aber in einer Episode ganz anders anhört, weil man mehr hört, oder weil sie sogar noch mal bearbeitet wurde, ist egal.

Ein aktuelles Beispiel ist Gate. Hier konnte man in der letzten Zeit viele kritische Stimmen lesen, die in etwa so klingen: „Rory hört sich doof an“, „Die Original-Stimme von Rory ist besser“, und so weiter. Und das nur anhand eines Trailers.

Natürlich ist es Geschmackssache, ob eine Stimme angenehm ist. Allerdings vermisse ich etwas die Objektivität.

Anhand eines Trailers zu bewerten, ist schwierig. Die Zeit reicht in der Regel nicht aus, um vernünftig zu urteilen. Gerade Rory ist so ein Fall: In den 3 Sekunden kann man nicht erkennen, ob die Feinheiten der Figur übernommen wurden oder nicht.

Bei diesem Charakter verhält es sich so: Die Stimme hört sich reifer an als im Original, aber: Das was den Charakter ausmacht, nämlich die Verspieltheit in der Stimme, hat die Synchronsprecherin perfekt transportiert. Man hört es einfach nur nicht im Trailer.

Der vorrangige Kritikpunkt lautet aber: Im Original hört sich die Stimme besser an. Na ja, wer die japanische Sprache so sehr mag, wird eh immer ein Problem mit deutscher Synchronisation haben. Denn die japanischen Stimmen, also die weiblichen, sind in der Regel etwas weicher als unsere. Dabei vergessen einige leider: Nur ein kleiner Teil versteht tatsächlich Japanisch und kann die Aussprache wirklich beurteilen. Für den Rest gilt: Wie will man denn erkennen, ob es sauber gesprochen ist, wenn man nur weiß, was sie sagt, weil man einen Sub nebenbei liest?

Es ist und bleibt immer Geschmackssache.

Man wird in Deutschland sehr selten (gar nicht) erleben, dass sich ein Charakter genauso wie im Original anhört, sollen etwa die japanischen Synchronsprecher Deutsch lernen? Jede Stimme ist nun mal anders.

Natürlich gibt es auch mal unpassende Stimmen in der deutschen Synchronisation. Es ist auch nicht unbedingt toll, wenn sich zwischendurch die Sprecher ändern (siehe FilmConfect), oder wenn lieb gewonnene Stimmen auf einmal nicht mehr da sind (Naruto), oder wenn sich ein Charakter einfach echt nicht gut anhört (siehe Yona of the Dawn).

Das passiert und dann sollte man es auch sagen, aber geht das nicht zur Abwechslung auch objektiv und vor allem erst, nachdem man sich die Stimme im Anime selbst angehört hat?

Gebt der deutschen Synchronisation doch einfach mal eine Chance, denn sie hat sich in den letzten Jahren noch mal stark verbessert.

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16 Kommentare

  1. Natürlich ist das meiste Vorliebe oder persönlicher Geschmack, aber warum verdammt nochmal fehlen in deutschen Synchros manchmal ausgerechnet in Namen von Hauptcharakteren irgendwo Buchstaben?!?!?!

    Kann mir das einer zufriedenstellend erklären? Das ist der blanke Horrror wenn man das Original mit Sub schon mal gehört hat!

  2. Ach nochmal zu den Suffix,

    allein daran erkennt man ja schon die Beziehung der Charaktere zueinander.

    Im dub hauen sie einfach mal direkt gern die Vornamen raus 😉

  3. Unpassende Stimmen, kann ich mit leben.
    Was aber viel häufiger das Problem ist, es sind gefühlt immer dieselben Sprecher und qualitativ auch nicht annähernd so hochwertig wie bei Filmen und Serien (von oft schlechten Netflix Synchros mal abgesehen).

    Hauptproblem für mich ist folgendes:
    Ich habe oft das Gefühl es wird einfach nur abgelesen, so hört es sich zumindest an, wie ein schlechtes Referat, völlig gelangweilt. Klingt eine 12 jährige dazu noch eher nach 40 potenziert es sich noch. Bei englischen dubs übrigens kein deut besser. Außerdem werden mir zu oft Suffixe weggelassen und natürlich Nachname Vorname auf Vorname Nachname umgestellt. Bin vielleicht pingelig aber mir nimmt es viel Spaß weg.

    Es gibt gute dubs, allerdings findet man dort auch bekannte Synchronsprecher welche reichlich Erfahrung im Film und Serien Bereich haben. Beispiel GitS SAC oder auch GitS in Version 2.0, das sind die Sprecher aus Sg1 hallo.

    Ich mag die japanische Sprache dazu sehr gerne, verstehe nach langjährigem schauen auch das ein oder andere und bevorzuge englische subs.

    Die deutschen subs versuchen oft übertrieben lustig oder cool zu sein und landen manchmal derartige font fails (Farbe, Serifen!, Größe etc). Klappt bei den englischen irgendwie besser.

    Nichts desto trotz, jeder wie er mag.

  4. Um es mal vereinfacht auszudrücken:

    Ich würde sagen, dass der Großteil der deutschen Anime-Fans überhaupt gar keine Ahnung von einer guten Synchronisation haben bzw. auch bei einer schlechten Synchro, diese nicht bewerten können.

    Meist vergleichen sie den japanischen Sprachfluss mit dem deutschen. Der japanische Sprachfluss ist ein ganz anderer und wirkt für viele, dadurch automatisch intensiver.

    Viele Billigsynchros werden von Fans als für gut befunden und welche die gekostet haben, als schlecht und umgekehrt. Nur ein Bruchteil der Leute kennt sich aber wirklich aus.

    Am besten ist es, wenn die Verleihfirmen einfach die Studios ihr Ding machen lassen und genug Geld in eine Synchro stecken, damit diese vernünftig wird.
    Schlimm genug, dass mittlerweile Fans bei diversen Verleihfirmen arbeiten und dünnpfiff verzapfen.

  5. Hallo Miteinander!

    Ich sehe mir gerade „Mahouka Koukou no Rettousei“ auf Netflix an. Normalerweise schaue ich Englische Dubs, selten Japanisch mit Untertiteln (weil ich gerne zwischendurch vom Bildschirm mal wegschaue.)

    Ich bin auch so eine, die die Deutsche Synchronisation meistens nicht so gut findet. Aber bei „Mahouka Koukou no Rettousei“ finde ich sie sogar katastrophal.

    -Seltsame Wortwahl (sehr unnatürlich, niemand spricht nach den 70ern noch so)
    -gefühllose Betonungen (Jemand rennt und spricht als ob sie gerade im Bett liegt. Oder jemandem wird ein Arm gebrochen und sie sagt „Oh, das tut aber ordentlich weh“ in einem Tonfall, wie wenn sie gerade eine Bestellung aufgegeben hätte)

    Generell sind die sprachlichen Tonfälle praktisch immer gleich. Egal ob die Situation ernst, traurig oder fröhlich ist. Mich irritiert das wahnsinnig.

    Wie jemand schon gesagt hat, es geht um die Gefühle in der Stimme und wenn diese nicht ankommen verfälscht das den ganzen Anime. Dasselbe gilt natürlich auch für Englische Dubs, aber da sind mir bei weitem viel weniger schlechte aufgefallen (subjektiv natürlich)

    Danke für die Hinweise auf Animes mit guten Deutschen Dubs, ich check das mal aus 🙂

    Lg,
    Leyla

  6. wir haben hier in Deutschland einige gute Synchronisationen.

    Steins;Gate,Dragonball Z, Shigatsu wa Kimi no Uso,Yu-Gi-Oh, One Peace,Eureka Seven,
    Code Geass(auch wenn da ein paar Defizite enthalten sind),
    Madoka Magica(warscheinlich die einzige Deutsche Synchro bei denen Suffixe nicht negativ auffallen)

    alle diese Synchros sind entweder genauso gut wie die Japanische oder Besser.

  7. Hallo Micha,

    Auch ich bin einer der Personen, die den deutschen Dub so gut wie nie einschalten. Ich muss sogar zugeben, dass ich ihn zu 99% nicht einmal ausprobiere. Hier einmal meine Begründung:

    0. Ich bin im Monment dabei die japanische Sprache (incl. Sprachkursen usw.) zu lernen. Da hilft es natürlich ein bisschen, Animes auf Originalsprache zu hören. Dies ist natürlich kein Grund dafür, dass der japanische Dub besser als der deutsche ist.

    1. Hier einmal meine schlimmste Erfahrung mit deutschem Dub:
    Ich war auf dem Peppermint Kinofestival (vor 2 Jahren) und da wurde das SAO Special im deutschen Dub gezeigt. Mal ganz zu schweigen davon, dass der Film selber schon extrem schlecht war, war der deutsche Dub der reinste Horror. Und dabei rede ich nicht unbedingt von der Leistung der Synchronsprecher. Das was mich am allermeisten gestört hat war die Übernahme der Namens-Endungen wie -san, -kun und -chan in das deutsche. Das hört sich nicht nur extrem unnatürlich an, sondern regt bei mir auch einen großen Brechreiz an. Was noch gefehlt hätte, wäre jeden Satz mit desu zu beenden und nach jedem Abschnitt einmal Sugoi zusagen.
    Für mich (natürlich eine persönliche Meinung) bringt einen so etwas komplett aus der Story und aus dem Spaß den man sonst mit dem Film gehabt hätte, nicht dass das es bei diesem Film eine Nennenswerte Story gab :p

    2. Die ganz stereotypische Begründung: Warum sollte man auf das „nachgemachte“ zugreifen, wenn man auch das Original benutzen kann. Das ist natürlich eine relativ oberflächliche Begründung, aus diesem lässt sich aber ein starkes Argument ziehen. Der Arbeitsmarktwettbewerb um Voiceactor ist in Japan massiv größer als in Deutschland. Voiceactor in Japan sind vom Bekanntheitsgrad ungefähr so bekannt wie Schauspieler hier in Deutschland. Wenn man hier in Deutschland auf der Straße nach bekannten Synchronisationsprechern fragt (auch wenn es die von Hollywoodfilmen sind), wird kaum jemand darauf eine Antwort wissen.
    Das heißt, das Voiceactors in Japan eine viel größere Konkurrenz haben und somit zu mindestens theoretisch auch qualitativ besser sein müssten.

    3. Der zeitliche Vorteil:
    Ganz grob gesagt: Der japanische Dub ist viel eher verfügbar.
    Das macht einen Simulcast möglich, was bei deutschem Dub nicht möglich ist.

    Jetzt natürlich noch ein riesiger Vorteil vom Dub, ob Englisch oder Deutsch:
    Nicht nur ist es leichter verständlich, auch die benötigte Konzentration nimmt stark ab. Es ist kein Problem mehr mal kurz vom Bildschirm wegzuschauen um mal eben zum Getränk zu greifen und man kann sogar ganz andere Sachen nebenbei machen.

    Auch aus diesem Grund würde ich mich riesig über gute Dubs freuen. Zwar würde ich wegen Punkt 0 immer noch selten darauf zugreifen, es würde aber die Verbreitung des Animegenres in Deutschland stark weiterhelfen.

    Meiner Meinung nach ist Punkt 1 (Übernahme der japanischen „Vokabeln“) einer der größten No Go’s. Das schreckt einen Neuling im Genre Anime direkt ab.

    Allerdings glaube ich weiterhin, dass besonders wegen den Punkten 2 und 3 der deutsche Dub nie ganz an den japanischen schlagen wird (im Punkt Qualität).

    Hoffe meine Antwort war nicht zu lang ;).

    Vielen Dank fürs lesen und viele Grüße
    Philipp

  8. Ich finde, es ist nicht so einfach, wie es hier dargestellt wird. Wir reden ja von japanischen Anime, die auch eine bestimmte Mentalität, ein bestimmtes Grundgefühl vermitteln (auch, wenn sie nicht in Japan spielen, so spreche ich nicht von der Location; sondern von der Art der Menschen und den vermittelten Gefühlen). Neben der Stimme an sich spielt finde ich ein viel wichtigerer Faktor eine Rolle, der hier außen vor gelassen wird: Die Emotion, die in der Stimme transportiert wird. Die feinen Nuancen, anhand derer eine Grundstimmung erzeugt wird.
    Ich denke, es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Ausbildung japanischer Seiyuu zu den besten der Welt gehört. Es ist ein hochprofessionelles Business mit einer RIESEN Konkurrenz, in dem es nur sehr wenige weit bringen. Und diese wenigen müssen mit beachtlicher Qualität überzeugen. Die Synchronsprecherszene in Deutschland hingegen ist sehr klein und familiär, nach welchen Schwerpunkten man teilweise „reinkommt“, will ich gar nicht erwähnen und es ist Fakt, dass es keine Spezialisierung auf Synchronsprecherausbildungen gibt… ein Schauspieler z.B. muss nie so fein auf seine Stimme achten, wie jemand, den man nur hört. Dass also schon in der Grundausbildung ein qualitativer, meilenweiter Unterschied herrscht, ist Fakt und nicht von der Hand zu weisen.
    Nun kann man sagen: „Aber die Deutschen strengen sich dennoch an und es gibt sehr gute Beispiele.“ Das stimmt. Aber Anstrengung allein toppt keine Professionalität auf dem Niveau, wie man es im Original vorfindet.
    Und ja, es ist wahr: Die Meisten schauen schon seit vielen Jahren Anime auf Japanisch und sind es gewohnt. Ich selbst verstehe das Gesagte zwar zu großen Teilen, aber selbst, als es noch nicht so war, konnte man auch, wenn man die Sprache nicht versteht, die Emotionen heraushören. Gesagtes wird in der Tonlage, in einer z.B. zittrigen Stimme, in den feinen Nuancen transportiert. Nicht in der Sprache. Und in diesen feinen Nuancen sind Seiyuu Profis. Das hört man raus und wenn man daran gewöhnt ist, spürt man in den deutschen Versionen im Vergleich dazu schon einen starken Rückschritt. Dass man, weil man einen hohen qualitativen Standard gewohnt ist, einen Vergleich zieht, ist doch ganz natürlich und nichts Schlimmes.
    Nicht als Hauptqualitätsmerkmal, aber als kleine Zugabe, die man auch hört: Die genannten Nuancen transportieren auch ein bestimmtes Grundgefühl, eine Mentalität, die das Medium transportieren möchte. Und zu den Gefühlen, die der japanische Autor einer Originalvorlage vermitteln möchte, haben japanische Seiyuus denke ich auch leichteren Zugang und legen die Grundmentalität der Charaktere des Mediums ganz natürlich in ihre Stimme.
    Ich finde, das sind Dinge, die man ganz unterbewusst raushört. Dazu muss man kein „Hörprofi“ sein. Man FÜHLT die Gefühle, die transportiert werden sollen und diese unterbewusste Gefühl sorgt dafür, dass wir einen guten Zugang zur japanischen Synchronisation finden.

    Ich streite übrigens gar nicht ab, dass es gute deutsche Synchros gibt. Und natürlich gibt es immer Idioten, die sofort losschreien, wenn ihnen etwas nicht passt. Aber zu suggerieren, Menschen, die die japanische Synchronisation bevorzugen, seien wohl nur ignorant o.ä. und würden sich auch gute Synchros nicht lange genug angehören, ist eine zu einfache und stigmatisierende Antwort. Klar ist auch mein geschildertes Empfinden subjektiv, aber es gibt viele Leute, die subjektiv so empfinden, eben weil die japanische Synchro ihnen einen so guten Zugang zum Medium gewährt. Und auch diese Meinungen sollten toleriert werden. Dass es gute deutsche Synchros gibt, heißt nicht, dass sie sich nicht mit dem Original vergleichen lassen dürfen… und die Chancen, dass das Original besser abschneidet, sind aus genannten Gründen m.M.n. einfach höher.

    • Mit solchen Aussagen wie „Japanische Synchronsprecher sind besser augebildeter als deutsche“ solltest du vorsichtig sein. Du weißt nichts über die Ausbildung eines japanischen Synchronsprechers oder gar die eines deutschen. Das sehe ich schon alleine an deinem Text. Du kannst nicht einfach sagen, dass hier oder dort etwas besser ist. Deutsche Sprecher sind in der Regel Schauspieler, von denen viele auch Gesangsunterricht hatten und daher ist die Ausbildung hier nicht viel anders als in Japan. Deswegen mach nicht denselben Fehler wie die ganzen anderen Anime-Fans da draußen und lobe Japan über den grünen Klee, denn der deutsche Synchromarkt ist hochprofessionell und hart umkämpft. Glaubst du mir vielleicht nicht, aber es ist so.
      Dass Japaner in der Hinsicht besser ausgebildet sind, halte ich für eine sehr gewagte These. Es mag schon sein, dass sie in Sachen Animes wirklich gute Arbeit leisten. Aber lass mal einen japanischen Sprecher mal etwas aus den USA sprechen (Amerikanischer Film mit japanischen Dubs) und sag dann nochmal, dass japanische Sprecher die Besten von allen sind. Es mag für viele selbsternannten Anime-Fans jetzt unglaublich klingen, aber die deutsche Synchro zählt weltweit zu den absoluten Referenzen und darf nicht einfach so von irgendwelchen Anime-Puristen untergebuttert werden.

      Was ich schade finde ist, dass du hier keine konkreten Beispiele nennst für misslungene Synchros. Mich würde schon interessieren, welche du als missglückt erachtest. Vor allem aus den letzten 7 Jahren, da die Qualität steil nach oben gegangen ist. Würde man mich fragen, welche Synchros aus dem Zeitraum misslungen sind, also…. ich würde keine 5 zusammenkriegen. Deswegen wären konkrete Beispiele nicht schlecht. Ich hab manchmal echt das Gefühl, dass das Hauptargument derjenigen, die die Synchros als „schlecht“ oder gar „grottig“ bezeichnen, auf ewig Agent Aika und/oder Tenchi Muyo bleiben wird.

      • Hm, eins verstehe ich nicht so ganz: Wenn du meinen Text gelesen hast, wie schließt du dann daraus, dass ich mich nicht auskennen würde? Ich schrieb doch selbst, dass deutsche Synchronsprecher u.a. Schauspieler sind, aber dass ein Schauspieler nicht speziell auf Synchronsprechen ausgebildet wird (Gesangsunterricht schön und gut, den haben Seiyuu btw. auch) und das haben die japanischen Seiyuus ihnen schonmal voraus. Gerade die feinen Nuancen, die speziell das Synchronsprechen betreffen, werden bei Schauspielern gar nicht so intensiv geschult. Es ist nunmal Fakt: Japan hat einen eigenen Berufszweig für Synchronsprecher, Deutschland nicht. Es sind Queereinsteiger. Schon rein logisch hat jemand, der auf ein Spezialgebiet geschult wird, bessere Voraussetzungen.
        Es geht nicht darum, Japan in allen Bereichen des Lebens in den Himmel zu loben. Schade, dass das so ankam. Aber was weißt du denn über eine Seiyuu-Ausbildung? !In diesem Bereich! ist die japanische Branche faktisch eine sehr harte, hochprofessionelle, mit hoher Qualität (und ja, ich beziehe mich auf Anime-Seiyuus, da es hier um diese geht). Kennst du denn die Abläufe, wie die Seiyuus ausgewählt werden und wie die Ausbildung abläuft? Weißt du, wie riesig und professionell die Branche im Vergleich zur deutschen ist? Auch den Vergleich mit den USA Dubs verstehe ich nicht so ganz. Ich habe doch geschrieben, dass japanische Sprecher für japanische Produktionen aus genannten Gründen am geeignetsten sind. Das ist ihr Spezialgebiet, deswegen machen sie in Animes einen guten Job. Und um die geht es hier, nicht um ausländische Produktionen.
        Außerdem schrieb ich in keinem Wort von misslungenen Synchros. Ich weiß, dass die deutsche Synchro-Szene zu den besseren gehört, vor allem in Vergleich mit Polen, Russland usw. Ich sage nur, dass die japanische Synchro-Szene für japanische Animes besser als die deutsche ist. Ihr Spezialgebiet. Dass A besser als B ist, heißt nicht, dass B schlecht ist. Aber das habe ich auch geschrieben. Da habe ich irgendwie den Eindruck, dass mein Kommentar entweder nicht richtig gelesen, oder falsch verstanden wurde.
        Ich fand z.B. die deutsche Synchro von Death Note und FMA (Brotherhood) sehr gut. Dennoch treffen die japanischen Seiyuus die Gefühle viel tiefer, daher halte ich sie trotz gutem deutschen Vorbild für besser. Das war meine Grundaussage an einem Beispiel.
        Mir ist etwas schleierhaft, was schlecht daran ist, wenn einem etwas anderes besser gefällt. Nicht, weil man blind Japan liebt. Sondern, weil man mehr FÜHLT beim Hören, weil die Charaktere besser transportiert werden. Aber statt nur zu sagen „Gefällt mir besser“, habe ich auch die Ursachen für das Besser-Gefallen gesucht und begründet. Was nun so schlimm an meinem subjektiven Empfinden des besseren Gefallens ist, verstehe ich nicht so ganz. Es hört sich für mich halt besser an. Punkt.

      • Kleine Ergänzung noch, weil ich das Gefühl habe, dass meine Wortwahl sonst auseinandergenommen wird XD Mir fällt gerade auf, dass ich mich an einer Stelle etwas unglücklich ausgedrückt habe. Aus meinem ersten Post dürfte es zwar eigentlich klar sein, aber bzgl. deutscher Synchronsprecher wäre natürlich „eigene Ausbildung“ statt „Berufszweig“ die bessere Wortwahl, da ich schon weiß, dass Synchronsprecher ein eigener Beruf ist. Und ja, es gibt auch gutes Sprechertraining für Schauspieler, aber es gibt keine eigene Synchronsprecherausbildung, die ausschließlich auf dieses Gebiet spezialisiert ist. Um Missverständnissen vorzubeugen…

    • @Kjaskar
      Zunaechst einmal richtig – es ist bei weitem kein einfaches Thema & mit Sicherheit in der Kommentarsektion hier nicht umfassend zu exzerpieren.
      Auch glaube ich, dass siche unser beider Sichtweisen aehneln, auch wenn die Formulierungen, welche ich verwendete dies vielleicht nicht umfassen herausstellen.
      Ich habe mich jedoch mehrmals nickend beim lesen deiner Antwort erwischt.

      Korrekt: die japanische Subtilitaet und das Niveau der Sprecher ist dem unsrigen – obgleich auch gut, wenn auch (wie wir beide ausfuehrten) arg begrenzt – weit ueberlegen.
      Das ist, wie schon geschildert, in der Tat zu einem gewichtigen Teil eine Mentalitaetssache, die sich durch die meisten Bereiche der japanischen Denkweise zieht:
      – der Deutsch giesst Kruemeltee auf; der Japaner zelebriert (naja, nicht jedes Mal & nicht jeder ^_-).
      – wir ueben Schoenschrift, der Japaner Kalligraphie
      – deutsche Technik ist funktionell, japanische wird – gerade in der Robotik – anthropomorphisiert
      – undundund

      Schoenes Beispiel hierfuer (wenn auch .jp vs. .us) ist die Neuauflage des Films Ringu/The Ring:
      Er ist in der amerikanischen Neuauflage technisch durchaus gelungen und hat bessere Effekte.
      Dennoch bevorzugen viele das Original, da jenes eine Subtilitaet und bedrueckende Spannung bietet, welche dem glattgeschliffenen Nachbau abgehen.

      Ja: Japanische Synchronisationen sind sehr sorgfaeltig und nuanciert – dies zu bestreiten waere Unsinn. Ich sehe indes die deutschen Umsetzungen als das, was ich schon eingangs erwaehnte: eine Moeglichkeit fuer all jene, die dem Thema nicht so verhaftet sind, ungern oder schlecht lesen koennen/wollen oder einfach deutsche Sprecher moegen (sowas gibt’s auch) am Konsum/Hype/der Lore einer Bewegtbildumsetzung teilzuhaben, derer sie sich sonst verschliessen wuerden.

      Ich habe zugegeben auch viel geschimpft, nur wozu? Wem neide ich denn das Erlebnis, selbst wenn es dem meinen subjektiv nachsteht? Die Polemik und ausfallenden Kommentare allerorten entbehren ab einem gewissen Punkt jedweder Grundlage. Das meine ich mit Wichtigtuerei. Es ist nicht konstruktiv. Es hat keinen Mehrwert. Indes ist’s eines: laut.

      Hier liegt die Ironie in diesem speziellen Fall. Subtilitaet, Detailreichtum und stille Nuancen werden laut, borniert und stumpf reklamiert.

      Natuerlich… auch hier gibt es Myriaden der Abstufungen. Viele waegen ab und vergleichen. Finden dies und das gut, anderes schlecht. Es gibt keine zwei gleichen Meinungen.
      Populaer hingegen sind die Marktschreier, deren binaere Denkweise gerne auf- oder angegriffen wird.

      Ist ja auch viel leichter. 😉

      @ArkAngel41:
      Ich zitiere mich mal selbst:
      „Umlaute und Sonderzeichen weiss ich wohl zu schaetzen, indes verfangen sie bei mir nur selten. Desterwegen ist eine diagnosewuerdige Marotte von mir, Buchstabenkonstrukte wie ‚ae‘, ‚oe‘, ‚ue‘ oder ‚sz‘, an Stelle deren Wald-und-Wiesen-Pendants zu verwenden. Eine Erklaerung bleib ich mit Freuden schuldig.“

  9. Der Grund fuer dererlei Auesserungen ist vielfaeltig, bisweilen bloedsinnig, jedoch auch oft nachvollziehbar.

    Zum Einen sind da jene, die fuer sich reklamieren, dass „das Original ja viel besser ist“. Den zumeist subjektiven Gehalt dieser Aussage aussen vor gelassen, sind nicht wenige dabei, die sich mit solchen Saetzen – wem gegenueber auch immer – gerne als „Kenner“, respektive als Person profilieren moechten, die „Ahnung hat“ und diesen Unterschied beinahe herbei zelebriert.

    Mit Sicherheit ist indes auch der Faktor „Gewoehnung“ zu nennen.
    Jene, die sich mockieren, aber nicht der obigen Schublade zugeordnet werden wollen, offenbaren sich als Individuum, wie sie und wir alle sind: der Mensch als Gewohnheitstier.

    Einmal das Original gehoert und Bescheid gewusst „Ah, so klingt die Besetzung da.“.
    Es stellt sich eine Erwartungshaltung ein.
    Diese KANN NICHT erfuellt werden, hoechstens anvisiert und durch die (natuerlich bedingte) begrenzte Sprecherauswahl vom jeweiligen Synchronisationsstudio nur annaehernd getroffen werden.

    Hier gibt es Ausnahmen. Salopp faellt mir Sabine Bohlmann ein (jaja, schimpft ruhig), die z.B. damals der Originalsprecherin von Usagi Tsukino in Intonation und perfider Quietschigkeit nahezu vollstaendig glich.

    Die Sache mit der Gewoehnung funktioniert uebrigens auch in die entgegengesetzte Richtung.
    Nehmen wir – wenn auch Hollywood – die deutschen Synchronsprecher amerikanischer Schauspieler.
    Hier tritt sogar der Effekt zu Tage, dass Orignalstimmen fuer viele diesen „meh“-Faktor haben, da das Ohr nach dem Klang des deutschen Stimmgebers lechzt.

    Ja selbst von Sprecher zu Sprecher ist dies zu verzeichnen – was haben nicht alle ueber die Zweitstimme von Johnny Depp in PdC4 geschimpft (also neben den eigentlichen Kritikpunkten an diesem Machwerk).

    Die Animeszene – und ihre Rezipienten – ist hier wesentlich informierter und vertrauter als der Durchschnittszuschauer, da nach Serien & Filmen gegiert wird, Originale besorgt werden und die deutschen Pendants dann oft nur als Abgleich herhalten duerfen oder gar der Bestaetigung eines zuvor bereits geformten Urteils dienen.

    Ein weiterer Punkt ist schlicht und einfach: Geld.
    Eine Synchronisation kostet. Das ist gut so, denn gut bezahlte Sprecher haben eine entsprechende Vita, Erfahrung in dem, was sie tun und praegen durch Wiedererkennungswert.

    Indes ist das Budget fuer Eindeutschungen von Animes beim weitem nicht so hoch wie fuer den neusten Triple-A-Schinken aus Trumpland.
    Hier werden Kompromisse gefunden.

    Ich will hier mitnichten ausdruecken, dass diejenigen, die hier ihre Stimme leihen es an Professionalitaet oder aehnlichem mangeln lassen. Der budgetlimitierende Faktor ist vor allem Zeit. Mehrere Versuche sind oft nicht drin. Das faellt wenigen auf. Den Peniblen hingegen schon – die sind, wie schon erwaehnt, hier in der Ueberzahl.

    Halt… ist’s die Ueberzahl? Nein, wohl kaum. Es ist eine vergleichsweise grosse Menge, die sich rege und anhaltend darueber in oft negativer Konnotation austauscht.

    Doch auch hier verhaelt es sich wie im realen Leben. Die lautesten finden am ehesten Gehoer.
    Es sind ja nicht jene zetern, die zufrieden sind.

    Als Gegenbeispiel faellt mir hier zum Beispiel die Alt-Synchronisation von Akira ein. Dieser hat man die Akkuratesse, die Sprecherauswahl und zeitlich bedingte Sorgsamkeit einfach angehoert – sie ist auch in ihrer deutschen Version nicht wirklich zu bemaengeln.

    Halten wir fest, dass das anzusprechende Publikum anspruchsvoll, ja anstrengend & vorurteilsbehaftet ist.

    Sollen deswegen Distributoren hierzulande auf Synchronisationen verzichten? Ich denke nicht.

    Viele lesen ungern nebenher bei Filmen mit. Noch weniger sind des Japanischen maechtig.
    Diejenigen, denen dies vergoennt ist oder die damit klar kommen haben inzwischen zumeist die Moeglichkeit auf die bevorzugte Weise des Genusses mittels Menuebutton auf der Fernbedienung zu wechseln.

    Es wird sich jedoch wenig aendern, egal wie gut oder schlecht das ueberarbeitete Material ist – das bedingt die Natur des Menschen und seine schwer zu negierenden Gewohnheiten.

    Augen zu und durch? Es wird wohl zum Teil darauf hinaus laufen, damit auch jene, die diese Arbeit zu schaetzen wissen, ungestoert die Inhalte konsumieren koennen, die sie ansprechen.

    Ein Appell hin zu mehr Flexibilitaet und Gelassenheit ist angebracht, wie weiland er wohl groesstenteils verhallen wird – das sollte uns aber nicht davon abhalten.

    In diesem Sinne,
    Suhjamel (der uebrigens auch am liebsten jap/sub kuckt, aber jeder/jedem seinen Spass goennt ^_-)

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