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Mari Okada: von Pornodrehbüchern zu erfolgreichen Anime-Produktionen

Nur wenige Frauen machen sich in der Anime-Branche einen großen Namen. Eine von ihnen ist die Drehbuchautorin Mari Okada, die mit MAQUIA – Eine unsterbliche Liebesgeschichte ihr Debüt als Anime-Regisseurin feierte. Der Film kommt am 19. Mai 2019 in deutsche und österreichische Kinos. Doch wer ist Mari Okada und mit welchen Werken trat sie ins Rampenlicht?

Okada kam in Chichibu (Saitama) auf die Welt und zählt aktuell zu den nennenswertesten Personen in der japanischen Anime-Branche. Für ihre bisherige Arbeit gewann sie den 16. Animation Kobe Award.

Schwere Kindheit und Jugend

Wirft man einen Blick in Mari Okadas Vergangenheit, die in ihrer in Japan erschienenen Biografie nachzulesen ist, dann ist ihr Werdegang äußerst bemerkenswert.

Aufgewachsen ist die Autorin in Chichibu – ein Ort, dessen Setting Zuschauer aus Okadas Werken Anohana und The Anthem of the Heart kennen. Beide Titel sind hierzulande bei peppermint anime erschienen. Während der Grundschulzeit wurde Mari Okada häufig gemobbt und fing aufgrund dessen an, die Schule zu schwänzen. Als junge Teenagerin änderte sie ihren Stil, damit sie sich ihrem Umfeld anpasst. Im Endeffekt stellte sich dies als falscher Weg heraus, da Klassenkameraden zu ihr sagten, sie solle aufhören zu versuchen, jemand zu sein, der sie nicht ist. Im Nachhinein besuchte Mari Okada keine Schule mehr und zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück. Sie wurde zu einer Hikikomori, wie geschätzt eine halbe Million anderer japanischer Jugendlicher.

Die damalige Situation war auch für Mari Okadas Mutter frustrierend, da sich ihre Tochter vom Sozialleben völlig isolierte. Mit einem Messer bedrohte sie Okada, da sie mit ihrem Kind nicht mehr klarkam. Ihre Mutter brach im selben Moment jedoch in Tränen aus. Die Drehbuchautorin erinnert sich in ihrer Biografie an diesen Moment und beschreibt, ihre Mutter wirkte weniger wie ein Mensch, dafür eher wie ein winziges, sich windendes Tier. Der Freund ihrer Mutter soll den häuslichen Streit zusätzlich verstärkt haben, indem er Okada nicht nur bedrohte, sondern auch schikanierte.

Viele Hikikomori verschwinden aus dem sozialen Leben für immer. Es war Okadas Leidenschaft fürs Schreiben und eine Lehrerin, die sie dazu ermutigten, ihre Schule dennoch erfolgreich zu beenden, die Zeiten als Hikikomori hinter sich zu lassen und nach vorne zu blicken. Nach dem Schulabschluss zog Mari Okada schließlich nach Tokyo und studierte an der Amusement-Media-Schule das Schreiben von Spielszenarien.

Black Butler Artikelbild
Black Butler / Bild: Yana Toboso/SQUARE ENIX Project Atlantic

Von der Porno-Drehbuchautorin zur erfolgreichen Anime-Regisseurin

Zu Beginn ihrer Karriere erhielt die Autorin unschöne Jobs. Beispielsweise übernahm sie für Magazine das Niederschreiben von Interviews oder sie schrieb Szenarien für direct-to-video-Pornos. Im Jahr 1998 involvierte Regisseur Tetsuro Amino Mari Okada erstmals als Drehbuchautorin für den Anime DT Eightron. Es folgten viele weitere Projekte, in denen sie sich für die Serienkomposition verantwortlich zeigte – mehrere dieser Serien sind auch im deutschsprachigen Raum verfügbar. Unter anderem zeigte sie sich für Serien wie Hanasaku Iroha, Black Butler und Vampire Knight verantwortlich.

Im Jahr 2018 folgte mit dem Anime-Film MAQUIA – Eine unsterbliche Liebesgeschichte schließlich Mari Okadas Regiedebüt. In diesem steuerte sie ebenso das Drehbuch bei. Dabei handelt es sich um eine originale Fantasy-Erzählung. Für das Jahr 2019 ist mit Flower of Devil bereits die nächste Filmproduktion in Arbeit. Diese basiert auf Shūzō Oshimis gleichnamigen Manga und Mari Okada ist für das Drehbuch verantwortlich.

Bleibt abzuwarten, mit welchen Werken uns diese starke weibliche Persönlichkeit aus der japanischen Anime-Industrie in den nächsten Jahren noch beglücken wird. Am 19. Mai 2019 kommen deutsche und österreichische Zuschauer dank Universum Anime zunächst einmal in den Genuss von MAQUIA – Eine unsterbliche Liebesgeschichte.

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