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Popkultur Anime Nachgefragt: Büßen Simuldubs an Qualität ein?

Nachgefragt: Büßen Simuldubs an Qualität ein?

Neben dem Simulcast-Angebot versuchen sich Anime-Publisher aktuell ebenso an Simuldub-Projekten – das heißt, Anime-Titel sind nur kurze Zeit nach japanischer Erstausstrahlung in deutscher Synchronisation online verfügbar.

Schaut man sich den TV-Bereich an, dann ist es eher unüblich, dass Serien nur kurze Zeit nach der Ausstrahlung des Originals in deutscher Sprache präsentiert werden. Gerade im Bereich Anime mussten sich zudem viele Fans damit abfinden, dass ein Großteil der lizenzierten Streaming-Lizenzen nur im Original mit Untertitel beibelassen werden, dem zufolge keine deutsche Vertonung erhalten. Doch in den letzten zwei Jahren tut sich dahingehend ein wenig. Ganz nach dem Muster des amerikanischen Publishers Funimation finden nun auch sogenannte Anime-Simuldubs in den deutschsprachigen Raum. Demzufolge lernt man dadurch die Synchronisation noch vor dem Disc-Release kennen. Doch steigt bei Liebhabern der deutschen Synchronisation die Angst, dass durch die schnelle Bearbeitung das Endergebnis an Qualität einbüßt.

Mit Comic Girls und Tokyo Ghoul:re machte KAZÈ zwei erste Simuldub-Vorstöße, deren Erscheinungstermine variierten. Doch sind die Befürchtungen der Zuschauer gerechtfertig?

Comic Girls Szenebild 2

Kleiner Zeitrahmen, mehr Fehler im Dialogbuch und in der Dialogregie?

»Das Problem bei Simuldubs sind nicht die tatsächlichen Aufnahmezeiten. Wenn die Arbeit losgehen kann, geht das alles sehr schnell und auf demselben qualitativen Niveau, das man auch von Home-Entertainment-Veröffentlichungen erwartet. Das eigentliche Problem ist, zeitnah an den Punkt zu kommen, an dem es dann auch losgehen kann«, verrät uns der deutsche Publisher KAZÉ. Dafür müsse das Material frühzeitig aus Japan zur Bearbeitung zur Verfügung stehen. Da Anime-Produktionen aber notorisch auf den letzten Drücker fertig werden, sei das alles andere als selbstverständlich. Dann wäre es natürlich wichtig, dass die gewünschten Sprecher auch zu exakt den Terminen Zeit haben, die für die Simuldub-Bearbeitung angesetzt sind, und zusätzlich noch Kapazitäten im Studio frei seien. Insbesondere bei Fortsetzungen möchte KAZÉ den etablierten Sprecher-Pool wieder zurückgewinnen.

Doch in welchen Zeitrahmen entstehen Anime-Simuldubs?

»Für die Untertitelung eines Simulcast-Titels brauchen wir das Material der jeweiligen Episode etwa zwei Tage im Voraus, sofern keine sonstigen Probleme auftauchen. Dann ist genug Zeit für eine hochwertige Übersetzung.« erklärt uns KAZÈ. Gehe der Publisher bei Simuldubs vom Idealfall aus – also dass es sowohl bei der Materiallieferung als auch bei der Disposition der Aufnahmen keine Probleme gibt – bräuchte man etwa zwei Wochen Vorlauf für eine Episode. Die Aufnahmen selbst seien dabei zeitlich nur ein kleiner Teil neben Übersetzung, Dialogbuch, Redaktion und Qualitätskontrolle.

Der tatsächliche Zeitablauf wäre jedoch von Fall zu Fall unterschiedlich. Für Serien mit größeren Casts mache es laut dem Publisher Sinn, mehrere Episoden in Blöcken aufzunehmen, da die Kosten immens explodieren würden, wenn dutzende Sprecher jede Woche für ein paar Takes ins Studio geholt werden müssten. KAZÈ gesteht in dem Zuge jedoch auch, dass ihnen momentan noch die Erfahrungswerte für genauere Prognosen fehlen.

tokyo ghoul:re

Aus dem Ganzen schlussfolgern wir letztendlich, dass eine qualitative Synchronisation auch in einem geringen Zeitfenster möglich ist. Hinsichtlich der Publikation des Simuldub-Titels mag es jedoch unter gewissen Umständen zu Verzögerungen kommen, wenn z. B. bestimmte Synchronsprecher oder das Anime-Material vom Lizenzgeber nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen. Im idealen Fall ist der Publisher jedoch in der Lage, auch in einem kurzen Zeitrahmen eine ansprechende deutsche Vertonung zu bieten. Der deutsche Anime-Zuschauer kann demnach gespannt sein, wie sich der Simuldub-Bereich in den kommenden Jahren entwickelt.

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1 Kommentar

  1. Lustig, das Thema hatte ich erst Gestern Abend, hab den Artikel aber gerade jetzt erst entdeckt. Schade, einige Infos hätte ich Gestern brauchen können.

    Generell ist aber bei mir auch die Angst vor schlechterer Qualität der Grund wieso ich nicht so für SimulDub bin. Mir macht es aber auch nichts aus erst OmU zu schauen und danach mit Synchro.

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