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„Saga of Tanya the Evil“: Wer sind hier eigentlich die Guten?

Mit „Saga of Tanya the Evil“ bringt Kazé im Rahmen der Anime Nights 2020 die Sequel der beliebten Manga- und Animeserie in Filmform nach Deutschland. Der offizielle Start ist erst am 25. Februar, doch wir haben den Film schon vorab für euch gesehen.

Die Geschichte des Manga ist bekannt: Ein japanischer Geschäftsmann wird als magisch begabtes Mädchen in einer Parallelwelt wiedergeboren und muss dann im stattfindenden Weltkrieg ums Überleben kämpfen.

Krieg zwischen Imperium und Föderation

In diesem Krieg setzt auch der Film ein. Wir befinden uns in einer Parallelwelt im Jahr 1926 der Vereinigungszeitrechnung. Die Parallelwelt ist unserer allerdings sehr ähnlich. Es werden hin und wieder Blicke auf eine Weltkarte gezeigt, auf der man einen Kontinent erkennen kann, der unserem Europa sehr ähnlich sieht.

Und auch ansonsten gibt es viele Parallelen zu unserer Welt. Im Krieg stehen sich das Imperium und die russische Föderation gegenüber. Die Mitglieder der Föderation werden den gesamten Film über als Kommunisten bezeichnet und ihr Anführer hat äußerlich durchaus erkennbare Ähnlichkeiten zu Josef Stalin. Ihre Hauptstadt heißt außerdem Mosko.

Tanya kämpft auf der Seite des Imperiums

Auf der anderen Seite steht das Imperium, das über große Teile des Kontinents herrscht. Die Hauptstadt des Imperiums heißt Berun. Ihr Wappen ist ein schwarzes Kreuz mit weißem Rahmen auf einer roten Flagge – Assoziationen zu verschiedenen Phasen der deutschen Geschichte sind deutlich erkennbar.

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Auf der Seite des Imperiums kämpft auch die titelgebende Hauptfigur Tanya Degurechaff. Sie verabscheut die Kommunisten und ist eine Magierin – ein weiterer großer Unterschied zu unserer Welt. Ansonsten ist der Krieg vor allem in seinen Konstellationen und den gewählten Waffen den großen Kriegen des 20. Jahrhunderts sehr ähnlich. Denn neben dem Imperium und der Föderation gibt es auch noch die Alliierten, bestehend aus dem Vereinten Königreich und den Vereinten Staaten mit internationalen Freiwilligenverbänden.

Krieg ist ein zentrales Element des Films

Der Krieg ist das zentrale Element des Films. Einzelne Ergebnisse sollen natürlich noch nicht verraten werden, aber der Film ist auf jeden Fall für Fans von Kriegsfilmen geeignet. Man sieht Schlachten und die verschiedensten Flugzeug-, sowie Eisenbahn- und Panzertypen. Auch taktische Überlegungen und Gefechte kommen nicht zu kurz.

Dabei verliert man in den Wirren des Krieges, den verschiedenen Personen und Parteien und den vielen Schlachten schnell den Überblick, welche Seite denn eigentlich die gute und welche die schlechte ist. Auch wer den Krieg eigentlich angefangen hat und warum, wird nicht wirklich deutlich – ein Symbol dafür, dass der Krieg Monster aus allen macht.

Weibliche Kontrahentinnen

Die zentrale Figur ist dabei natürlich Tanya. Ihr Alter wird in diesem Film nicht explizit erwähnt, aber es ist auf jeden Fall deutlich, dass sie erheblich jünger ist als die restlichen Soldaten. Auch ihr Geschlecht fällt auf, wobei sie nicht die einzige Frau in den verschiedenen Armeen ist – ein weiterer Unterschied zu den realen Kriegen des 20. Jahrhunderts.

Ihre Kontrahentin ist quasi ihr Spiegelbild – ebenfalls eine junge Frau, die vor allem aus persönlichen Gründen auf einem Rachefeldzug gegen das Imperium ist. Sie hat den sprechenden Namen Mary Sue, also die idealisierte Kunstfigur vieler Autoren, die wesentlich stärker und talentierter ist als ähnlich gut ausgebildete und erfahrene Figuren. Das passt auf diese Figur sehr gut.

Kriegsverherrlichung oder moralisches Hinterfragen des Kriegs?

Mehr soll an dieser Stelle zum Inhalt nicht verraten werden. Technisch gesehen ist der Film sehr stark, die Bilder sind detailreich und gut gestaltet. Auch die deutsche Synchronisation ist durchaus gelungen, viele Sprecher sind die, die auch in der Serie den Figuren ihre Stimmen leihen. Das schafft sofort wieder eine Verbindung zur Serie und macht das Hineinversetzen leichter.

Die Story selbst ist stringent erzählt und man kann ihr leicht folgen. Sie hat ihre spannenden Momente und man möchte mitverfolgen, wie der Krieg weitergeht. Auf seiner Länge von fast zwei Stunden wird er nie langatmig oder man hat das Gefühl, dass der Film endlich enden soll.

Für alle Fans des Mangas und des Animes ist der Film auf jeden Fall ein Muss. Auch Fans von Kriegsfilmen werden hier auf ihre Kosten kommen. Ein Kritikpunkt von unserer Seite ist die Tatsache, dass der Krieg etwas zu wenig kritisch gesehen wird. Nur selten wird der Krieg infrage gestellt und in einigen Momenten wirkt er sogar kriegsverherrlichend. Inwiefern man sich in einem fiktiven Werk über Krieg daran stört, bleibt aber jedem Zuschauer selbst überlassen.

Info
Saga of Tanya the Evil – The Movie
Original-Name: 劇場版 幼女戦記 Gekijouban Youjo Senki
Studio: NUT
Erschienen am: 08. Januar 2019 (Weltpremiere), 25. Februar 2020 (Deutschland)
Regisseur: Yutaka Uemura
Drehbuch: Kenta Ihara
Musik: Shûji Katayama
Dauer: 115 Minuten
Freigegeben ab: 16 Jahren
Genre: Fantasy, Action
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