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Sailor Moon Crystal Season III – die Outer Senshi retten den Plot!

Im Februar 2018 erschien im deutschsprachigen dank Kazé die sechste Ausgabe von Sailor Moon Crystal auf DVD und Blu-ray. Dabei handelt es sich vorerst auch um die letzte. Volume 6 beendet den Infinity-Storyabschnitt. Zeit für ein Fazit zur dritten Season!

Eine neue Bedrohung sucht die Erde und Menschheit heim. Die Organisation Death Busters pflanzt eine Saat in Menschen ein, die ihnen irgendwann die Seele raubt und sie zum Daimon werden lässt. Mit der Seele ernähren diese das mächtige Alien Pharao 90, welches die Erde invadieren möchte. Hauptquartier der Feinde ist die Infinity-Akademie. Pharao 90 hat mit Dr. Tomoe, Kaorinaid und weitere fünf Hexen seine Diener gefunden. Usagi und Co. stellen natürlich Nachforschungen über die neue Bedrohung an, stoßen in dem Zuge auf zwei mysteriöse neue Charaktere: Haruka Tenno und Michiru Kaioh. Des Weiteren wirft Dr. Tomoes Tochter Hotaru Rätsel auf. Und dann treten auch noch zwei neue Sailor-Kriegerinnen in Erscheinung …

Hotaru alias Sailor Saturn hat es in sich!

Es wurde bisher oft kritisiert, dass die Charaktere in Sailor Moon Crystal äußerst flach gestaltet sind und nur wenig Dramaturgie zu bieten haben. Dieser Fakt trifft leider immer noch zu, zumindest was die Inner Senshi angeht und selbst die eigentliche Heldin der Story glänzt nur mit Power Ups sowie innerer Stärke. Die Macher zeigen zwar mehr Interaktion – auch witzige – unter den Mädchen, dennoch wirken vor allem Venus, Merkury, Mars und Jupiter in der dritten Season wie unwichtige Anhängsel. Selbst die Romanze zwischen Mamoru und Usagi steht nur sehr kurzweilig im Fokus, weshalb eben auch Mamoru einer Randfigur gleicht.

©Naoko Takeuchi/PNP/KODANSHA/TOEI ANIMATION

Jetzt kommt das große Aber: Der Infinity-Storyabschnitt ist dazu ausgelegt, die Outer Senshi in den Vordergrund zu rücken. Der Plot um Sailor Saturn und die Talismane von Uranus, Neptune sowie Pluto sorgt in meinen Augen für Spannung. Dazu kommt Hotarus persönliches familiäres Schicksal, welches durchaus eine tragische Wendung nimmt. Auch neu, ist die doch sehr klar positionierte Yuri-Beziehung zwischen Haruka und Michiru. Hört sich heutzutage natürlich weniger spektakulär an, aber Sailor Moon Crystal basiert auf einen Manga der 90er Jahre, wo derartige Inhalte eigentlich ein Tabuthema waren und womit Takeuchi damals auch für Aufsehen sorgte. Was ich generell ebenso für gut heiße: Die Outer Senshi sind für Sailor Moon und die Inner Senshi nicht unnahbar, sondern man fühlt als Zuschauer ihre Verbundenheit.

Das Szenario bleibt holprig

Der Ablauf der Handlung gestaltet sich im Vergleich zu den vorangegangen beiden Storyabschnitten nicht strickt kapitelweise nach Naoko Takeuchis Manga. Der Cliffhanger wurde oftmals an einer anderen Stelle gesetzt, was durchaus zur Spannung beiträgt.

Ein Manko der Sailor Moon Crystal-Erzählung bleibt weiterhin die Tatsache, dass die Ereignisse sehr schnell wiedergegeben werden. Da passieren beispielsweise zwischendurch (Zeit)Sprünge, die der Zuschauer nicht sofort realisiert und sich dann eben wundert: Warum sind die Charaktere jetzt an diesem Ort? Oder es werden überzogene Aktionen dargestellt, die zum Stirnrunzeln einladen (Beispiel: Harukas und Michirus plötzlicher Auftritt im Helikopter). Man muss jedoch dazu sagen: Das alles ist großteils auch Part der Manga-Vorlage, nach welcher sich die Serie nahezu strikt hält.

©Naoko Takeuchi/PNP/KODANSHA/TOEI ANIMATION

Für Sailor Moon-Fans vielleicht ganz interessant: Episode 13 von Season III wartet mit einer Überleitung zum vierten Handlungsabschnitt des Manga auf. Eine Fortsetzung der Serie ist bereits angekündigt, wenngleich als zweiteilige Filmreihe!

Die Animation begeistert nur wenig

Das all zu oft kritisierte Charakterdesign empfinde ich in der dritten Staffel als stabiler, wenn auch nach wie vor nicht immer schick anzusehen.

Was jedoch nachgelassen hat: die Gesamtoptik – Kulissen, Hintergrundgrafiken etc.. Das sieht an vielen Stellen einfallslos aus, wodurch die Serie leider einen geringen märchenhaften Charakter transportiert.

©Naoko Takeuchi/PNP/KODANSHA/TOEI ANIMATION

Die deutsche Synchronisation

Im Japanischen verleiht Junko Minagawa der maskulinen Haruka ihre Stimme. Minagawa spricht authentisch männlich. Im Deutschen schaut das anders aus. In dieser Fassung kommt die weibliche Note zum Vorschein. Grundsätzlich ist dies nicht schlimm: Haruka ist nun mal eine Frau. Leider drückt Kathrin Gaube ihre Stimme an manchen Stellen vorsätzlich (ein wenig) nach unten, wodurch das Schauspiel nicht immer authentisch dargeboten wird. Im Laufe der Serie gewöhnt man sich als Zuschauer jedoch daran.

Überaus positiv stach meiner Meinung nach die jeweilige Besetzung von Kaolinite (Elisabeth Günther), Hotaru (Shandra Schadt) und Michiru (Maren Rainer) hervor. Besonders Michirus ruhige und sanfte Art kam in dem Schauspiel wunderbar zur Geltung. Im Großen und Ganzen ist der deutsche Cast treffend gewählt worden, wenngleich das Drehbuch seiner bisherigen Linie treu bleibt und dadurch nicht auf ganzer Ebene überzeugen kann. Bezogen ist diese Kritik beispielsweise auf die Beibehaltung aller englischen Begriffe, die in der Originalfassung vorkamen. Besonders negativ fiel dies in der Dark Moon-Staffel auf, da darin oftmals ganze Sätze oder Satzteile in Englisch wiedergegeben wurden.

©Naoko Takeuchi/PNP/KODANSHA/TOEI ANIMATION

Toei Animations Sailor Moon Crystal-Anime mag weiterhin nicht makellos sein. Aber die dritte Season holt etwas mehr aus den Charakteren heraus und wartet in den Einzelepisoden mit spannenden Cliffhangern auf. Die Macher konnten hinsichtlich der Animation nicht das Optimum herausholen. Hinsichtlich der Synchronsprecher/innen ist die deutsche Tonfassung zwar gut besetzt, sie kann aber beim Drehbuch nicht auf ganzer Ebene überzeugen. Eingefleischte Sailor Moon-Fans dürften sich handlungstechnisch jedoch weiterhin gut unterhalten fühlen!

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