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Sumikai auf der Couch: Funde im August

Der August zeigte sich von seiner heißesten Seite. Wer da die Flucht nicht draußen im kühlen Nass gesucht hat, konnte sich ebenso gut in ein schattiges Plätzchen oder einen angenehm klimatisierten Innenraum zurückziehen, um der Manga- und Anime-Kultur zu frönen. Was die Sumikai-Redakteure im August so privat verschlungen haben und weiterempfehlen können, verraten wir euch gerne.

Grim spielte The Witch and the Hundred Knight

Noch bevor der Oktober mit seinen zahlreichen Spiele-Highlights über uns herüberschwappt, nutze ich gerne die Zeit, ältere Titel nachzuholen, die liegen geblieben sind. The Witch and the Hundred Knight wollte ich mir länger schon anschauen, da es mich vom Artstyle anspricht und die Konstellation ziemlich unüblich ist. Ihr schlüpft in die Rolle des Hundred Knight, einem mystischen Krieger, der sich als kleiner, magischer Diener entpuppt. Heraufbeschworen hat euch die gefürchtete Sumpf-Hexe Metallia. Zwar verfolgt eure Gebieterin etwas zwielichtige Absichten und ist auch oft ein richtiges Biest, aber als willenloses, putziges Geschöpf kann euch das herzlich egal sein. Der Haken an dem Dasein als Sumpf-Hexe ist, dass man nur in dem feuchten Moor zu leben vermag. Und so zieht ihr, der Hundred Knight, für eure Herrscherin auf eine Mission aus, durchstreift die Wälder sowie Dörfer und bedeckt das Land mit der grünen, matschigen Pampe. Leider sind nicht alle damit einverstanden, und die Hexe wurde offensichtlich nicht umsonst mit diesem Fluch belegt …

The Witch and the Hundred Knight stammt vom Entwicklerstudio Nippon Ichi Software, das eher für seine Runden-Strategie in Disgaea-Manier bekannt ist als für fluffige Echtzeit-Action, wie wir es hier vor uns haben. Aber die Wurzeln erkennt man trotzdem an dem schwarzen Humor und den verschrobenen Figuren. Das Kampfsystem ist motivierend und geht gut von der Hand. Ihr könnt mehrere Waffen tragen, deren Attacken fließend kombiniert werden, sodass viel Abwechslung geboten ist und auch gefordert wird. Einzig die Technik verweilt nicht auf dem neuesten Stand, aber da ist schon eine PS4-Neuauflage auf dem Weg, wo nochmals an der Optik geschraubt wird. Ich hätte mir sowas tatsächlich eher auf dem Handheld gewünscht. Die Aufmachung, Charaktere und der auffallende Score könnten glatt einem Märchenbilderbuch entsprungen sein – eins von diesen düsteren, bizarren Märchen versteht sich.

 

fallenshadow sah Assassination Classroom

Auf der AniNite 2015 (27. bis 30. August) in Wien habe ich mit Sumikai-Kollegen Ranma einen Abstecher in einen der Filmräume gemacht und dabei die ersten beiden Episoden der Anime-Adaption Assassination Classroom der gleichnamigen Manga-Reihe erhascht. Es war Liebe auf den ersten Blick. Die abstruse Handlung über den Alien-Lehrer Koro-sensei, der von seiner  Klasse umgebracht werden muss, um so die Vernichtung der Erde zu verhindern, während selbiger mehr darauf bedacht ist, seinen Schülern etwas beizubringen, und ihnen auch außerhalb des Unterrichts zur Seite steht, besticht mit einer Mischung aus überspitztem Humor, aber ebenso mit ihren ernsten, dramatischen Momenten. Dass Comedy die entscheidende Rolle spielt, merkt man bereits am Openinng, in dem die Schüler enthusiastisch im Chor singen, als wäre es ein fröhliches Kinderlied. Dabei befasst es sich inhaltlich mit dem Töten. Assassination Classroom bietet Unterhaltung erster Klasse, und mir bleibt nur, mich selbst zu fragen, wie so eine Perle meine Aufmerksamkeit so lange Zeit entbehren musste.

fallenshadow las Emma – Eine viktorianische Liebe

Etwas Romantisches für das Herz ist nie verkehrt. Liebesgeschichten, welche im viktorianischen Zeitalter spielen, finden bei mir schnell einen Platz im Regal, besonders wenn sie so mitreißend geschrieben beziehungsweise gezeichnet sind, wie der Manga Emma – Eine viktorianische Liebe von Kaoru Mori, der hierzulande von 2006 bis 2009 bei TOKYOPOP komplett erschien. Die Reihe ist mit zehn Bänden abgeschlossen und erzählt vorwiegend vom Dienstmädchen Emma und William Jones, dem ältesten Sohn einer reichen Handelsfamilie. Sie verlieben sich ineinander, was zur damaligen Zeit aufgrund des Standesunterschiedes ein Ding der Unmöglichkeit darstellte. Die Liebe gerade erst frisch erblüht, bringen Hindernisse das Paar schnell ins straucheln. Ohne es zuerst zu bemerken, stelle ich fest, wie sehr mich die herzerweichende Handlung, die trotz der dramatischen Ereignisse so leicht erzählt ist, zum Mitleiden anregt und meine Daumen gedrückt sind, dass alles doch noch ein glückliches Ende nimmt. Zwischenzeitlich widmet sich Kaoru Mori auch lieb gewonnenen Nebencharakteren, was Emma – Eine viktorianische Liebe noch facettenreicher macht.

Ranma sah Godzilla: Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer

Wie man einigen News auf Sumikai entnehmen kann, habe ich eine gewisse Vorliebe für Kaiju-Movies. Vor Kurzem gönnte ich mir den siebten Godzilla-Film im limitierten Metalpak aus der Kaiju Classics-Reihe von Anolis Entertainment. In dem Streifen aus dem Jahre 1966 stapft die Riesenechse mal nicht durch eine japanische Großstadt, sondern besucht eine Insel. Für Ferien bleibt aber keine Zeit, der König der Monster bekommt es dort mit dem gigantischen Krebstier Ebirah sowie Riesenmotte Mothra zu tun. Auf menschlicher Seite erwartet uns eine Geschichte rund um einen verschollenen Verwandten und einer militärischen Geheimorganisation. Der Film selbst gehört eher zu den schwächeren Teilen der Reihe, doch die Umsetzung der DVD lässt keine Wünsche offen. An der Bildqualität merkt man nicht, dass es sich hier um einen fast 50 Jahre alten Film handelt, denn diese zeigt kaum Altersspuren und überzeugt mit einer schönen Schärfe. Auch die Extras sind sehenswert, neben alternativen Schnittfassungen sowie Trailern kann ich Fans den informativen Audiokommentar von Jörg Buttgereit und Bodo Traber ans Herz zu legen.

Thobias sah Himouto! Umaru-chan

Obwohl seit Anfang der Season im Simulcast habe ich erst in den letzten zwei Wochen die bisher erschienenen neun Folgen nachgeschaut. Zu Beginn der Sommerseason habe ich lediglich ein Promobild gesehen und fand das irgendwie nichtssagend, sodass die Serie aufgrund von Zeitmangel erstmal hinten runterfiel. Als jedoch meine Freundin die Serie anfing und vollends begeistert war (und ich zudem immer mehr auf meiner Twitter-Timeline dazu sah), begann ich selbst damit, die Folgen zu verschlingen. Eigentlich gucke ich per se jede Serie von Doga Kobo (dem Animationsstudio), aber dass die daran beteiligt waren, sah ich auch erst im Nachhinein. Ich habe dahingehend also genauso »geslackt« wie Umaru. Jedenfalls behandelt die zwölfteilige Serie das alltägliche Leben von Umaru und ihrem Bruder Taihei, der alle Mühe hat, seiner faulenzenden, popkultursüchtigen Schwester etwas fürs richtige Leben einzutrichtern. In der Schule und in der Öffentlichkeit mimt Umaru die perfekte Schülerin, welche immer die Jahrgangsbeste ist, unendlich gute Manieren hat und sehr höflich ist. Hier spielt die Serie mit dem persönlichen beziehungsweise öffentlichen Gesicht, das oft nur eine Maske ist. Überaus humorvoll und niedlich gemacht, für kurzweilige Unterhaltung ist die Serie echt ideal!

 

 

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