Manga & Anime

AnimeY auf der Couch: Funde im Juni

AnimeY versorgt euch täglich mit frischen News zu Manga und Anime. Als Fans widmen sich unsere Redakteure auch hinter den Kulissen des Onlinemagazins dem leidenschaftlichen Hobby. Da setzt man sich zu gerne mit einem neu entdeckten Manga auf die Couch, guckt einen empfohlenen Anime oder zockt ein lang ersehntes Game. In AnimeY auf der Couch erhaltet ihr einen kleinen Einblick, was unsere Redakteure privat in diesem Monat gesuchtet hat.

fallenshadow las Gegen den Strom von Yoshihiro Tatsumi

Die Autobiografie Gegen den Strom von Yoshihiro Tatsumi ist ein Koloss von Manga. Mit über 800 Seiten und einem Hardcover wiegt das Werk schwer in der Hand. Nachdem ich schon Tatsumis Existenzen und andere Abgründe sowie Geliebter Affe und andere Offenbarungen verschlungen hatte, durfte auch dieser Titel in meiner Sammlung nicht länger fehlen. Nach dem Kauf sollte es jedoch ein paar Monate dauern, bis ich endlich die ersten Seiten aufschlagen sollte …

Dabei fesselt mich Gegen den Strom von Anfang an. Yoshihiro Tatsumi erzählt aus seiner Kindheit und Jugend in der Nachkriegszeit Japans. So erhält man nicht nur einen Einblick in sein Leben, sondern auch in die japanische Kultur damals, im Zentrum allen Geschehens: Mangas. Die Bewegung weg vom damals typischen Vier-Panel-Muster zum heutigen Storymanga mit seiner dynamischen Bilderabfolge hat gerade erst begonnen. Tatsumi erzählt anschaulich, dass mich schnell die Wehmut ergreift, nicht alles hautnah selbst erleben zu können. Besonders die Begegnungen mit dem berühmten Osamu Tezuka rufen schnell Neid bei mir hervor. Aber auch andere Gesichter, welche die damalige Manga-Szene geprägt haben, betreten die Bühne und sind für Tatsumi mal Freund mal Konkurrent. Gegen den Strom ist mehr als bloße Unterhaltung, sondern ein wichtiges Stück Zeitgeschichte, das mich berührt und dazu anregt, mehr über die Entstehung des modernen Mangas zu recherchieren.

GEKIGA HYORYU © 2008 by Yoshihiro Tatsumi
GEGEN DEN STROMO © Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2012

Gina schaute My Love Story!! (Ore Monogatari!!) 

Ore Monogatari!! ist für mich sowieso schon ab Folge 1 eine große Überraschung, aber die Romantikkomödie weiß auch darüber hinaus zu begeistern und das auf eine realistische Art – wenn auch im Slapstickbereich mit kleinen Übertreibungen. Takeo sowie Rinko geben ein seltsames aber gleichzeitig süßes Pärchen ab. Bisher nahm Takeos Sandkastenfreund Suna da eher die Position des dritten Rades am Wagen ein. In Episode 8 und 9 gelingt der Serie ein wunderbarer Spagat zwischen Freude sowie Tragik. Takeo plant mit Suna Rinkos Geburtstag durch und freut sich auf die gemeinsame Zeit, während Suna seinem besten Freund verheimlicht, wie schlecht es um seinen herzkranken Vater steht, welcher sich an Rinkos großen Tag einer OP unterziehen muss. Die Situation spitzt sich emotional zu und irgendwo ist es für mich einfach ein herzerwärmendes sowie erfrischendes Gefühl in einer Romantikserie – in der eigentlich das Liebespärchen im Vordergrund steht – mal eine reine Männerfreundschaft im Vordergrund zu sehen. Episode 8 und 9 boten hier simpel gestrickte aber schöne Momente.

© 2015 Kazune Kawahara, Aruko/Kodansha ・ Ore Monogatari!! Production Committee

Grim spielte: Persona 4 Golden

Zur Einstimmung auf Persona 5 und weil mir die Ankündigung dieses fantastischen Crossovers die Lust geweckt hat, hab ich neulich wieder den vierten Serien Teil auf der PSVita eingelegt. Auch bei diesem Titel hatte Atlus sehr viel verschiedene Aspekte zusammengewürfelt, dass einem sehr viel Abwechslung geboten wird. Eine Ermittlung von Serienmorden, bei denen der Täter seine Opfer in einen Fernseher wirft, der in eine Parallelwelt mündet, klingt schon sehr abgehoben. Aber das Spiel nimmt sich die Zeit den Spieler in diese bizarren Gegebenheiten einzuführen, und ehe man sich es versieht, ist man in dem Adventure ziemlich involviert.

Der Rollenspiel-Bestandteil war fast schon Nebensache. Mir selbst hat für zwischendurch die Alltagssimulation mehr Vergnügen bereitet. Auch wenn das meinetwegen noch etwas ausgebaut werden kann, weil es später zur Routine verkommt. Nichtsdestotrotz haben immer wieder Ereignisse das Ganze aufgelockert und mich bei der Stange gehalten. Nebenbei hat das Spiel einen fantastischen Soundtrack und auch vom Look & Feel hat der Titel meinen Nerv getroffen. Was aber die große Stärke von Persona 4 ist und wohlmöglich der Grund, warum gerade dieser Ableger zig Spin-offs und Iterationen erhielt, sind seine Charaktere. Trotz der überdrehten Story-Elemente sind die Figuren an sich sehr glaubhaft und vielschichtig dargestellt. Ich glaub, es liegt gerade an der bunten und sympathischen Truppe, wieso das Spiel unter Fankreisen so gefeiert wird.

©ATLUS ©SEGA

Thobias konsumierte: Grisaia no Kajitsu & Grisaia no Rakuen

Nachdem im letzten Jahr der Anime zu Grisaia no Kajitsu in Japan lief, spielte ich die Visual Novel, auf der die Serie beruhte. Grob gesagt handelt das Universum von Grisaia (zu dem das besagte Grisaia no Kajitsu sowie Grisaia no Meikyuu und Grisaia no Rakuen gehören) von Kazami Yuuji, der aufgrund eines Schicksalsschlages seine Jugend in einem Heim verbrachte und dort hartem körperlichen Training ausgesetzt wurde. Emotional abgestumpft und Einsatzmüde wünscht er sich nichts sehnlicher, als ein bisschen Zeit als normaler Schüler zu verbringen. So landet Yuuji in einer Schule für vermeintlich schwer erziehbare beziehungsweise traumatische Jugendliche, wo er auf fünf Mitschülerinnen trifft, die seine einzigen Schulkameradinnen sind. Diese fünf Mädchen haben jeweils selbst traumatisch-dramatische Geschichten, die Yuuji mit der Zeit erfährt. Dadurch lösen die Schüler gegenseitig ihre Ängste und schaffen es nach vorn zu sehen.

Natürlich enthalten die Animeumsetzungen lediglich den Fanservice aber nicht den erotischen Anteil der Vorlage, weshalb neben den sehr gerafften Dramen noch die Comedy und etwas Reiz bleibt. Wohingegen die Novel von Grisaia no Kajitsu sich viel Zeit nimmt, um die Charaktere und deren Geschichten zu erzählen, straffen die Animeumsetzungen diese merklich. Nichtsdestotrotz fingen mich die Figuren. Grisaia no Rakuen beleuchtet Yuujis eigene Vergangenheit genauer und bringt die Trilogie zum Abschluss. Zwar weist das Universum von Grisaia wenig Tiefgang und viel überdrehte Action sowie maßlos unreale Verwicklungen auf, dennoch überzeugen die Charaktere, Situationskomik und nicht zuletzt das fokussierte zwischenmenschliche Drama in jedem einzelnen Schicksal. Für mich eine wunderbare Reihe, um abzuschalten, zu lachen und sehr viel zu weinen (zumindest bei der Novel. Beim Anime wird man lachen, weniger weinen und eventuell viel Popkorn essen).

© 2013 Frontwing/PROTOTYPE

Ranma schaute den 16ten und 17ten Pokémon-Film

Zwar habe ich die Serie schon lange Zeit nicht mehr aktiv gesehen, aber die Filme der Taschenmonster landen regelmäßig in meinen Player. So kaufte ich mir auch die beiden neuen DVDs von Pokémon.

Genesect und die wiedererwachte Legende

Der 16. Film spielt sich in der Kalos-Region ab und handelt um die längst ausgestorbenen Pokémon Genesect. Diese sind nach ihrer Wiedergeburt durch Wissenschaftler auf der Suche nach ihrem alten Zuhause. Die Genesect nisten sich ein einem extra für Pokémon künstlich angelegten Gebiet ein und beginnen, die Großstadt zu terrorisieren. Doch da haben sie nicht mit Ash und seinen Freunden gerechnet, diese versuchen die Genesect an ihrem Vorhaben zu hindern. Hilfe bekommen die drei von einem alten Bekannten: Mewtu.

Während Mewtu im ersten Pokémon-Film und dessen Fortsetzung Mewtu kehrt zurück von Frank Muth (Lobos in Black Lagoon: The Second Barrage) synchronisiert wurde, kam hier Franziska Ball zum Einsatz. Nicht nur, dass Mewtu stimmlich eine Geschlechtsumwandlung hinter sich hatte. So verlor das Pokémon seinen mysteriösen und emotionalen Charme. Da gerade am ersten Pokémon-Film viele Kindheitserinnerungen hängen und diese Änderung sehr einschneidend ist, konnte mich das 16. Abenteuer nicht überzeugen.

Diancie und der Kokon der Zerstörung
Der gigantische »Heilige Diamant« dient dem Diamantenerzland als wichtige Energiequelle. Doch dieser verliert immer mehr an Kraft. Diancie, die Prinzessin des Landes verfügt nicht über die Macht diese zu erneuern. Die Hoffnungen ruhen auf dem Lebens-Pokémon Xerneas. Schafft Diancie, dieses zu finden und ihre Heimat zu retten?

Die meisten Pokémon-Filme laufen nach demselben Muster ab. Ash trifft auf ein legendäres Monster und hilft bei ihrem jeweiligen Problem. Im 17. Kinoabenteurer begegnet er dem wohl höflichsten Pokémon. Diancie, welches zur Prinzessin erzogen wurde und vieles aus der Menschenwelt nicht kennt, ist eine unglaublich sympathische Figur. Ihre freundliche Art verzaubert wohl jeden, spätestens beim Shopping mit Serena schmelzen viele Herzen. Wodurch Diancie und der Kokon der Zerstörung den wohl süßesten Film um die Taschenmonster darstellt.

© 2002-2013 Pokémon

© 1997-2013 Pikachu Records, TV Tokyo

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