AnimeY Picks – Die besten Bösewichte

Keine echte Handlung ohne eine Hürde, die man überwinden muss. Kein echter Held ohne einen Widersacher, den er zu überwinden hat. Und gerade diese Anti-Helden sind meist überwältigend stark, dominierend clever, kriminell gutaussehend oder strotzen nur so vor Charisma. Das AnimeY-Team hat für euch im ersten Teil unserer brandneuen Serie »AnimeY Picks« die besten Bösewichte ausgewählt! Die Reihenfolge ist dabei nicht aussagekräftig.

Gina meint: Sosuke Aizen (Bleach)

Es gibt sicherlich jede Menge coole, vor allem aber auch heiße (ein bisschen Fangirling ist wohl erlaubt), Bösewichte im Anime-/Manga-Universum, da fällt es mir persönlich schwer, den Besten zu wählen. Aber ich entscheide mich jetzt einfach mal für Sosuke Aizen, der selbstverständlich zu Tite Kubos Bleach gehört.

Mir gefällt vor allem die Entwicklung Aizens: Von der vermeintlich ermordeten Brillenschlange mit strubbeligen Haar, die von allen Shinigamis respektiert und geschätzt wird, zum Bad-Ass-Bösewicht. Den kompletten Story-Plot, welchen Kubo-sensei um ihn herum gesponnen hat, halte ich für den Besten, den die Serie überhaupt hergibt. Seine Machenschaften durchstrecken sich sogar noch in  den Handlungssträngen, in denen der Fiesling noch nicht einmal mehr als Hauptkontrahent gilt. Spoiler:[Und Aizens jetzige Integration im Kampf gegen Ywach macht Bleach doch wieder um einiges interessanter]. So unter uns weiblichen Lesern: Mal ehrlich, Bad-Ass-Aizen lässt doch Shonen-Ai-Fantasien sprießen *rarrrr*.

Bleach Volume 48 © 2010 Tite Kubo/SHUEISHA Inc.

Ranma meint: Sir Crocodile (One Piece)

Das One Piece-Universum platzt förmlich vor schrägen Typen, von denen viele zu den Gegnern der Strohhutbande zählen. Der für mich Eindrucksvollste bislang war zugleich einer der Bedrohlichsten. Sir Crocodile war einer der »Sieben Samurai der Meere« und Boss der Geheimorganisation »Baroque Firma«. Sein Auftreten mit Zigarre, zurückliegenden Haaren und Pelzmantel erinnert stark an einen italienischen Mafia-Paten, der im Hintergrund seine Fäden zieht. Doch Mister 0, so sein Deckname, ist nicht nur wegen seiner teuflischen Pläne gefährlich, dank der Sand-Frucht besitzt er enorme Teufelskräfte. Er kann ganze Sandstürme erzeugen oder alles austrocknen lassen. Da er ein ganzes Königreich an der Nase herumführte, Ruffy und Co. am Rand der Verzweiflung brachte, sowie vor keiner Grausamkeit zurückschreckt, ist er für mich der beste Bösewicht.

Film © 1999 Toei Animation Co. Ltd.
© Eiichiro Oda/Shueisha, Toei Animation

Grim meint: Pain (Naruto Shippuden)

Ich liebe Antagonisten, die selbst einer Überzeugung folgen und einen Hintergrund für ihre Missetaten haben. Doch dabei bewegt man sich auf einer dünnen Linie und oft misslingt der Versuch, die Beweggründe dem Zuschauer nahezubringen. Dass das bei jemandem aus der Akatsuki-Organisation gelingt, hätte ich nicht im Entferntesten gedacht. Pains Auftauchen ist mit sehr viel Desaster verbunden. Nicht nur, dass er das Dorf dem Erdboden gleichmachte, er konfrontiert unseren Helden sogar mit dem Verlust nahestehender Personen. Ungewohnt. Doch dass man trotz dessen Pains Position versteht, ist das Herausragende an der Figur. Ich liebe einfach den Moment, wenn der Protagonist ins Wanken gerät und es ihm förmlich die Kehle zuschnürt. Pain ist hassenswert und hat zugleich eine einnehmende Persönlichkeit. Obendrein hat mich ausnahmsweise die deutsche Vertonung mehr überzeugt als das Original.

© 2002 MASASHI KISHIMOTO / 2007 SHIPPUDEN

Mangakania meint: Fuma Monou (X-1999)

An meiner Spitze stehen so gut wie immer Titel der Mangaka-Gruppe CLAMP und so ist es auch in dieser Kategorie: Fuma Monou aus X-1999, eigentlich der einzige und beste Freund des Hauptcharakters, wird durch das Schicksal zum wohl gewissenslosesten Bösewicht überhaupt. Er folgt seinem Plan, der Vernichtung der Erde, ohne wenn und aber, und nimmt dabei auch den grausamen Tod seiner Liebsten persönlich in die Hand. Ob es am Ende gut oder schlecht für ihn ausgeht ist noch nicht bekannt: die Manga-Reihe pausiert seit vielen Jahren und in der TV-Serien beziehungsweise Filmadaption ist es mal so, mal so. Bei kaum einer anderen Serie fühle ich mich dem Bösewicht so verbunden und fiebere so um sein Wohlergehen mit – außer vielleicht bei Death Notes Kira 😉

© CLAMP・KADOKAWA PICTURES/TV[X]PROJECT

Nelli meint: der Millennium-Graf (D.Gray-man)

Bizarr, schräg, manipulativ, krankhaft verrückt, daher unberechenbar und immer mit einer Portion Humor – von diesen Figuren geht meiner Meinung nach mit die größte Gefahr aus und gleichzeitig üben diese auch eine unheimliche Faszination auf Rezipienten aus. Nicht umsonst genießt der Joker aus Batman eine hohe Beliebtheit (auch unter Cosplayern).

Das Milliennium-Gräflein, wie der Oberschurke auch liebevoll von seiner Noah-Verwandtschaft genannt wird, ist für mich eine wunderbar gelungene, burtonesque Jokerfigur des Mangauniversums. Die niedliche Fürsorge gegenüber der eigenen Familie und seine Liebe zu den selbst kreierten Tötungsmaschinen namens Akuma genauso wie seine Hassliebe gegenüber Allen Walker/Nea sowie vor allem seine Selbstironie sind bezeichnend für den Charakter des Grafen. Neben all seiner Verdrehtheit verfolgt er jedoch eine tiefer gehende Intention, die ihn zu seinen grausigen Taten antreibt. Seine stets lachende, diabolische Fratze macht ihn unverwechselbar unter den Bösewichten. Das tatsächliche Noah-Gesicht des Familienoberhaupts steht dabei im deutlichen Kontrast zur Maske. Ich liebe es, dass sein Hut bei jedem Auftritt eine neue Deko ziert, und was immer er sagt, endet mit einem ♥.

D.Gray-man Vol. 1 © 2004 by Katsura Hoshino/Shueisha Inc., Tokyo
© TOKYOPOP GmbH, Hamburg 2006

fallenshadow meint: Gyokuen Ren (Magi – The Labyrinth of Magic)

Bei all den männlichen Nennungen darf eine weibliche Vertretung natürlich nicht fehlen. Und wer würde sich da besser eignen als die verdrehte, hinterlistige, durchtriebene, böse und kalte Drahtzieherin aus Magi. Zu Beginn noch als liebende und fürsorgliche Mutter dargestellt, ändert sich das Bild von ihr rasch: Von ihrem Machthunger getrieben, brachte sie ihren zwei Ehemännern den Tod, gestaltete das Leben ihrer Kinder als Hölle auf Erden und [Spoiler: sorgt durch die von ihr gegründete Organisation Al-Thamen in allen Nationen des Planeten für Leid und Krieg]. Während ihr Höhepunkt der Grausamkeit also noch lange nicht erreicht ist, bewundere ich Gyokuen für ihre Charakterstärke und Willenskraft, verabscheue sie zeitgleich aber für all das Leid, das sie hervorbringt. Geprägt durch diese Hassliebe, gedeiht in mir einerseits der Wunsch, die böse Königin möge ihre schlimmsten Seiten zu Tage befördern, andererseits drücke ich den Magi-Helden die Daumen, dass sie alle Prüfungen, die Gyokuen ihnen aufbürdet, bestehen können.

MAGI Vol. 25 © 2015 Shinobu OHTAKA/SHOGAKUKAN

Nun seid ihr dran: 

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