AnimeY Picks – Hasscharakter #1

Jeder kennt sie: die nervigsten, dümmsten oder sinnlosesten Charaktere einer Serie. Welche Figur der #1 Hasscharakter der AnimeY-Redaktion ist, das erfahrt ihr in unserer neuen AnimeY-Picks-Rubrik.

Gina meint Kaname Tosen aus Bleach

Mir persönlich fällt diese Wahl nicht sonderlich schwer. Mit Tosen schuf Tite Kubo einen Charakter mit einer ziemlich engstirnigen Auffassung von Gerechtigkeit, die der Story von Bleach eigentlich keinerlei Relevanz schenkte. Man bedenke, der Mann ist blind und verliebte sich einst in einen weiblichen Shinigami, der ihn dazu animierte, ebenfalls einer zu werden, um für Gerechtigkeit einzutreten. Doch gerade diese töteten im Endeffekt seine große Flamme. So kam das Umdenken, und er schloss sich Sousuke Aizens Plänen an, um gegen die Soul Society zu rebellieren und seine Form von Gerechtigkeit auszuüben, wobei diese im Geschehen nie näher ergründet wurde.

Die gesamte Geschichte, welche ihn mit Komamura verband, hätte man auch getrost weglassen können, weil es im Endeffekt keine große Relevanz in der Story hatte. Tosen sticht ebenso insgesamt betrachtet weder als Bösewicht in irgendeiner Form hervor, noch besitzt er als Figur eine besondere Persönlichkeit oder oberflächlich betrachtet ein attraktives Aussehen, sodass er weder interessant noch unterhaltsam für den Leser/Zuschauer wird – Tosen hat einfach die Position des furzlangweiligen Handlangers, dessen Gerechtigkeitsgeschwafel zumindest an mir vorbeizog *lol*. Für mich einer der absolut überflüssigsten Charaktere, die im Bleach-Universum größer im Fokus standen.

Bleach Vol. 44 © 2012 Tite Kubo/Shueisha Inc

fallenshadow meint: Om Madora aus Magi – The Labyrinth of Magic

Bösewichte sind meist darauf ausgelegt, dass man sie nicht leiden kann, dennoch werden jene größtenteils zumindest so ins rechte Licht gerückt, damit der Betrachter die Antagonisten als Widersacher der Helden zu schätzen weiß. So landete Gyokuen Ren damals beim Pick-Thema Die besten Bösewichte auf der Liste. Aus Magi – The Labyrinth of Magic stammt aber auch einer meiner Hasscharaktere überhaupt: Om Madora. Trotz Parallelen zwischen den Frauen, die man beide getrost als Rabenmütter abstempeln kann, punktet die Herrin des Gloriolenfächers für mich nur negativ. Sie zielt darauf ab, die Welt zu beherrschen und macht sich dafür Kinder aus den Slums mit ihrem magischen Gegenstand untertan. Mich regt es auf zu sehen, wie Om Madora die Kleinen nach einer Gehirnwäsche für sich kämpfen lässt, während sie selbst keinen Finger rührt, sorglos in einem Versteck verharrt und den Neuzugängen mit ihrem ekelhaften Lächeln eine liebevolle Mutter vorspielt. Dabei erregen ihre Aktionen gerade einmal lokal im Königreich Aufmerksamkeit – und hier auch nur meist unter dem armen Volk, wo Kinder entführt sowie Eltern getötet werden. Von der großen Weltherrschaft, die sich Om Madora erträumt, ist sie meilenweit entfernt.  Ich bin froh, dass Om Madora nach den Ereignissen in Band 14 nie in diesen Genuss kommen wird.

MAGI © 2009 Shinobu OHTAKA/SHOGAKUKAN
Magi – The Labyrinth of Magic, Band 13 © 2015 VIZ Media Switzerland SA

Ranma meint Ninja Ninja aus Afro Samurai

Es gibt viele Figuren, die mir nicht sympathisch sind, doch nur einen, den ich wirklich hasse. Man könnte meinen, dass der Charakter möglicherweise etwas Grauenhaftes angestellt hat oder für den Tod einer geliebten Figur verantwortlich war, doch so ist es nicht. Er geht mir einfach tierisch auf die Nüsse; alleine sein Bild vor den Augen macht mich teilweise aggressiv. Ninja Ninja – welch dämlicher Name – ist eine unerträgliche Quasselstrippe, die außer blöde Sprüche klopfen nichts vorzuweisen hat. Die Arbeit überlässt er dem erfrischend wortkargen Kämpfer Afro, denn Ninja Ninja ist ein feiges Huhn. Vielleicht kann seine Art von manchem als cool aufgefasst werden, doch mich nervt sie einfach nur. So sehr, dass ich einen fünf Episoden umfassenden Anime abgebrochen habe und Jahre später die Überwindung gefunden habe diesen wieder anzusehen.

© 2006 Takashi Okazaki / Gonzo / Samurai Project

Grim meint Miyako Miyamura aus
ef – a tale of memories

Es ist schwierig, sich da auf einen Charakter festzulegen, aber als Vorzeigebeispiel für den Charaktertypen, den ich am meisten hasse, darf Miya-Miya Miyako aus einem meiner Lieblingsanime ef – a tale of memories herhalten. Ich hasse Figuren, die sich verstellen und ständig etwas vorheucheln. Miyako ist da ein ganz besonderes Exemplar, da sie in Gegenwart unseres Protagonisten die ganze Zeit eine »Maske« aufsetzt. Sie spielt permanent eine Rolle, und zwar das offenherzige, impulsive und etwas naive Mädchen, nur um ihrem Gegenüber zu gefallen. Dabei ist Miyako in Wirklichkeit berechnend und ichbezogen. Noch dazu drängt sie sich zwischen eine jahrelange Freundschaft, verführt den Jungen mit ihrem attraktiven Äußeren und bringt alles Durcheinander. Das Mädchen treibte meinen Lieblingscharakter Kei, ihre Rivalin in der Liebe, dazu, eine hässliche Seite aufzulegen, wo Kei solange aus Rücksicht auf ihren Freund und seine Karriere ihre Gefühle zurückhielt. Miyako zeigt zu selten ihre wahre Seite. Das hat zwar seine Gründe, macht aber den Charakter für mich nicht erträglicher und schon gar nicht habe ich mit ihr Mitleid. Ach und was den Vogel noch abschießt, ist, dass in der englischen Fassung meine Lieblingssprecherin auf die Rolle besetzt wurde ≧Д≦)o

© minori/「ef」committee

Mangakania meint Lysopp aus One Piece

Auch wenn ich in dieser Artikelreihe versuche, Mainstream-Titeln aus dem Weg zu gehen, führt hier kein Weg dran vorbei: Die Langnase der Strohhutbande ist und bleibt meine Agressionsquelle Nummer eins im Manga- und Animeuniversum. Er weist sehr ähnliche Charakterzüge wie Shippo aus Inu Yasha auf: ängstlich wie ein Hase und immer am rumheulen. Der Grund, weshalb ich mich für Lysopp und nicht Shippo entschieden habe, ist, dass der kleine Fuchs durchaus mehr Mumm hat und auch hoffnungslose Kämpfe bestreitet. Der Lügenmeister hingegen rennt zu allererst immer weg und falls sich die Chance ergibt, von weit weit weit weg einen Fernschuss durchzuführen, dann macht er das – vielleicht. Doch die meiste Zeit heult er rum (»Monster! Gespenster! Dinos! Skelette!«) und zieht mit seiner penetranten Weinerlichkeit die Episoden beziehungsweise Kapitel nur unnötig in die Länge. Durchaus ein Charakter, auf den ich liebend gern verzichten würde.

© Eiichiro Oda/SHUEISHA, TOEI ANIMATION

Nelli meint die Detective Boys
(Conan und Ai ausgeschlossen) aus Detektiv Conan

Ich befürchte, jetzt den Zorn vieler Aoyama-Fans auf mich zu ziehen … aber Ayumi, Genta und Mitsuhiko gehen mir ungeheuer auf die Nerven. Zunächst erfüllen die drei Kiddies die billigsten Klischees überhaupt von Gruppenmitgliedern: Ayumi ist das hübsche, beliebte Mädchen; Genta steht für den dicken Dümmling; Mitsuhiko nimmt den Platz des schlanken Strebers ein (ihm fehlt nur noch die Brille). Sie gründen den Club der Detective Boys, ohne auch nur jegliches detektivisches Gespühr oder, sagen wir, Talent zu besitzen – was aber zumindest noch niedlich ist und belächelt werden kann.

Völlig naiv und resistent gegen jegliche Vernunft – und das regt mich auf – stürzen sich die drei dann aber immer wieder von Neuem in Gefahren, aus denen sie Mitläufer Conan (und später auch Ai) retten muss. Wann immer die dusseligen Bälger meinen, einen Goldschatz zu riechen, schaltet ihr Verstand komplett aus; dabei haben sie aus ihren Abenteuern noch nie auch nur einen Hauch an Reichtum mitnehmen können. Lernen tun die Grundschüler daraus anscheinend leider ebenfalls nicht. Ich konnte bei ihnen keinerlei sonderliche Entwicklung über die Bände beziehungsweise Folgen (zu RTL2-Zeiten) hinweg ausmachen. Na ja, die drei wissen eben, dass sie sich notfalls immer auf ihren Conan verlassen können. Die Geschichten um die Detective Boys haben mich jedenfalls noch nie sonderlich interessiert und sie sind auch einer der Hauptgründe dafür, dass ich die Serie seit Langem nicht mehr aktiv verfolge.

Detektiv Conan – 11. Film © 2007 Gosho Aoyama/Shogakukan • Yomiuri-TV • NTV • Sho-Pro • Toho • TMS
© 2009  VIZ Media Switzerland SA

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