AnimeY Picks – »… und da habe ich Rotz und Wasser geheult!« Taschentuchalarm!!!

Diesen Moment hatte (hoffentlich) schon jeder Otaku: Eine Szene aus einer Serie hat dich so ergriffen, dass du Sturzbäche geheult hast. (Auch Männer dürfen hier mal zugeben, geweint zu haben.)

Lag es daran, dass ein Lieblingscharakter das Zeitliche gesegnet hat? War es die visuelle Umsetzung, Länge, Musik oder Geräuschlosigkeit der Szene? Sind Animes hier eigentlich gegenüber Mangas im Vorteil, weil sie über mehr stilistische Möglichkeiten verfügen? Bleibt tapfer, liebe Kollegen, und teilt mit uns eure traurigsten Erlebnisse!

Warnung: In diesem Artikel werden das Ableben von Charakteren und andere die Handlung stark beeinflussende Ereignisse behandelt, was selbstverständlich SPOILER impliziert. Wenn ihr die entsprechenden Serien noch nicht kennt und euch die Spannung nicht nehmen lassen wollt, lest ihr an dieser Stelle besser nicht weiter und nehmt euch das Werk selbst vor!

Nelli kriegt schon Nasenkribbeln, wenn sie nur daran denkt …

… wie dramatisch die erste Staffel der Animeserie Sailor Moon endete. Die Folgen 45 und 46 hatten es beide in sich. Eine Sailor Kriegerin nach der anderen opfert am Nordpol (sehr stimmungsvolles Setting!) ihr Leben für Bunny, verschwindet und lässt Erinnerungen zurück.

Wo die vorletzte Folge eben noch lustig begann, weil Sailor Moon immer wieder auf die Tricks der Bösewichte reinfällt, nimmt die Serie abrupt eine ernste Wendung. Es sind die traurigsten Sequenzen, die mit der simpelsten Melodie (Klavier, Violine, Mamorus Spieluhr) oder ganz ohne Geräusche auskommen. Vor allem die ausdrucksstarken Nahaufnahmen der Gesichter und Sailor Moons weinerliche (deutsche) Stimme berührten mich. Dass ausgerechnet Sailor Mars als Letzte noch an ihrer Seite ist, zeigte mir, dass die zwei Streithähne in Wahrheit doch die besten Freundinnen sind, auch wenn es nicht immer so schien. Bunnys Monolog am Ende lässt einem noch ein letztes Mal vorm Ende die Tränen in die Augen schießen und rundet die Ereignisse wundervoll ab. So wünscht sich die Titelheldin darin ihren ganz normalen Alltag als Schülerin zurück, in welchem sie trotz diverser Probleme und Sorgen doch sehr glücklich war. *schnüff* q.q

PS: Ich werde auch nie vergessen, wie ich bei der OVA von Record of Lodoss War geheult habe, als Deedlit geopfert wurde und das Lied Kaze to Tori to Sora dazu lief. Buhuuu…

… und bei Heartaches war es die Fan-Hölle.

Es hat einen Grund, warum man in Fan-Kreisen die Episode 110 von Sailor Moon einfach nur »Yuri Hell« nennt. Die Identität von Haruka Tenoh und Michiru Kaioh ist aufgeflogen. Sie werden quasi zum Duell in der Marinenkathedrale herausgefordert. Und Michiru, die bereits am Morgen am Pool in ihre eigene Welt verschwinden wollte – was Haruka nicht recht passte – kommt auf Haruka zu und nimmt ihre Hände. Sie sagt, dass sie diese mag. Und ihre Hände sind ein Symbol, nun, für etwas, das nicht ins Kinderfernsehen gehört. Wenig später an der Marinenkathedrale streckt Michiru erneut einzelne Finger nach Harukas aus, doch diesmal weicht Haruka zurück. Michiru, mit ihrer Fähigkeit, die Zukunft zu erahnen, weiß, was kommen wird – und Haruka will es nicht wahrhaben. Doch von einem sind beide überrascht: Sie sind die Talismanträger. Und nachdem Michiru – nicht Neptun, denn sie handelt nicht wie eine Kriegerin, nur wie eine Liebende – bereits von Eudial gepackt und an Rosendornen aufgehängt wurde, schafft sie es dennoch unter Beschuss unzähliger, schmerzhafter Kugeln sich vor Haruka zu werfen. Sie opfert sich für Haruka aus Liebe – nicht, um ihren Talisman freizulegen. Und Haruka? Kann es nicht fassen. Ihre Augen sind glasig.

Da kann Sailor Moon ihr lange einen auflabern – sie wird ihrer Partnerin folgen. Sie sind als Paar doch überall zusammen – also auch im Tod. Übrigens macht es das Finale von Staffel 5 auch nicht gerade besser. Da ist es Neptunes letzter Wunsch, dass Uranus ihre Hand hält, als sie gemeinsam, getroffen von Galaxia, vor den Augen der Starlights und Sailor Moon sterben. IMMER DIESE BEIDEN UND IHRE HÄNDE.

Gina kullerten noch Folgen nach dem Ereignis die Tränchen …

… als es in One Piece um Ace’ Leben geschehen ist. Ich saß echt total schockiert und verweint vor dem Bildschirm T.T Selbst in den Folgen danach kam ich nicht zur Ruhe, weil Ruffys Verhalten, die immer wiederkehrenden Flashbacks und die allgemein betrübte Stimmung immer wieder Emotionen aufkochen ließen. Ich bin jedoch generell ein Typ, der schnell (und viele) Tränchen vergießt. Mit Die letzten Glühwürmchen mag ich hier erst gar nicht anfangen 😀 Selbst Sailor Moon bietet meinen Tränendrüsen viel Angriffsfläche, wobei hier die Trauer schneller verflogen ist – beispielsweise die finalen Folgen in der ersten Staffel oder Mamorus Trennung von Usagi in Season zwei.

Mangakania hat fast den Glauben an ein Happy End verloren …

… nachdem sie Angel Beats! durchgeschaut hat. Allein die Trennung von Yuri, Masami, Hideki und allen anderen war über die letzten Folgen verteilt schon ein emotionaler Absturz aus Trauer und Freude. Aber auch Kanas und Yuzukus gemeinsame Verbindung, die durch seine Vergangenheit aufgedeckt wird, ließ mich tiefe Abgründe erblicken (und einen Organspendeausweis ausfüllen). Als dann der finale Moment kam, Kana sich zu ihrem Retter und Geliebten umdrehte und ihm die finale Frage stellte, konnte ich kaum noch etwas sehen. Auch jetzt, einige Jahre und viele Male später, kann ich die letzte Folge nicht trocken überstehen … Arigatou!

Laniify hat einen regelrechten Heulkrampf bekommen …

… als Kurokami no Onna aus Death Parade von Decim zu ihrem alten Zuhause gebracht wurde. Als ihr das klar wurde, sah sie schon ihre eigene Mutter, die ganz allein im Haus war und um ihre verstorbene Tochter, die Selbstmord begangen hat, trauerte. Dieser Anblick hat nicht nur Onna richtig mitgenommen, sondern auch mich. Diese Gefühle! In dem Moment habe ich mich wirklich richtig mit der Protagonistin identifiziert. Ich habe mich so gefühlt, als wäre ich an ihrer Stelle und meine Mutter würde so um mich weinen. Ich bin sowieso total nah am Wasser gebaut, besonders wenn es um die Beziehung zwischen Mutter und Tochter geht.

Onna, die stark darunter leidet und es bereut, sich ihr Leben genommen zu haben, fleht Decim verzweifelt an, dass er sie wieder beleben möge, um jeden Preis. Zumal Decim ihr sogar die Wahl lässt: Sie darf wieder geboren werden, muss aber entscheiden, wer an ihrer Stelle sterben wird. Was für ein Dilemma! Wer mag es schon verantworten, jemanden auf dem Gewissen zu haben? Dieser Wille, zu leben und alles zutun, damit man seiner Mutter das Leid nimmt, war so zerschmetternd traurig. Und noch schlimmer war es, als sich alles als Lüge herausstellte. Onna wurde das nur vorgemacht … es gab nie Hoffnung, dass sie jemals wieder leben würde. Ich habe echt geweint. Und auch jetzt, wenn ich mich daran erinnere, kommen mir noch die Tränen …

Thobias hat Nächte durch oder sich in den Schlaf geweint …

… als Nagisa bei CLANNAD entschlief, Yukito es nicht schaffte Mizusu in AIR zu retten, generell nehmen mich romantische Dramen mit, in denen am besten noch wer stirbt oder Verzweiflung final zur Enttäuschung führt, wodurch lediglich ein Funke Hoffnung bleibt, der mich zum Nachdenken anregt. Ich mag die Melancholie. Für mich muss in Animes nichts realistisch sein, allerdings in sich schlüssig und dann nimmt mich auch ein fantastisches oder zum Teil auch erzwungenes Drama wie Angel Beats oder Your Lie in April mit. Da spielen für mich die Stimmen die größte Rolle. Gefühle durch Stimme sind das ehrlichste, wie ich finde. Da ist die Audio-Visualität bei mir zweitrangig, spielt der Sprecher klasse, kann es kantiger und musikalisch still sein. Wenn zwei sich finden und getrennt werden, zuvor durch allerlei Tiefen gingen, Höhen erlebten, aber das zu erahnende Schicksal unausweichlich ist, das ist mein Beritt, da bin ich emotional ergriffen. Dagegen lassen mich Freundschaftsdramen wie Toradora eher kalt, da erschloss sich mir das Drama nicht. AnoHana zündete bei mir nur als Filmvariante. Stehen Liebe und (die eigene kleine) Familie im Fokus = Top! Ich stehe dahingehend auf Kitsch (gerne auch in Optik und Akustik) und das ist auch gut so. ♥

Grim kann jenen einschneidenden Moment nicht vergessen …

Higurashi no Naku Koro ni ist eigentlich eher für seinen verstörenden Psycho-Horror bekannt, allerdings kommt in der zweiten Staffel dann das Drama zum Tragen und viele der erschütternden Momente bekommen auf einmal eine tiefergreifende Bewandnis. Der Zuschauer weiß bisher, dass sich die Figuren in einer Zeitschleife befinden und obwohl sich gewisse Ereignisse und Umstände unterscheiden, ist die Tragödie trotzdem unausweichlich. Den Protagonisten ist das jedoch nicht bewusst. Ich weiß noch, wie mich ein bestimmter Moment am Anfang von Staffel 2 überumpelt und emotional ziemlich mitgenommen hat, dass ich die Tränen nicht unterdrücken konnte und mich das noch Tage danach beschäftigte.

Keiichi bekommt ein Déjà-vu von Ereignissen aus einer anderen Zeit, als er seinen Freunden misstraute, die Paranoia ihn in den Wahnsinn trieb und er letztlich seine Freunde aus vermeitlicher Gegenwehr umbrachte. Als Zuschauer hat man dies aus seiner Wahrnehmung mitbekommen und selbst nachempfunden, wie er in die Ecke gedrängt wurde (und selbst daran geglaubt, dass es keinen anderen Ausweg gab). Und obwohl seine Freunde quietschfidel vor ihm stehen, realisiert Keiichi, was für eine grauenvolle Tat sich zugetragen hatte und er spürt in Mark und Bein, wie er sie mit seinen eigenen Händen umgebracht hatte. Es ist ein Gefühl der unsagbaren Reue, das Keiichi hier empfindet. Eine unverzeiliche Tat, die für ihn zwar nicht real ist, jedoch gleichzeitig passiert war. Und was hatte seine Freundin Rena damals gemacht, als er die Besinnung verloren hatte? Das Mädchen hat die Hände zu ihm ausgestreckt und sie hat bis zum bitteren Ende das Vertrauen in ihn nicht verloren. Einen Fehler, den Keiichi begangen hatte, welcher der Auslöser für den tragischen Verlauf waren.

Dieser Moment der Erkenntnis ist wirklich erdrückend, gleichzeitig ist es jedoch ein Hoffnungsschimmer. Hoffnung darauf, dass die Protagonisten aus dieser sich wiederholenden Spirale aus Misstrauen, Wahnsinn und Trauer brechen können – dass sie gemeinsam dem tragischen Schicksal entfliehen können. Hier ist das Vertrauen unter den Freunden der Schlüssel. In Renas Charakter-Song Dear You -Cry- sind diese Emotionen wirklich gut eingefangen und mir kommen bei dem Song die Gefühle wieder hoch, die mich in besagter Szene so unheimlich ergriffen hatten.

Jetzt seid ihr dran! Wo habt ihr eure Tränchen nicht mehr halten können?